Biografie Eine Stele für Christoph Ulrich Hahn

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Kurt Sartorius hat ein 24-seitiges Geschichtsheft über Dr. Christoph Ulrich Hahn verfasst. Herausgeber sind die Historische Gesellschaft Bönnigheim und der Zabergäuverein.⇥ Foto: Jürgen Kunz

In einem neuen Geschichtsheft würdigt Kurt Sartorius den württembergischen Sozialreformer und Bönnigheimer Pfarrer. Eine Gedenkstele soll ab 14. Juni an Hahn erinnern.

Er gilt als der bedeutendste Sozialreformer Württembergs im 19. Jahrhundert und war 26 Jahre – von 1833 bis 1859 – Pfarrer in Bönnigheim: Christoph Ulrich Hahn, geboren 1805 in Stuttgart, gestorben am 5. Januar 1881 in seiner Geburtsstadt. Hahns Wirken und dessen Bönnigheimer Vergangenheit ist für Kurt Sartorius als Heimatforscher, Bönnigheimer Geschichtskenner und Vorsitzender der Historischen Gesellschaft Anlass sein Geschichtsheft aus dem Jahr 2015 über das Leben des „warmherzigen Menschenfreunds und tatkräftigen Helfers für Notleidende“ zu ergänzen und 2019 neu zu veröffentlichen.

Doch damit nicht genug. Zwar gibt es im Bönnigheimer Wohngebiet „Käppele“ eine Straße „Ulrich-Hahn-Straße“, Sartorius aber will dem Gründer des Roten Kreuzes in Württemberg – als „Württembergischer Sanitätsverein“ im Jahr 1869 – in Bönnigheim ein Denkmal setzen. Er hat dabei mit dem bekannten baden-württembergischen Historiker Dr. Gerhard Raff einen Unterstützer. Für Raff ist Hahn ein „Pionier der Diakonie und des Roten Kreuzes“, ein „Vorkämpfer für soziale Gerechtigkeit“ und „Wegbereiter des württembergischen Wohltätigkeitswesens“. Da „die dankbare Stadt Stuttgart sein Marmorgrabmal gnadenlos demoliert, abgeräumt und Graß darüber wachsen ließ“, wie es im jetzt neu veröffentlichten Geschichtsheft von Kurt Sartorius heißt, wurde auf Initiative von Raff 2013 zum 150-jährigen Bestehen des württembergischen Roten Kreuzes auf dem Stuttgarter Fangelsbachfriedhof eine Stele aufgestellt.

Eine solche Stele soll am 14. Juni des nächsten Jahres auch in Bönnigheim mit Vertretern vom DRK-Landesverband und der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart enthüllt werden. Beauftragt hat Kurt Sartorius die Stele, finanziert wird diese von der Hanns-A.-Pielenz-Stiftung. „Die Steine dafür habe ich von Gerhard Raff geschenkt bekommen“, erklärt Sartorius im Gespräch mit der BZ. Der Bönnigheimer Steinmetz-Betrieb von Michael Stahl wird die Stele bearbeiten, die Stadt entscheide dann, wo diese aufgestellt wird. Bereits im Sommer 2017, im Rahmen einer BZ-Artikelserie über „Historische Personen, die kaum einer kennt“, waren sich Kurt Sartorius und der Degerlocher Raff – der sagt, er sei einer der Nachkommen von Christoph Ulrich Hahn – einig, sie müssen für ein Denkmal Hahns in Bönnigheim sorgen. Im nächsten Juni, nach knapp drei Jahren, ist es dann soweit.

 
 
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