Die Wochen vor dem 4. Mai 2001 waren in der Erinnerung überaus kreativ. Kurt Sartorius hatte Menschen zusammengebracht, die sich in unterschiedlicher Ausprägung für ein weiteres kulturelles Feld in Bönnigheim einbringen wollten. Es wurde über die Ausrichtung eines möglichen Kulturvereins heftig diskutiert, es wurde um Gemeinsamkeiten gerungen und schließlich trafen 22 Gründungsmitglieder zusammen, um über das Reden hinauszugehen und zu handeln. Claudia Queisser wurde zur ersten Vorsitzenden gewählt, die Stellvertreterfunktion übernahm Joachim Taxis, die Finanzen waren die Aufgabe von Schatzmeister Andreas Hainz. Ute und Thilo Pfeil gehörten ebenso zum Vereinsvorstand wie Meike Junginger, Miriam Staudacher, Roswitha Mann, Jürgen Frenzel, Jürgen Frey, Guido Klöpfer und Martin Optiz.
Bönnigheim Das zarte kulturelle Pflänzchen hat sich prächtig entwickelt
25 Jahre gibt es das Kulturfenster. Die Entscheidung 2005, den Burgplatzkeller als Veranstaltungsraum zu nutzen, hat den Verein maßgeblich geprägt.
Erste Veranstaltung mit Uli Keuler
Am 23. November dann die erste Veranstaltung mit keinem geringeren als dem Kabarettisten Uli Keuler. Zuvor hatte es am 16. September einen Come-Together-Brunch auf des Südseite des Schlosses gegeben, um sich kennenzulernen, Ideen auszutauschen und sich auf Kommendes mit viel Genuss in unterschiedlichen Varianten einzustimmen. Wie kraftvoll der noch jungen Kulturverein war, zeigte sich mit mehr als zehn Veranstaltungspunkten im Jahr 2002, darunter der erste Kunstwettbewerb, den das Kulturfenster in Zusammenarbeit mit der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung in der noch vorhandenen Amannhalle unter dem Thema „Wenn Bäume träumen“ organisierte.
Heute, zwei Vorsitzende später, – auf Claudia Queisser folgte 2007 Wolfgang Schickner, der 2013 den Stab wieder an sie zurückgab – hat das Kulturfenster seit 2020 sechs Vereinsvorsitzenden. Im Jubiläumsjahr sind dies Jens Neubert (Vorsitzender Öffentlichkeitsarbeit), Martin Queisser (Wirtschaftsausschuss), Thilo Pfeil (Finanzen), Monika Neubert (Schriftführerin), Ute Pfeil (Programmausschuss), die als einzige seit Vereinsgründung im Vorstand mitarbeitet, und Dieter Teifl (Burgplatzkeller). Aus den 22 Gründungsmitgliedern wurden in 25 Jahren 108 Vereinsmitglieder, von den sich gut 20 aktiv im Verein und in der Veranstaltungsorganisation einbringen, wie Kassier Thilo Pfeil erklärt, der dieses Amt ohne Unterbrechung sei 2006 inne hat.
Die Sport- und Festhalle am Schulzentrum, das Schloss, der Schlosshof, das Schulzentrum und die leer stehende Amannhalle wurden vom Kulturfenster als Veranstaltungsorte genutzt. Mit einem immensen logistischen Aufwand, so mussten auch oft Stühle und Tische vom Bauhof gebracht und wieder abgeholt werden. Als die Arbeiten des zweiten Kunstwettbewerbs „Impressionen meiner Stadt“ im alten Fasskeller unter der Burg am Burgplatz gezeigt werden konnten, ließ sich erahnen, was für das Kulturfenster möglich wäre, wenn es über den Keller selbst verfügen könnte.
Mutige Entscheidung 20025
Ein Meilenstein für die Vereinsentwicklung war im April 2005 zu verzeichnen: Nach mehreren Diskussionsrunden wurde die Entscheidung getroffen, künftig den Burgplatzkeller als Veranstaltungsraum zu nutzen, was bei den ersten Kulturtagen Bönnigheim in die Tat umgesetzt wurde. Ein überaus mutiger Schritt, denn zusätzlich zu den finanziellen Risiken bei Veranstaltungen, galt es nun die finanzielle Belastung des Kellerausbau zu stemmen.
Noch mussten Stühle und Tische per Lkw aus der Turnhalle in Hohenstein geholt werden, die Bühne konnte von der evangelischen Gemeinde geliehen werden. Ein Wohnwagen der Firma Herzog aus Kirchheim diente als Künstlergarderobe, der Toilettenwagen kam von der Gemeinde Kirchheim. Im Juli 2006 wurde ein Mietvertrag zwischen der Stadt und dem Kulturfenster unterzeichnet. Seit 2007 besitzt der Verein eine eigene Bühne für den Burgplatzkeller, ein unterirdischer Sanitärbereich wurde an den Keller angebaut, ebenso gibt es eine Fluchttreppe sowie ein Belüftungssystem.
Mit einer Kellerparty am Samstag, 28. Februar, 20 Uhr, mit DJ Wolfgang von Blue Wave DJs wird das 25. Vereinsbestehen vorgefeiert. Am Samstag, 9. Mai, steht, wie schon nach der Gründung und zum zehnjährigen Jubiläum, ein Come-Together für Mitglieder, Freunde, Offizielle und Sponsoren im Kalender. Matthias Leucht wird für die musikalischen Umrahmung, Kurt Sartorius für die Unterhaltung sorgen.
