Bietigheimer Handballer in Konstanz gefordert SG will am Bodensee nicht baden gehen

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Erst ein Verletzungshandicap, dann eine Rote Karte: Beim Bietigheimer Kreisläufer Patrick Rentschler, hier beim Wurf im Heimspiel gegen Hamm, lief es zuletzt nicht rund. ⇥ Foto: Martin Kalb

Die SG BBM Bietigheim tritt am Mittwoch im einzigen Baden-Württemberg-Duell bei der HSG Konstanz an.

Die Spieltermine sind dicht gedrängt für die Zweitliga-Handballer der SG BBM Bietigheim und ihren neuen Interimstrainer Brian Ankersen. Am Mittwoch (20 Uhr/Sportdeutschland TV) müssen die Schwaben zunächst zum einzigen Südwest-Derby zur HSG Konstanz. Am Sonntag (17 Uhr) empfängt der Tabellendreizehnte den EHV Aue in der Viadukthalle.

Auf die Spiele gegen Mittelfeldkonkurrenten wie Konstanz und Aue wird sich die SG BBM in der restlichen Saison fokussieren und davon wird es bis Ende Juni in einem sehr breiten Mittelfeld noch jede Menge geben. Begegnungen wie der jüngste Doppelpack gegen den Tabellendritten TuS N-Lübbecke, aus dem die Jungs um Kapitän Jan Asmuth immerhin einen Punkt mitgenommen haben, sind die Kür. Klares (Pflicht-)Ziel: Bis Sonntagabend sollen vier zusätzliche Punkte auf dem Konto sein.

Beide Teams kennen sich gut

Die Karten zwischen Konstanz und Bietigheim werden auch unter dem neuen SG-Trainer nicht neu gemischt werden. Beide Teams kennen sich aus dem Effeff und sind in dieser Saison bereits zweimal aufeinandergetroffen. Sowohl im BGV-Cup in der Saisonvorbereitung (29:26), als auch im Anfang Februar ausgetragenen Hinspiel (29:24) setzte sich die SG BBM durch. Das einzige Baden-Württemberg-Derby der Liga entwickelt sich stets zu einer intensiven Auseinandersetzung, auch wenn die bisherige Bilanz klar für die etablierten Bietigheimer spricht. Sie gewannen in der eingleisigen Zweiten Liga sechs von sieben Vergleichen und haben sich insbesondere in der Schänzlehalle am Konstanzer Seerheinufer stets durchgesetzt.

Deshalb werden Rentschler und Co. ihrem neuen Trainer genau sagen können, worauf in Konstanz zu achten sein wird. Da gilt es zunächst die Achse Wolf/Dangers zu neutralisieren. Tom Wolf ist auf der Spielmacherposition nicht nur erfolgreichster Werfer der Bodensee-Handballer (134/56 Saisontore). Damit liegt er in der Ligastatistik nur knapp hinter Bietigheims Top-Werfer Christian Schäfer (139/57) auf Rang drei. Der 26-Jährige setzt auch immer wieder Markus Dangers in Szene, der mit seinen 105 Saisontoren zu den effektivsten Spielern auf der Kreisposition zählt. Kein Wunder, dass andere Vereine ein Auge auf die beiden geworfen haben, Wolf wechselt nach der Saison zum TuS N-Lübbecke, Dangers zu TuSEM Essen.

Zuvor müssen die beiden mit ihrem Team noch den Klassenerhalt klar machen. Abstiegskampf kann die HSG zwar, doch der 17. Platz bedeutet höchste Alarmstufe für die kämpferische Truppe von Daniel Eblen. Ein wichtiger Sieg war das 28:26 am 12. März gegen Aue – erst der zweite Erfolg im Jahr 2021 für das Team um den Ex-Bietigheimer Fynn Beckmann. Im Gegensatz zur Spielgemeinschaft geht Konstanz nach einem spielfreien Wochenende ausgeruht in die Partie.

Die SG BBM war im gleichen Zeitraum zweimal gegen Nettelstedt-Lübbecke gefordert. Ausgerechnet Bietigheims Routinier Patrick Rentschler machte bei der jüngsten 24:29-Niederlage gegen den Tabellendritten eine unglückliche Figur. Der 30-jährige Kreisläufer war durch eine Kapselverletzung am Finger der Wurfhand in den letzten Spielen etwas aus dem Fokus geraten, kassierte dann am Samstag nach einem Kurzeinsatz die Rote Karte. Mit ihm wird Ankersen aber in Konstanz verstärkt planen. Auch Keeper Nick Lehmann ist nach seiner Auszeit nach einem Kopftreffer wieder auf dem Zettel. Zuvor muss der 21-Jährige noch den Härtetest im Training bestehen.

Vor wie nach dem Trainerwechsel bleibt die unterdurchschnittliche Chancenverwertung ein Thema auf der Agenda. Der 32-jährige Ankersen versucht in den wenigen Tagen auf der Trainerbank der SG BBM mit dem einen oder anderen taktischen Mittel Impulse zu setzen. „Das Überzahlspiel Sieben gegen Sechs hat gegen Nettelstedt ganz gut geklappt“, so der Däne. „Das ist sicher etwas, was wir weiter ausbauen werden.“

 
 
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