Die Liste ihrer Erfolge ist lang: Sieben Welt- und sechs Europameistertitel holte die BMX-Fahrerin. Den ersten EM-Titel feierte die mittlerweile 55-Jährige bereits 1996. Auch auf nationaler Ebene feierte sie zahlreiche Siege in verschiedenen Klassen. So wurde sie bislang 30 Mal Deutsche Meisterin, 24 Mal Bundesliga-Gesamtsiegerin. Auch dieses Jahr verlief für die gebürtige Berlinerin, die seit 2011 für den MSC Ingersheim fährt, bislang sehr erfolgreich.
BMX-Sport Kerstin Meyer ist die erste Frau in der BMX-Hall-of-Fame
Die für den MSC Ingersheim startende Fahrerin ist seit mehr als drei Jahrzehnten sehr erfolgreich und gewann zahlreiche nationale wie internationale Titel.
„Schlammschlacht“ beim Baden-Württemberg Cup
Im April legte sie bei der ersten Runde des Baden-Württemberg-Cups in Stuttgart vier starke Läufe hin und gewann die Frauen-Wertung. War dieser Wettbewerb noch eine „Schlammschlacht“, wie Meyer auf ihrer Homepage schreibt, so waren die Witterungsbedingungen bei den ersten beiden Bundesliga-Rennen, die ebenfalls in Stuttgart ausgetragen wurden, deutlich günstiger. Mit einem zweiten und zwei ersten Plätzen qualifizierte sie sich am ersten Renntag souverän für das Finale. „Auch hier hatte ich einen sehr guten Start, fuhr die erste Kurve allerdings weiter als nötig, sodass es nochmals eng wurde“, schreibt Meyer auf ihrer Homepage.
Siege in der Cruiserklasse an beiden Renntagen
Sie überquerte die Ziellinie als Zweite. Da die Siegerin 40 Jahre jünger war als sie, gewann Meyer die Wertung der Klasse Woman Cruiser 30+. Am zweiten Renntag gewann sie alle vier Durchgänge, inklusive dem Finale, sodass sie einen weiteren Sieg in der Cruiserklasse holte.
Am Muttertagswochenende fanden in Peißenberg die Rennen um die Süddeutsche Meisterschaft statt. Auf den Start auf der für sie bis dahin unbekannten Bahn freute sich die erfolgreiche Fahrerin sehr. Nach drei Vorlaufsiegen am Samstag entschied sie sich für Bahn vier im Finale. „Der gute Start aus der Mitte brachte mich schnell in Führung, der erste Tagessieg ging mit meiner schnellsten Runde des Tages an mich“, berichtet sie. Am Sonntag lief es in der weiblichen Cruiserklasse erneut erfolgreich. Mit Maximalpunktzahl gewann die Ingersheimerin die Süddeutsche Meisterschaft aller Jahrgänge. Ende Mai fanden die Renntage drei und vier der BMX-Bundesliga statt. Auf der umgebauten Bahn in Esselbach gab es bei heißen Temperaturen am ersten Renntag Start-Ziel-Siege für Kerstin Meyer. Am Sonntag musste der Wettkampfbetrieb wegen eines Gewitters unterbrochen werden, doch war die Bahn bis zum Finale wieder trocken. „Ich habe abermals das Maximum herausgeholt und somit den Sieg“, so die mehrfache Bundesliga-Meisterin, die auf dem besten Wege ist, einen weiteren Titel in diesem Wettbewerb zu gewinnen.
Vier weitere Bundesligatermine noch: Neben dem 19. und 20. September wird noch am 3. und 4. Oktober um Punkte gefahren. Nach vier Siegen aus vier Rennen stehen die Chancen auf den Titel sehr gut. Im Juni erhielt Meyer eine besondere Auszeichnung. Sie wurde in die 2024 gegründete deutsche BMX-Hall-of-Fame aufgenommen. Sie ist nicht nur die erste Frau, der diese Ehre zuteil wurde, sondern auch die erste, die noch als aktive Fahrerin aufgenommen wurde. Zuvor waren nur ehemalige verdiente Sportler und Pioniere wie der frühere ZDF-Sportmoderator Aris Donzelli oder Karsten Möller oder Andreas Gillmeister aufgenommen worden. Die ehemaligen Fahrer, gehörten auch der Jury an, die über die Aufnahme in die Hall of Fame entschieden. Auf die Berufung in die Ruhmeshalle darf die Sportlerin mit recht stolz sein.
Sieg bei der DM, gute Platzierungen bei der WM
Auch der MSC Ingersheim teilt auf Social Media regelmäßig die Erfolge seiner Starter bei verschiedenen Wettkämpfen. Insgesamt sind die Ingersheimer sehr gut aufgestellt, sodass der Verein das gute Abschneiden mehrerer Fahrer vermelden kann. Dazu gehört meist auch Kerstin Meyer, die nach der Aufnahme in die Hall of Fame bereits wieder erfolgreich war. Im Juli wurde sie in Ahnatal Deutsche Meisterin der Cruiser Women 30+. Bei der WM in Brisbane wurde sie in der Cruiser Klasse 50+ Vierte, im BMX Rennen 35+ qualifizierte sie sich souverän für das Finale und wurde im Feld von zum Teil 20 Jahre jüngere Fahrerinnen immerhin Siebte.
