Die Sonne strahlte über den acht Jahrgangsbäumen im Bönnigheimer Sortengarten, als die Flügelnuss des Jahrganges 2025 offiziell angegossen wurde. Rund 70 Kinder waren im vergangenen Jahr in Bönnigheim, Hofen und Hohenstein geboren und somit eingeladen worden, ihren Jahrgangsbaum gemeinsam mit Bürgermeister Albrecht Dautel anzugießen. Bunte Gießkännchen lagen für die 25 Kleinen bereit, die mit ihren Familien der Einladung gefolgt waren.
Bönnigheim Der Jahrgang 2025 kommt zusammen
Beim Jahrgangsbaumgießen kommen die Familien zusammen. Sie werden sich wohl noch häufiger Treffen im Laufe der Entwicklung ihrer Kinder des Jahrgangs 2025.
Bruder hilft dem Schwesterchen
„Bei dem herrlichen Wetter macht das solchen Spaß“, begeisterte sich Stefanie Walter. Ihre Tochter Leonie würde heute ihren Jahrgangsbaum gießen, während der dreijährige Louis schon zum zweiten Mal beim Angießen dabei war. Er würde seinem Schwesterchen helfen und zudem „seinen eigenen“ Baum besuchen.
Der Bürgermeister begrüßte die Familien und stellte den Baum, die kaukasische Flügelnuss vor, der vor vier Wochen gepflanzt worden war. „Er soll als Zeichen der Verbundenheit innerhalb des Jahrganges stehen.“ Denn eines sei klar: Kinder und Eltern werden sich in Bönnigheim immer wieder treffen; sei es im Kindergarten, der Grundschule oder an anderer Stelle. Seit 2018 wird jedes Jahr ein neuer Jahrgangsbaum gepflanzt. Der erste, eine Schwarznuss, fand ihren Platz während Dautels erstem Amtsjahr.
Die kaukasische Flügelnuss, die bei der Pflanzung etwa sieben bis acht Jahre alt war, wächst schnell und soll ein prächtiger, ausladender Baum werden. Allerdings sind die Früchte ungenießbar. Wie alle anderen Bäume hier, wird sie von Martin Waibler und dessen Kollegen vom städtischen Bauhof gepflegt. „Wir versuchen, ausgefallene Baumsorten zu finden,“ erläuterte Waibler, dem es wichtig war, dass der Baum mit Trockenheit gut zurechtkommt.
Um das Wasser machten sich die Kinder jedoch keine Sorgen. Immer wieder füllten sie, hoch konzentriert, ihre Kännchen und gossen voller Freude – ab und zu sogar die eigenen Füße, was bei den sommerlichen Temperaturen niemanden störte. Gerne halfen ihnen die älteren Geschwister, Verwandte oder Freunde, die auch eingeladen worden waren. Die kleine Gießkanne durften die Kinder zur Erinnerung mitnehmen.
Christoph Opitz, selbst in Bönnigheim aufgewachsen, hatte das Jahrgangsbaumgießen zu einem Familienfest ausgeweitet. Sein Sohn Emil hatte bereits am Nachmittag mit den Eltern, Großeltern und der 90-jährigen Urgroßmutter zuhause gefeiert und hielt nun seine Gießkanne eifrig fest. Schnell hatten nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen erste Kontakte geknüpft, saßen gemütlich an den Tischen im Grünen und genossen die spendierten Brezeln und Getränke, während der Multifunktionskünstler Di Henio mit Musik, Seifenblasen und Luftballontieren für Unterhaltung sorgte.
Nachlesen, was die Jugend bewegte
„Wenn die Kinder erwachsen sind, gibt es ihren Baum immer noch“, sinnierte der Bürgermeister. „Dann können sie ihn anschauen und lesen, was die Jugendlichen im entsprechenden Jahr bewegt hat“. Denn an jedem Baum wird ein Schildchen mit dem Steckbrief des Baumes und den jeweils aktuellen Jahresthemen angebracht. Demzufolge wurde 2025 bei den jungen Leuten die Nachhaltigkeit im Alltag als selbstverständlich gedacht. 60 Prozent dieser Generation blieb trotz des enormen Druckes optimistisch, sie nahmen die Konflikte in der Welt wahr, forderten die Freiwilligkeit des Wehrdienstes und erlebten die Künstliche Intelligenz.
