Bietigheimer HTC Neuanfang mit neuem Trainer

Von Daniel Haug
Zum Auftakt des Hallenturniers bekamen es Dana Haug (rechts) und der Bietigheimer HTC mit der österreichischen Hockey-Nationalmannschaft zu tun. Die Gastgeberinnen waren letztlich chancenlos und kassierten eine 1:12-Niederlage. Foto: Avanti/Ralf Poller

Nach einem großen personellen Aderlass gab es für das junge Damenteam des Bietigheimer HTC am Wochenende eine erste Standortbestimmung.

Es ist keine leichte Situation, in der sich die Hockey-Damen des Bietigheimer HTC momentan befinden. Nachdem es in den letzten Jahren mit zahlreichen Aufstiegen stetig nach oben ging, bekam die Erfolgsstory der Bietigheimerinnen mit dem Abstieg aus der Hallen-Bundesliga in diesem Jahr eine kleine Delle. Jetzt muss im Ellental ein großer Umbruch organisiert werden. Hierbei setzt der BHTC verstärkt auf junge, eigene Spielerinnen, nachdem fast eine komplette Feldmannschaft den Verein in diesem Sommer verlassen hat. Deshalb zog sich der Klub auch freiwillig aus der Zweiten Bundesliga im Feld zurück.

Kofink ersetzt Martens als Trainer

„Von den Spielerinnen, die letztes Jahr regelmäßig Bundesliga gespielt haben, sind mit Stephanie Müller und Melanie Senghaas nur noch zwei da. Als kleiner Verein ist das schwer aufzufangen“, sagt Stephan Kofink. Der 44-Jährige war seit 2019 Sportlicher Leiter beim BHTC, hat jetzt aber das Traineramt übernommen. Dieses hatte Kristian Martens nach der Feldrunde abgegeben. „Normalerweise hast du auf diesem Niveau einen hauptamtlichen Trainer, aber leider haben wir keinen passenden Kandidaten gefunden“, berichtet Kofink, der das Team jetzt zusammen mit Jeremias Mang, dem Coach der zweiten Mannschaft, betreut. „Wir trainieren mit beiden Teams gemeinsam. Bei den Spielen werde ich in der Bundesliga und Jeremias die zweite Mannschaft coachen“, sagt Kofink über die Zusammenarbeit mit dem 23-jährigen Mang, der selbst auch noch im ersten Männerteam spielt.

Beim 2. Bundesliga-Cup am vergangenen Wochenende in der Gymnasiumhalle standen beide gemeinsam an der Bande. Das Turnier stellte einen ersten Leistungsvergleich dar – nach zwei Wochen Vorbereitung und zwei Wochen vor dem Saisonstart. Neben den Gastgeberinnen nahmen mit dem SB DJK Rosenheim, SC SAFO Frankfurt und dem Kahlenberger HTC drei weitere Zweitligisten teil. Außerdem nutzte die österreichische Nationalmannschaft das Turnier als Test vor der EM in Hamburg im Dezember. Nach den zwei Tagen landete der BHTC auf dem fünften Platz. Während man gegen die Österreicherinnen (1:12) und den West-Zweitligisten Kahlenberg (0:4) chancenlos war, hielt man gegen die direkten Konkurrenten aus der Zweitliga-Gruppe Süd dagegen. Gegen Rosenheim unterlag das Kofink-Team mit 5:6. In ihrem letzten Turnierspiel gegen Frankfurt verloren die Bietigheimerinnen mit 2:6, spielten aber ordentlich und konnten im dritten Viertel sogar auf 2:4 verkürzen.

„Rosenheim und SAFO Frankfurt sind die Teams, die wir in der Liga schlagen müssen, wenn wir drinbleiben wollen“, weiß Kofink. „Am Wochenende war Licht und Schatten dabei. Unabhängig vom Gegner dreht es sich bei uns immer um dasselbe: Wenn wir unsere Aufgaben machen, hat es der Gegner schwer. Wenn nicht, hat er es leicht“, bilanziert der Trainer nach dem Vorbereitungsturnier. Dieses gewann die österreichische Auswahl souverän vor Frankfurt und Kahlenberg. Knapp zwei Wochen haben die Bietigheimerinnen noch Zeit, um am Feinschliff für die neue Saison zu feilen. Hier liegt der Schwerpunkt auf den Standardsituationen sowie der Individualtaktik. „Die Zweite Bundesliga ist für fast alle Spielerinnen Neuland. Wir haben eine sehr junge Truppe, bei der viele direkt aus der Jugend kommen und im Alter von 17, 18 Jahren auf einmal Verantwortung übernehmen müssen“, ordnet Kofink ein. Deshalb lautet das Ziel auch Klassenerhalt – obwohl man als Absteiger aus dem Oberhaus an den Start geht.

Lernprozess für Spielerinnen

„Für manche der Mädels geht es auf einen Schlag vier Ligen nach oben. Das ist für den Kopf eine große Herausforderung. Man muss verstehen, was in der zweiten Liga funktioniert und was nicht“, erklärt der neue Cheftrainer und zieht eine positive Zwischenbilanz: „Wir haben die Entwicklung der ganzen Mannschaft im Blick. Die Spielerinnen lernen in jedem Training und Spiel dazu. In diesem Lernprozess sind wir im Soll.“ Den Auftaktgegner der Zweitliga-Saison konnte das junge Team am Sonntag auch schon etwas kennenlernen: Am 26. November geht es zum SC SAFO Frankfurt.

 
 
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