Bönnigheim Ärger über gekürzte Betreuungszeiten

Von Birgit Riecker
Die Kita-Ganztagsbetreuung wurde zurückgeschraubt – zum Ärger mancher Eltern. Foto: Helmut Pangerl

Für die verringerte Ganztagesbetreuung gab es in der jüngsten Gemeinderatssitzung Kritik von betroffenen Müttern. Diese forderten auch eine bessere Kommunikation von der Stadt. 

Kinderbetreuung, die Erweiterungen der Stadtbücherei sowie des Industriegebiets „Lauffener Feld“ und des Feuerwehrgerätehauses, die Sanierung des Sportstadions und die Verhandlungen um das Stadionsche Schloss: Über Themenmangel konnte sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung wahrlich nicht beschweren. Wenn nichts Dringendes dazwischen kommt, war es wohl die letzte in alter Besetzung. Die Stabübergabe mit den frisch gewählten Bürgervertretern ist für den 9. September geplant.

Mütter fordern Wertschätzung

Unter den Besuchern der Sitzung waren deswegen auch einige künftige Gemeinderäte – sowie zwei Mütter, die ihrem Ärger über die gekürzten Kinderbetreuungszeiten in der Einwohnerfragestunde Luft machten. Ihre Kritik richtete sich an die zwei Stunden kürzeren Zeiten bei der Ganztagsbetreuung in der Villa Kinderbunt und im Schlossfeld von zehn auf nunmehr acht Stunden.

Vor allem die Kommunikation seitens der Stadt stieß ihnen auf: Sie wünschten sich einen Brief des Bürgermeisters mit Stempel. Der würde mehr Wertschätzung für die Eltern ausdrücken als eine Nachricht der Kindergartenleitung in der digitalen Kindergarten-App.

Bürgermeister Albrecht Dautel verwies auf die öffentliche Beratung im Verwaltungsausschuss, auf die zahlreichen Bemühungen Personal zu bekommen und bot ein Gespräch mit den Eltern an, um Lösungen zu finden. Die beiden Mütter betonten, dass sie durchaus anerkannten, dass sich das Personal „krumm“ mache für ihre Kinder. Doch es sei ihnen wichtig, ernst genommen zu werden und ihre Vorschläge vorbringen zu können. Das soll nun geschehen.

Nichts wird hingegen aus dem Antrag der SPD-Fraktion, einen rund 60 Quadratmeter großen Raum neben der künftigen Bücherei im sanierten Bau II als Raum für die ganz Kleinen und als Veranstaltungsraum der Bücherei zuzuschlagen. Fraktionsübergreifend stimmten sechs Räte dafür, neun dagegen und drei enthielten sich. Büchereileiterin Tordis Oder hatte dies in ihren Überlegungen für eine Bücherei der Zukunft befürwortet. Unklar blieb in der Diskussion, ob es eine höhere Förderung dafür gegeben hätte.

Erfolg bei Gewerbegebiet

Erfreut zeigte sich der Gemeinderat über die erneute Auslegung zur Änderung des Regionalplans. „Hartnäckigkeit zahlt sich aus, und dass wir uns einig waren“, sagte Stadtrat Hans-Martin Jäger (UWG). Demnach wird die Erweiterung des Industriegebiets „Lauffener Feld“ voraussichtlich nicht jenseits der Landesstraße, sondern östlich ans bestehende Gebiet anschließend erfolgen. Dazu wird ein regionaler Grünzug verlegt. „Das neue Gebiet geht bis zum Schmiedsberger Weg runter und verschafft uns Planungssicherheit“, sagte Bauamtsleiter Peter Knoll.

Erfreut nahmen die Gemeinderäte auch die Abrechnungen für die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses um eine weitere Stellplatz-Box und die Sanierung des Sportstadions zur Kenntnis. Die Kosten fürs Feuerwehrhaus beliefen sich letztlich auf knapp 338.000 Euro.

1,3 Millionen Euro für Sanierung

Dies vor allem dank des Bauhofeinsatzes und der unentgeltlichen Hilfe der Feuerwehrleute, die mit 260 Stunden zu Buche schlug. Dafür solle es eine Anerkennung geben, wie die Stadträte Frank Müller (FWV/CDU) und Michael Gerdes (UWG) forderten. Letztlich bleiben bei der Stadt gut 1,3 Millionen Euro für die Sanierung des Sportstadions hängen. Verwaltung und Gemeinderat waren sich einig: Es ist das schönste Stadion im ganzen Landkreis geworden.

Was aus dem Stadionschen Schloss wird, ist noch nicht endgültig geklärt. Bürgermeister Albrecht Dautel gab bekannt, der Gemeinderat habe in nicht-öffentlicher Sitzung beschlossen, mit der Private Hotel Collection von Wolfgang Scheidtweiler weiter zu verhandeln. Die Verwaltung sei beauftragt, rechtliche und finanzielle Dinge zu prüfen.

Bereits abgeschlossen sind die Prüfungen über die Trägerschaft des künftigen Naturkindergartens. Hierfür habe der Rat ebenfalls in nicht-öffentlicher Sitzung die Johanniter beauftragt.

 
 
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