Auf dem Festgelände des Bietigheimer Pferdemarktes wird am Montagmorgen in vielen Buden und Fahrgeschäften emsig gearbeitet. Einige stehen auch schon komplett. Nur noch wenige Tage, dann beginnt am Freitag das Traditionsfest, dieses Mal in 89. Auflage.
Bietigheimer Pferdemarkt Der Aufbau ist in vollem Gange
Zu dem Traditionsfest werden ab Freitag wieder hunderttausende von Gästen an Enz und Metter erwartet. Im Vergnügungspark laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.
Die Arbeiten an seinem „XXL-Lachhaus“ seien zu 70 Prozent abgeschlossen, sagt etwa Aaron Renz, der Juniorchef. Alles Bauliche sei bereits fertig, jetzt müssten noch die Beleuchtung und die Wegeführung installiert werden, dann folge zuletzt die Reinigung. Der Schausteller-Familienbetrieb aus Stuttgart, der zuletzt vor zwei Jahren beim Bietigheimer Pferdemarkt dabei war, hat am vergangenen Donnerstag mit dem Aufbau begonnen. In zwei Tagen soll alles fertig sein. Er habe ein neues Team, sagt Renz, da dauere es etwas länger.
Das Konzept beschreibt Renz so: Auf vier Etagen werde den Besuchern Spaß geboten, zum Einsatz kommen dabei Wasser- und Lufteffekte sowie eine Nebelmaschine, begleitet von Musik. Ein Alleinstellungsmerkmal sei ein Rollenband, das passiert werden muss. Das Angebot richte sich an Familien und junge Leute, so Renz, dessen Familie damit schon 30 Jahre unterwegs ist. Direkt nach dem Pferdemarkt geht es weiter zum Stuttgarter Volksfest.
So hält es auch Julius Kritz, der zuletzt in Bad Kreuznach war und in der Nähe seinen „Mais-Man“ bereits in Position gebracht hat. Gegenüber laufen noch die Arbeiten für das von seinen Eltern betriebene Fahrgeschäft „Grand Prix“ für Kinder. Auch sein Onkel Karl Müller ist mit von der Partie in dem Stuttgarter Schausteller-Familienunternehmen, er hatte auch die Idee mit dem Mais, der seit 2001 angeboten wird. Anfangs sei es schon schwierig gewesen, dieses Produkt anzubieten, erinnert sich Müller, mittlerweile sei es etabliert.
Familientaugliche Preise
Man habe die Preise gegenüber dem Vorjahr gleich gehalten, erzählt Julius Kritz, diese sollten „familientauglich“ sein. Gleichzeitig habe man aber im Schaustellergewerbe mit steigenden Kosten zu kämpfen, etwa in puncto Sicherheit. In Bietigheim fühle man sich zu Hause, sagt Kritz, dessen Urgroßeltern bereits als Schausteller unterwegs waren.
Auch Robert Kurey aus Mannheim, der am Montag mit dem Motorrad vorfährt, um seinen Stand zu inspizieren, kennt sich hier aus. Seine Großmutter habe auf dem Pferdemarkt bereits ein Karussell betrieben, er selbst bietet zusammen mit seiner Schwester und ab und zu noch einer Aushilfe Cocktails an. Früher sei er von Kiel bis zum Bodensee unterwegs gewesen, jetzt nehme er nur noch sechs Veranstaltungen im Jahr wahr, erzählt der 65-Jährige. Beim Bietigheimer Pferdemarkt wirke sich aus, dass noch Ferien seien, ansonsten liefen die Geschäfte erfahrungsgemäß gut, wenn das Wetter passe, freut sich Kurey auf die kommenden Festtage in der Stadt.
