Bönnigheim Der Ganztag bleibt wie er ist

Von Jonathan Lung
Kinder werden an der Ganerbenschule von Dienstag bis Donnerstag zwischen 7.35 und 15.35 Uhr betreut Foto: /Oliver Bürkle

Der Verwaltungsausschuss des Gemeinderats entscheidet sich, keine Ausdehnung der Betreuung voranzutreiben.

Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung in der Grundschule, das sieht das Ganztagesförderungsgesetz vor: Ab dem Schuljahr 2026/27 soll er stufenweise eingeführt werden, beginnend mit den Erstklässlern (die BZ berichtete). Darüber diskutierte auch der Verwaltungsausschuss des Bönnigheimer Gemeinderats in seiner jüngsten Sitzung.

Schulkonferenz lehnt eine Ausdehnung des Ganztags ab

Bönnigheim müsse sich bisher nicht verstecken, was die Kinderbetreuung angeht, unterstrich die Verwaltung. Kinder werden an der Ganerbenschule schon lange von Dienstag bis Donnerstag zwischen 7.35 und 15.35 Uhr betreut, eine ergänzende Schulkindbetreuung erweitert das Angebot von 7 bis 17 Uhr. Die im Mai diesen Jahres durchgeführte Umfrage zeigt die Interessen bei den Eltern der derzeitigen und künftigen Schulkindern bezüglich der Ganztagsschule, ebenso wurde die Schulkonferenz der Ganerbenschule angehört.

Die Schulkonferenz lehnt eine Ausdehnung der Ganztagesbetreuung auf vier oder fünf Tage ab. Es wird vielmehr eine Weiterführung des Ganztagsbetriebs an der Ganerbenschule in der aktuellen Form befürwortet. Eine Reduzierung auf sieben Stunden wird abgelehnt, sowie die Verlagerung des Beginns der Schule auf 8 Uhr.

Bei 296 Abstimmungen zeigte das Umfrageergebnis laut Verwaltung für die Hälfte einen hohen Bedarf an der Ganztagsschule, wobei die andere Hälfte der Rückmeldungen keinen Bedarf an Ganztagsunterricht in der aktuellen Gestaltung angeben. Bezüglich des Zeitmodells gibt es mit 231 Stimmen ein deutliches Votum für drei Tage mit sieben oder acht Stunden Betreuung. Ein Großteil hält die Wochentage Dienstag bis Donnerstag für gut gewählt, für eine Ausdehnung käme voraussichtlich der Montag am besten in Frage.

Auch wenn bezüglich der Kernzeitbetreuung mehrfach der Wunsch auf Ausbau der Betreuung durchgängig bis 14 Uhr oder darüber hinaus angemerkt wurde, weil sie den Erziehungsberechtigten eine höhere Flexibilität bot, bleibt der Gemeinderat bei seiner bereits zum Schuljahr 2017/2018 getroffenen politischen Entscheidung für die Ganztagsschule in der vorliegenden Form.

Beginn der Schule um 8 Uhr bekommt eine Mehrheit

Ein deutliches Votum in der Umfrage war der Beginn der Schule um 8 Uhr. Denkbar wäre, so die Stadt, einen sanften Beginn zu schaffen und den Unterricht erst um 8.20 Uhr für Halbtag und Ganztag zu beginnen. Die Grundschule müsste aber weiterhin im zeitlichen Einklang mit den anderen Schulen am Schulzentrum laufen, allerdings könnte man mittelfristig versuchen, auch Veränderungen beim Schulbusverkehr beziehungsweise Öffentlichem Personennahverkehr herbeizuführen. Die Stadt als Schulträgerin befürwortet dabei einen Schulbeginn an allen Tagen zur selben Uhrzeit, entweder um 7.35 Uhr oder 8 Uhr.

Entscheidung: Ganztag soll freiwillig bleiben

Dorothea Bechtle-Rüster (SPD) fand 7.35 als Schulbeginn „viel zu früh“ und sprach sich gegen einen fließenden Übergang als nicht machbar aus. Auch Gerrit Schwenk (UWG) sah den fließenden Übergang kritisch, ein späterer Anfang sei nicht schlecht, er befürwortete die „Entspannung zur ersten Stunde.“

Eine verpflichtende Ganztagsschule dagegen „kommt für mich nicht infrage“, stellte Christa Häußer (FWV/CDU) klar, und auch Juliane Stahl (UWG) stimmte ihr zu. Auch Bürgermeister Albrecht Dautel unterstrich die Wichtigkeit der Freiwilligkeit des Ganztagesangebots.

Schlussendlich beschloss der Verwaltungsausschuss, im Schuljahr 2026/2027 keine Ausdehnung der Ganztagsschule zu empfehlen. Die Stadtverwaltung wird weitere Maßnahmen ergreifen, um den Rechtsanspruch vollumfänglich zu erfüllen, insbesondere im Zusammenhang mit der kommunalen Ferienbetreuung.

 
 
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