Albert Schöchle, früherer Direktor, legte 1954 das Blühende Barock als einen „neobarocken“ Garten rund um das Schloss an. Seit damals zieht das Blüba Hunderttausende an Besuchern aufgrund der faszinierenden Blütenpracht, der Symmetrie der Anlage und den Blumenpflanzungen an. „Das ist Gartenkunst“, sagt die heutige Direktorin des Blühenden Barock, Petra Herrling.
Blühendes Barock Ludwigsburg Der Spagat zwischen Gartenkunst und Hitzeresistenz
Zunehmende Hitze und lange Perioden der Trockenheit werden künftig auch Park- und Gartenanlagen wie das Blühende Barock beeinflussen.
Doch aufgrund des Klimawandels, zunehmender Hitze und langen Trockenheitsperioden und „gnadenlos schneidender Sonne“, so Herrling, muss sich auch der Barockgarten wandeln. „Aber wir machen das behutsam, weil die Besucher ja den Park so lieben, wie er von Schöchle geplant wurde“, sagt Herrling. Auch schon unter ihrem Vorgänger Volker Kugel mussten die Pflanzungen den Klimagegebenheiten angepasst werden. Dem Blüba-Besucher entgeht nicht, wenn er in den Südgarten kommt, dass die Beetbänder nicht mehr nur mit Wechselflor bepflanzt sind, sondern mit vielen Staudenpflanzen aufgefüllt sind. „Mehrjährige Stauden kommen mit der Hitze besser klar, deswegen setzen wir mehr und mehr darauf“, sagt Herrling. Das Blüba hat zudem eine eigene Mischung der Bepflanzung machen lassen, die einmal ausgebracht wurde, inklusive Frühlingsblühern und mediterrane Stauden wie Rosmarin, Thymian oder Lavendel, und die jedes Jahr wieder kommt. „Natürlich haben wir dann nicht mehr diese geplanten Farben, also alles in rosa, im nächsten Jahr alles in gelb, wie früher, sondern eher eine Pflanzung wie in einem Bauerngarten, aber diese Pflanzen können der Hitze besser trotzen“, so Herrling. Dennoch: Wechselflor wird es weiterhin geben, die Blüba-Gärtner probieren immer wieder hitzeresistentere Pflanzen aus. Es gibt beispielsweise, so Herrling, Begoniensorten, die die pralle Sonne besser aushalten. Im Weinberggarten werden schon seit Jahren nur mediterrane Pflanzen angebaut, die auch immer wieder kommen. Selbst Palmen und Bananen wachsen dort das ganze Jahr über.
„Wir achten auch mehr auf die Lage, in der wir Pflanzen setzen, der Südgarten ist zum Beispiel der prallen Sonne ausgesetzt“, sagt Herrling. Die Rhododendron-Büsche, sagt sie, würden mittlerweile sehr unter der Hitze leiden. „Sie sind die Hitzeverlierer, nur wenn sie beschattet sind, wachsen sie gut wie oberhalb der Emichsburg.“ Im Platanenweg hingegen könne man gut mit Wechselflor arbeiten, da hier immer Schatten sei.
Wasser zu sparen angesichts langer Trockenphasen ist natürlich auch im Blüba ein Thema. Deshalb werden die Rasenflächen nicht mehr gegossen. „Dann sind sie braun, das ist Natur“, so Herrling. Die gesamte Blüba-Fläche ist mit unterirdischen Wasserleitungen durchzogen, die für Tröpfchenbewässerung sorgen.
Zunehmender Wassermangel auch in den Brunnen
Da die Leitungen in die Jahre gekommen sind, werden sie ausgetauscht. Das Wasser für diese Wasserleitungen kommt aus dem Brunnen im Südgarten, der auch den Schlossgartensee bewässert und durch eine Pipeline den Schüsselessee und die Wasserläufe im unteren Garten und im Märchengarten. „In den letzten Jahren müssen wir aber immer wieder Wasser in Seen und Bäche pumpen, weil die Brunnen weniger Wasser liefern. „Man sieht das auch am Wasserfall unter der Emichsburg, der manchmal nur noch ein Rinnsal ist.“ „Leider haben wir kaum Dachflächen, von denen wir Wasser sammeln könnten“, sagt Herrling.
Weitsichtig, so die Direktorin, war die Pflanzung eines Rosengartens, „die vertragen die Hitze“ und der Kastanien oder Platanen. Andere Bäume wie Buchen oder Eiche, „leiden und werden weichen müssen“, sagt sie. Gut seien auch die schattenspendenden großen Gehölzgruppen im Blüba.
Es sei ein ständiger Spagat, zu entscheiden, wie weit man die Barockelemente belassen könne, um den Charme des Blübas nicht zu zerstören und wo die Symmetrie und die klaren Kanten dieser Gartenarchitektur nachhaltige Mischpflanzungen zulasse. „Wir müssen ausprobieren, was sind erhaltenswerte und was veränderbare Strukturen“, sagt Petra Herrling. Parks und große Gärten aber würden sich verändern müssen.
