Wir fühlen uns hier pudelwohl, wenn es nicht gerade Winter wäre“, sagt Jens Kübler, Bereitschaftsleiter des DRK-Ortsvereins Bönnigheim, im neuen DRK-Haus in Hohenstein. Zwischen 15.000 und 20.000 Euro musste der Ortsverein für die notwendige Möblierung und Ausstattung des neuen Domizils aufwenden, was durch Spenden und Rücklagen des DRK Bönnigheim finanziert wurde. Man sei komplett angekommen im Hohensteiner ehemaligen Feuerwehrhaus, das dem Ortsverein von der Stadt zur Verfügung gestellt wird. Die ersten Schulungen, Besprechungen und Erste-Hilfe-Kurse konnte im neuen DRK-Haus durchgeführt werden.
Bönnigheim Angekommen im neuen DRK-Haus in Hohenstein
Mehr als 15.000 Euro investierte der DRK-Ortsverein Bönnigheim in die Möblierung des neuen Domizils. Da kommt das Aus der Altkleider-Sammlung zur Unzeit.
Man sei „komplett angekommen“, freut sich Kübler im Gespräch mit der BZ, erläutert aber auch die Herausforderungen, die nun noch auf den DRK-Ortsverein zukommen. Für das dritte Fahrzeug – das für den Bevölkerungsschutz zum Einsatz kommt – fehlt noch eine Garage. Nach den ersten Planungen muss dafür der Ortsverein eine Summe zwischen 30.000 und 40.000 Euro aufbringen – und Jens Kübler hofft wieder auf die Spendenbereitschaft aus der Bevölkerung: „Wir machen unseren ehrenamtlichen Einsatz, ja nur dafür, um Menschen zu helfen.“
Zusätzliche Betriebskosten
Auch die nach dem Umzug anfallenden Kosten für Strom und Elektroheizung, für die der Ortsverein nun aufkommen muss, machen dem Vorstand des DRK Bönnigheim Sorgen. Da kommt der Abbau der DRK-Altkleider-Container in Bönnigheim, Hohenstein, Hofen und Erligheim zum Ende des vergangenen Jahres zur Unzeit. In guten Jahren brachten die Aktleidersammlungen mehr als 2500 Euro in das Jahresbudget des Ortsvereins, die nun komplett wegfallen.
„Wir sind allen Spenderinnen und Spendern dankbar, die uns durch ihre Altkleiderspenden über Jahre hinweg unterstützt und geholfen haben“, betont der Bereitschaftsleiter. Wirtschaftlich waren die Altkleider-Container in den letzten Jahren nicht mehr, konnten in Spitzenzeiten bis 115 Euro pro Tonne Altkleider erlöst werden, waren es im vergangen Jahr gerade einmal noch fünf Euro pro Tonne – in Summe 200 Euro.
Hinzu kam ein immenser Aufwand für den Ortsverein durch die Vermüllung des Umfelds der Altkleider-Container, die zudem aufgebrochen und geplündert worden waren. Nachdem Unbekannte in den Container in Hohenstein Böller geworfen hatten, war sogar ein Einsatz der Feuerwehr nötig. „Die vermüllten Container schädigten zunehmend das Image unseres Ortsvereins“, sagt Kübler, der sich noch gut an die Straßensammlungen von Altkleidern erinnert. Seit den 1950er-Jahren gab es diese Sammlung vom DRK Bönnigheim: „Richtig erlebt habe ich die Straßensammlungen in 1990er-Jahren beim Jugend-Rotkreuz.“
Zwei bis drei Mal im Jahr wurden montags die Altkleiderbeutel in den Haushalten abgegeben und am folgende Wochenende eingesammelt. Zu Hochzeiten wurden diese Beutel dann direkt auf dem Güterbahnhof in Bietigheim direkt in Waggons verpackt. „Am Ende gab es für alle Helfer einen riesigen Leberkäsweck. Das war schon klasse“, sagt Jens Kübler – durchaus mit ein wenig Wehmut.
