Wie in der Montagsausgabe bereits gemeldet, hüllt sich der Vorstandsvorsitzende der WG Stromberg-Zabergäu Jürgen Conz gegenüber der BZ in Schweigen. Nach dem in der Generalversammlung angekündigten Informationsabend am Donnerstag, 11. Dezember, zum Stand der Restrukturierung der Weingärtner-Genossenschaft, haben Conz und sein Vorstandsstellvertreter Frank Braun die Mitglieder in einem Rundschreiben informiert. Der Brief vom 16. Dezember liegt der BZ-Redaktion vor.
Bönnigheim/Brackenheim Rebfläche soll halbiert werden
Vor rund 160 aktiven Mitglieder der WG Stromberg-Zabergäu wurde die Restrukturierung vorgestellt.
Darin heißt es, dass Conz und Braun bei dem Informationsabend vor 160 aktiven Mitgliedern der Genossenschaft zwei mögliche Wege aus der Krise erläuterten. Sie stellten die externen Gründe – wie rückläufiger Weinkonsum, Preisverfall, Nachfragerückgang bei Rotweinen – sowie interne Gründe (sinkender Flaschenweinabsatz, Verzögerung bei der Umstellung auf die eigene Vermarktung im Einzelhandel, hoher Rotweinanteil und zurückgehende Erlöse überwiegend im Offenweinverkauf) vor. Nach Vorgaben des Vorstands sei eine deutliche Verbesserung „des Erlös-Mix-Verhältnisses zwischen profitablem Flaschenwein und unprofitablen Offenwein, eine Optimierung des Traubengelds sowie ein ausgeglichenes Betriebsergebnis“ das Ziel einer Restrukturierung.
„Flächenreduzierung zwingend notwendig“
Die Möglichkeit, bei gleicher Anbaufläche und Erzeugungsmenge den Flaschenweinabsatz deutlich zu steigern und den Offenweinverkauf zu reduzieren, wurde von Conz und Braun im Brief „als kein realistisches Geschäftsmodell für die Mitglieder“ beurteilt. In einem zweiten Modell seien Berechnungen mit „deutlich reduzierter Erzeugungsmenge beziehungsweise Rebfläche“ angestellt worden, die zeigen, dass sich bei gleichem Flaschenweinabsatz die mögliche Auszahlungsleistung sofort verbessere. „Dies zeigt, dass eine deutliche Reduzierung der Anbaufläche zwingend notwendig ist. Der anzustrebende Zielertrag sind rund vier Millionen Kilogramm Trauben beziehungsweise 350 bis 360 Hektar Ertragsrebfläche“, so Conz und Braun. Aktuell liegt die Rebfläche der WG liegt bei etwa 720 Hektar.
Der Vorstand setzt „auf eine freiwillige Beteiligung aller bewirtschaftenden Mitglieder“. Um die freiwillige Reduzierung „bestmöglich zu steuern“, werden im Januar in den Ortschaften Gespräche mit den Mitgliedern angeboten, erklärt der Vorstand.
