Bietigheimer Team hält sich per Videokonferenz fit Steelers-Quarantäne erzwingt weitere Spielausfälle

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Fitnesstrainer Fabian Wolbert bittet die Steelers-Profis per Videokonferenz zum Training. ⇥ Foto: Imago Images/Hansjürgen Britsch

Nach einer Behördenentscheidung müssen auch die Duelle gegen Kassel und Heilbronn verlegt werden.

Die vage Hoffnung von Geschäftsführer Volker Schoch hat sich nicht erfüllt: Auch die symptomfreien und negativ getesteten Eishockey-Profis der Bietigheim Steelers müssen aufgrund behördlicher Anordnung die vollen 14 Tage in häuslicher Quarantäne bleiben – trotz der vorzeitigen Trennung der Mannschaft. Unter den Spielern hatte es zuvor nach der Heimpartie gegen Frankfurt (7:2) am 22. November mehrere Corona-Fälle gegeben (die BZ berichtete). Ein Training auf dem Eis fällt in dieser Woche damit flach, die anstehenden DEL2-Duelle am Freitag bei den Kassel Huskies und am Sonntag zu Hause gegen die Heilbronner Falken müssen wohl oder übel verlegt werden.

Folgeschäden ausschließen

In einer Excel-Liste, die er zur Dokumentation an die Liga schicken muss, hat Schoch nun akribisch zusammengefasst, wann welcher Akteur aus der Quarantäne kommt und wieder einsatzbereit sein wird. Bei den ersten negativ getesteten Spielern wird dies bereits nach dem 6. Dezember der Fall sein, also zu Beginn nächster Woche. Die an Covid-19 erkrankten Profis kehren dagegen erst zwischen dem 11. und 17. Dezember nach und nach zurück. Denn nach dem Ende ihrer Quarantäne und der Genesung durchlaufen diese erst noch einen Medizincheck unter der Bezeichnung „Return to Activity“. Dabei werden bei den Leistungssportlern im Rahmen eines medizinischen Checks Herz und Lunge, die Blutwerte und das Immunsystem untersucht. „Es geht darum, Folgeschäden auszuschließen. Wir sind da sehr sensibel und machen das ganz konsequent. Schließlich sind wir unseren Spielern verpflichtet“, sagt Schoch. Er rechnet erst wieder am 17. Dezember mit einem kompletten Kader.

Nachholspiel am 8. Dezember?

Da die DEL2-Klubs vor der Saison beschlossen haben, dass eine Mannschaft mit neun Feldspielern und einem Torhüter spielfähig ist, hält der Geschäftsführer bereits einen Nachholtermin am Dienstag, 8. Dezember, für möglich. Da hätten die Steelers nach aktuellem Stand zehn Feldspieler und drei Torhüter zur Verfügung. „Wir haben damals gemeinschaftlich diese Entscheidung getroffen und müssen die Regeln jetzt auch konsequent umsetzen. Daran führt kein Weg vorbei“, betont Schoch.

Nach den Bayreuth Tigers, dem ESV Kaufbeuren, dem EV Landshut, den Lausitzer Füchsen und den Tölzer Löwen waren die Steelers der bereits sechste Verein, den die Pandemie ausgebremst hat. Als siebten Klub hat es Anfang der Woche auch den Erzrivalen Heilbronner Falken erwischt. Das für Dienstag terminierte Nachholspiel der Unterländer gegen Kaufbeuren musste aufgrund eines Covid-Verdachtsfalls bei den Falken kurzfristig abgesagt und verlegt werden. Vorsorglich hat sich die komplette Heilbronner Mannschaft in Quarantäne begeben und wird sich zudem einem generellen PCR-Test unterziehen.

Die Bietigheimer Profis halten sich einstweilen in den heimischen vier Wänden in Form. Fitnesscoach Fabian Wolbert absolviert mit dem Team während der Quarantäne mittels Videokonferenz ein tägliches Online-Training. Auch das Trainerduo, das übrigens bisher vom Coronavirus verschont geblieben ist, liegt nicht auf der faulen Haut: Chefcoach Danny Naud und sein Assistent Fabian Dahlem machen Videoanalysen, halten Kontakt zu den Spielern und entwickeln ein Konzept unter der Fragestellung, wie die Steelers nach ihrer Rückkehr schnellstmöglich wieder wettbewerbsfähig werden können.

 
 
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