Bietigheimer Handballer in Topform SG BBM überrennt Aufsteiger

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Eine ganz starke Vorstellung lieferte Bietigheims Martin Marcec gegen den TuS Fuerstenfeldbruck ab. Der schnelle Linksaußen steuerte fünf Tore zum 31:25-Erfolg seiner Mannschaft bei.⇥ Foto: Marco Wolf

Der Zweitligist aus Bietigheim setzt seinen Aufwärtstrend fort und schlägt den TuS Fürstenfeldbruck in eigener Halle souverän mit 31:25.

Für Jonathan Fischer lief es in der Vergangenheit in der Regel persönlich gut gegen den TuS Fürstenfeldbruck. Sechs Tore, inklusive des entscheidenden Siegtreffers, steuerte der Bietigheimer Kreisläufer im Hinspiel der Saison 2017/18 beim knappen 30:29-Erfolg seiner Truppe gegen die Brucker Panther bei, ganze zehn Buden erzielte der 23-Jährige bei der glatten 22:30-Niederlage im Rückspiel. Der Verein, für den Fischer seinerzeit auflief, war allerdings nicht die SG BBM, sondern der damalige Drittligist SG Köndringen Teningen. Nur wenige Wochen nach der Rückspielniederlage hatte der mit einem Zweitspielrecht ausgestattete Fischer dann Mitte Februar 2018 im Team seines ehemaligen Teninger Mitspielers Domenico Ebner gegen Tusem Essen sein Debüt für den Bietigheimer Zweitligisten gegeben.

Doch während sich bei Fischer seitdem einiges getan hat, hat es bei den Panthern trotz des Aufstiegs im Sommer keine größeren Umwälzungen gegeben. Mit Korbinian Lex, Michael Luderschmid, Johannes Stumpf, Yannick Engelmann, Sebastian Meinzer, Julian Prause, Tobias Prestele standen am Samstagabend in der Halle am Viadukt gleich sieben Akteure im Kader der Bayern, die schon vor mehr als drei Jahren versucht hatten, Fischer das Leben über die 60 Minuten möglichst schwer zu machen.

Und dies sollte den Münchener Vorstädtern diesmal auch deutlich besser gelingen. Zumindest am Anfang. Mit 5:1 lag der Aufsteiger schnell vorne, bis Fischer auf 2:5 verkürzte. Der Trainerwechsel von Hannes Jón Jónsson zu Brian Ankersen vor wenigen Wochen habe auch den Konkurrenzkampf im Team neu entfacht, hatte Bietigheims Sportlicher Leiter Jochen Zürn vor der Partie im Interview mit Sportdeutschland.TV erzählt. Neben Fischer profitieren auch Spieler wie Martin Marcec, Max Öhler und vor allem Torhüter Nick Lehmann sichtlich von dieser Änderung auf der Bank. „Ich habe 17 Spieler im Kader und sehe jeden Tag im Training, was die draufhaben“, erklärte Ankersen nach der Partie die Rotation. Denn alle vier Genannten standen in der Startformation der SG, die sich allerdings gegen die offensive Gästeabwehr im Positionsangriffspiel das gesamte Spiel über sehr schwer tun sollte.

Zunächst pirschte sich die Ankersen-Sieben in Überzahl wieder an die Panther heran, die sich mehrere Zeitstrafen einhandelten. Gleich zwei Tore von Paco Barthe ins leere Tor innerhalb einer Minute sorgten für die erste SG-Führung (8:7, 18. Spielminute). Die Gäste leisteten sich in dieser Phase zu viele technische Fehler, wie auch Fürstelfeldbrucks Trainer Martin Wild nach Abpfiff monierte: „Die ersten zwölf Minuten waren wir gut drin. Da haben wir in der Abwehr nichts zugelassen. Doch dann haben wir zu viele Tempogegenstöße kassiert. Wir sind selbst schuld, wenn wir vorne schlechte Würfe nehmen und Bälle hergeben.“

In der Folge versuchte es die SG konsequent mit schnellen Abschlüssen und setzte sich so auch dank drei Toren von HBL2-Toptorjäger Christian Schäfer auf 13:10 ab. Da Lehmann, der schon bei seinem Einsatz für den TVB Stuttgart gegen die Eulen Ludwigshafen am vergangenen Donnerstag zwei Strafwürfe entschärfen konnte, dieses Kunststück in der Schlussphase der ersten Hälfte erneut gelang, ging die Spielgemeinschaft mit einer knappen 13:11-Führung in die Kabine.

Die Geschichte des zweiten Durchgangs ist deutlich schneller erzählt, denn der Studententruppe aus Bayern, der es in dieser Saison trotz eines Mini-Budgets bereits gelungen war, Schwergewichte wie Hamburg oder Gummersbach zu schlagen, ging merklich die Puste aus. Die SG fischte sich immer wieder Bälle in der Defensive und kam vor allem über die schnellen Außen Schäfer und Macec zu leichten Kontertoren. Nach einem weiteren Treffer von Barthe in Überzahl ins leere Tor lagen die Hausherren Mitte der zweiten Hälfte bereits uneinholbar mit 24:15 in Führung.

In den Schlussminuten konnten die Bayern, deren Abstieg durch die Niederlage wohl besiegelt sein dürfte, lediglich noch etwas Ergebniskosmetik betreiben und das Resultat auf 31:25 stellen. Und Jonathan Fischer? Dem gelangen drei Tore und das Anspiel des Tages, als der Kreisläufer umringt von drei Abwehrspielern im Fallen den Ball noch irgendwie punktgenau zu Linksaußen Marcec weiterleitete, der eiskalt verwandelte.

 
 
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