Bönigheim/Sachsenheim Christbaum wird immer früher gekauft

Von Jürgen Kunz 
In Sachen Weihnachtsbäume hat Alexander Wachtstetter, der seine selbst kultivierten Nordmanntannen in Sachsenheim an der Abzweigung der Ludwigsburger Straße in die Mühlsteige verkauft, den Durchblick. Foto: /Martin Kalb

Der Weihnachtsbaumverkauf ist angelaufen. Die BZ hat mit Produzenten aus dem Verbreitungsgebiet über Trends und den Aufwand bei den Kulturen gesprochen.

Es gibt einige Gemeinsamkeiten: Seit mehr als 40 Jahren verkaufen Alexander Wachtstetter in Sachsenheim und Slawomir Raducki mit seiner Mutter Teresa Weiß in ihrem Weihnachtsbaumparadies in Löchgau Weihnachtsbäume aus eigenen Kulturen. Seit dem ersten Advent bis zum 24. Dezember ist der Verkauf im vollem Gange.

„Mein Vater Rolf hat den Christbaumverkauf aufgebaut“, sagt Alexander Wachtstetter auf seiner Verkaufsfläche zwischen Bietigheim und Sachsenheim an der Abzweigung der Ludwigsburger Straße in die Mühlsteige Richtung Metterzimmern. Auf einer Fläche von neun Hektar werden bei Wachtstetter Garten- und Landschaftsbau Sachsenheim die Bäume zwischen sechs und zehn Jahre kultiviert. Die kleinen Setzlinge bezieht die Sachsenheimer Firma aus verschiedenen Baumschulen, die sich darauf spezialisiert haben. Pro Hektar werden bis zu 6000 Pflanzen über diesen Zeitraum gepflegt. „Der Aufwand ist erheblich“, erklärt Wachtstetter. Die Kunden wollen schlanke Bäume, die Natur gehe aber in die Breite. So muss bei den künftigen Weihnachtsbäumen zunächst die Spitze gestoppt und das Ausbreiten durch Schneiden, das sogenannte Knippen, begrenzt werden.

Bei Alexander Wachtstetter gibt es nur noch Nordmanntannen, denn „die Kunden wollen keinen stupfigen Baum“, erklärt er. Man müsse eben früh die Trends erkennen. Das Frühjahr mit viel Regen sei in diesem Jahr gut für die Entwicklung der Bäume mit ihrer Pfahlwurzel gewesen. Allerdings habe sich in den vergangenen Jahren das Problem des Sonnenbrands, bei dem die Nadeln braun werden, verstärkt.

Die Preise liegen – nach den Vorschlägen des Verbands – zwischen 22 und 30 Euro pro Meter. Verkauft wird in Sachsenheim bis zum Heiligen Abend um 11 Uhr. „Wir haben auch für die letzten Kunden immer noch ein Bäumchen“, sagt Wachtstätter. Dabei hat er festgestellt, dass die Kunden immer früher ihren Christbaum kaufen: „Manche wollen schon ab dem ersten Advent einen geschmückten Baum.“ In der Familie Wachtstätter steht in diesem Jahr ein 2,5 Meter hoher Baum, der aber erst am 20. Dezember aufgestellt und geschmückt wird.

Auf zehn Hektar Fläche kultiviert Slawomir Raducki vom Weihnachtsbaumparadies im Löchgauer Weißenhof seine Bäume. Auch dort werden mehr als 90 Prozent Nordmanntannen verkauft. Doch bei Raducki gibt es auch Coloradotannen, Kiefern, darunter auch australische Kiefern, Korktannen und Blaufichten. Im Weihnachtsbaumparadies kann man auch seinen Christbaum selber schlagen. Der Kundenwunsch danach sei zwar wetterabhängig, aber „Familien nehmen dieses Angebot sehr gerne wahr“.

Raducki freut sich, wenn auch die „Exoten“ unter den Weihnachtsbäumen von den Kunden angenommen werden. „Die Coloradotanne riecht stark nach Zitrus und Orange, die Blaufichte verströmt einen starken Nadelbaumduft“, merkt er an. Damit man lange Freude am Christbaum hat, empfiehlt Raducki den Baum immer zu gießen. Bei frisch gesägten Bäumen sei es wichtig, diese zunächst bei niedrigen Temperaturen, etwa auf der Terrasse oder in der Garage, für einig Tage zu lagern. Raducki: „Damit der Temperaturunterschied nicht zu hoch ist, muss der Baum sich akklimatisieren.“

Bei ihm wird an diesen Weihnachten eine australische Kiefer geschmückt, ein Baum der „recht dicht und vom Design sehr modern ist“.

An drei Samstagen, 7., 14. und 21. Dezember, verkauft Anna-Sophia Schmid an ihrer Adventscheune des Hofladen Schmid im Heinzenberger Weg 50 in Kleinsachenheim Weihnachtsbäume. „Wir beziehen die Tannen aus dem Kraichgau.“ Die Kraichgautanne komme dieses Jahr vom Feld aus Güglingen von der Familie Höfele, die seit 2000 Christbäume anbaut. Dort werden auf rund 20 Hektar die Bäume kultiviert.

„Die Nordmanntanne ist weiterhin der Baum und die Blaufichte ist auch im Kommen“, sagt Anna-Sophia Schmidt. Darüber hinaus gehe der Trend in Richtung kleinere Bäume. Wie sie betont, seien die „Preise moderat gestiegen“. In Kleinsachenheim können die Kunden nicht nur ihren Christbaum kaufen, in der Adventsscheune gibt es den dazu passenden Schmuck. Zur Pflege des Weihnachtsbaum empfiehlt sie, „nicht anspitzen, keine Rinde entfernen und ins Wasser stellen.“ Ihr persönlicher Lieblingsbaum ist die Nordmanntanne. Zum ersten Mal gibt es auf einer kleinen Freifläche an der Meimsheimer Straße in Bönnigheim einen Baumverkauf der Weihnachtsbaumkulturen Stefan Bopp aus dem Odenwald. „Mein Mann ist während des Jahres immer unterwegs und schaut, wo wir noch unsere Weihnachtsbäume anbieten können“, sagt Lisa Schmid. Der Familienbetrieb wird in zweiter Generation geführt und ist in diesem speziellen Saisongeschäft bereits seit über 35 Jahren tätig. „Wir haben uns auf den Anbau von Nordmanntannen spezialisiert, da diese Baumart die eindeutige Nummer 1 bei unseren Kunden ist. Saftig grüne Nadeln und ein gleichmäßiger, pyramidenartiger Wuchs erfordern einige Arbeitsschritte bis zur Baumernte“, betont Stefan Bopp.

Bis zum 24. Dezember werden die Nordmanntannen in Bönnigheim verkauft.

 
 
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