Bilanz zum Ende des Sommers im Kreis Ludwigsburg Freibäder trotzen Corona und schlechtem Wetter

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Eine der letzten Gelegenheiten für einen Freibad-Besuch in diesem Jahr nutzten am Montag im Ellental einige Schwimmer. ⇥ Foto: Oliver Bürkle

Zum zweiten Mal überschattet die Pandemie die Badesaison. Unter den Umständen zeigen sich aber viele Betreiber zufrieden mit den Besucherzahlen.

Eine erneut schwierige Saison liegt hinter den Freibädern im Kreis Ludwigsburg. Wie 2020 mussten sie unter Einhaltung der Corona-Regeln einen Betrieb auf Sparflamme aufrechterhalten. In diesem Jahr hat allerdings zum großen Teil auch das Wetter nicht mitgespielt.

Mineralfreibad Bönnigheim

Eine deutliche Steigerung im Vergleich zu 2020 (knapp 40 000 Besucher) verzeichnet das Mineralfreibad Bönnigheim. Laut German Thüry, dem Betriebsleiter der Stadtwerke kamen 56 400 Besucher trotz Corona und durchwachsenem Wetter. Das ist aber immer noch nur ein Bruchteil der Zahlen vor Corona. 2019 kamen 141 000 in das Freibad. „Aufgrund der überwiegenden kühlen Witterung in den Monaten Juli und August war trotz der corona-bedingten eingeschränkten Besucherzahl das Bad häufig nicht ausgebucht“, sagt Thüry.  Auch wenn es noch keine definitiven Zahlen gibt, rechnet der Stadtwerke-Chef wieder mit einem Defizit in der Größenordnung von 2020. Damals lag es bei 580 000 Euro.

Badepark Ellental

Ein absoluter Besuchermagnet ist das Bietigheimer Freibad. Vor Corona kamen 2019 185 000 Gäste ins Ellental. Im vergangenen Jahr waren es mit 67 000 wegen der Coronabeschränkungen nur noch etwas mehr als ein Drittel davon. Und auch in diesem Jahr wird sich die Saison in etwa auf dieser Zahl einpendeln, wie der Betreiber, die Stadtwerke Bietigheim-Bissingen mitteilen. Noch bis zu diesem Dienstag kann man im Ellental in zwei Schichten schwimmen, planschen und sich sonnen. Nach aktuellem Verkaufsstand wird die Saison voraussichtlich mit 63 500 Besuchern zu Ende gehen. Grund für den Besucherschwund ist laut den Stadtwerken das durchwachsene Wetter dieses Sommers.

Zu den finanziellen Rahmenbedingungen wollen die Stadtwerke nur so viel preisgeben: „Das Freibad ist immer ein Zuschussbetrieb. Der Mehraufwand durch die Corona- Auflagen kann nicht gedeckt werden.“

Schlossfreibad Sachsenheim

Am Sonntag endete die diesjährige Freibadsaison in Sachsenheim. Mit 23 400 Badegästen konnte der Trägerverein sogar einen kleinen Anstieg gegenüber 2020 verzeichnen, als mehr als 21 000 Badegäste kamen. Ein Durchschnittsjahresbesuch vor Corona war 60 000 Gäste. Die Steigerung trotz weitestgehend durchwachsenem Wetter schreibt Holger Vogt, Vorstand im Trägerverein, den im Verlauf der Saison erlaubten Lockerungen zu. Zuletzt konnte man für das Schlossfreibad sogar komplette Tage buchen. Dennoch sei man über die gesamte Saison nie an die Kapazitätsgrenzen gekommen.

Der Verein schließt die Saison wieder mit einem Defizit: „Wir hoffen, dass wir wieder Anträge auf Unterstützung beim Württembergischen Landessportbund und der Stadt stellen dürfen“, sagt Vogt und verweist auf vergangenes Jahr, als das Defizit durch deren Unterstützung ausgeglichen werden konnte. Falls nicht, müsse der Trägerverein auf seine Rücklagen zugreifen.

Freibad Mundelsheim

In Mundelsheim hat man die Marke aus dem vergangenen Jahr schon übertroffen, obwohl der Betrieb noch bis Donnerstag läuft. 2020 waren es 17 000 Besucher, schon Mitte vergangener Woche wurde dort für diese Saison der 17 500ste Besucher gezählt. „Aufgrund der Verlängerung bis nächsten Donnerstag und des guten Wetters, könnten wir Richtung 20 000 kommen“, sagt Bürgermeister Boris Seitz. Das Jahresergebnis werde sich im Bereich des vergangenen Jahres einpendeln, eher sogar etwas besser sein, so Seitz.

Freibad Löchgau

Eine leichte Steigerung konnte man auch beim Freibad in Löchgau verzeichnen. Vergangenes Jahr kamen gut 11 600 Besucher, nun 12 400, wie der Gemeindekämmerer Marc Löffler verrät. Deshalb bezeichnet er die Saison trotz der Einschränkungen durch Corona als zufriedenstellend. Herausgestochen sei in diesem Jahr der Juni als bester Monat. Dennoch bleibt auch in Löchgau ein Defizit: Den Einnahmen von über 39 000 Euro stehen Ausgaben  von 126 500 Euro gegenüber.

Mineral-Parkfreibad Besigheim

„Positiver als 2020“, bewertet der Besigheimer Kämmerer Roland Hauber die Saison im Mineral-Parkfreibad der Stadt. Es habe mehr Gäste gegeben trotz deutlich schlechterem Wetter. „Aber immer noch viel zu wenige“, so sein Fazit. In Besigheim kamen 2019 noch mehr als 200 000 Badegäste ins Freibad. In der ersten Corona-Saison waren  es  dann nur noch 29 500 und in diesem Jahr 34 000. Finanziell erwartet er ein ähnliches Ergebnis wie 2020, allerdings stehen die genauen Zahlen noch nicht fest.

 
 
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