Bönnigheim Der Stromberglauf bleibt ein Renner

Von Walter Christ
Beim Stromberglauf in Bönnigheim. Hier: der Start des Laufs über fünf Kilometer. 1066 Teilnehmer liefen über zwei, fünf und zehn Kilometer. Foto:  

Insgesamt 1066 Menschen nehmen am 27. Wettbewerb über zwei, fünf und zehn Kilometer teil. Hunderte von Zuschauern feuern sie dabei an.

Bei idealer Witterung rannten am Samstagnachmittag über tausend vornehmlich Freizeitsportler am westlichen Rand der Ganerbenstadt um die Wette durch Feld und Flur. Der Eifer vom 6- bis 82-Jährigen war bei dem nach wie vor populären Event rundum spürbar, auch wenn es dabei nicht um Reibach ging, sondern vielmehr um „Ruhm und Ehr‘“, Spaß an der Freud‘.

Hatten die annähernd hundert fleißigen Helfer von den Veranstaltern TSV Bönnigheim beziehungsweise LG Neckar-Enz und deren Förderverein bei dem auch von der Stadt Bönnigheim, der Stromberg-Zabergäu-eG, der Walter-Amos-Stiftung und etlichen namhaften weiteren Sponsoren unterstützten Ereignis alle Hände voll zu tun, so waren auf den Strecken insbesondere die Füße und Puste relevant.

Steiler als sonst

Diesmal ließen die Sportlerinnen und Sportler wegen Umleitungen die Innenstadt ab dem Startpunkt/Ziel Strombergkeller in der Cleebronner Straße quasi links liegen und begaben sich gen Tripsdrill durch die noch herbstlich angehauchten Flure. Nicht einfach das Ganze, wie beispielsweise der Senior aller Zehn-Kilometer-Athleten, der 82-jährige Otto Müller aus Heilbronn, einigermaßen gallig stöhnte. Der „sch… Buckel“ hat ihm demnach „alles versaut“.

Andere wiederum sprachen auch von schwieriger Tour, waren aber umso mehr von der tollen Natur und der Organisation begeistert. Wie etwa der Sieger des Zehn-Kilometer-Laufs Enes Zulic. Seit 20 Jahren ist der 40-jährige Logistik-Koordinator Profi, wohnt seit acht Jahren in Freiburg/Breisgau und lief am Samstag in seinem Start-Ziel-Sieg den anderen, sportlich gesehen, „meilenweit“ voraus.

Ganz anders war es dagegen bei den 308 Läuferinnen und Läufern über die 5000-Meter-Distanz. In einem Kopf-an-Kopf-Rennen obsiegte schließlich in einem Finish, bei dem man im Fußball vermutlich den VAR bemüht hätte, Francesco Pfingsttag (Bottwartal) hauchdünn vor Sebastian Magiera aus Brackenheim. Souverän dagegen wiederum der zehnjährige Louis Matthew Richter vom TSV Untergruppenbach. Ein Leichtathletik- und Fußball-affiner Seriensieger mit bereits gut bestückter Trophäen-Vitrine.

Bei den Läuferinnen allen voran, die von den professionellen Moderatoren Michael Joos und Tom Haller bereits vor dem Start hochgelobte Zehn-Kilometer-Favoritin Bettina Englisch von der TSG Heilbronn.

Laufen als Integrationschance

Unter den vielen Akteuren gab es auch Zeichen einer gelungenen Integration, wie zwei herausgepickte Beispiele des inzwischen in Heilbronn lebenden Marokkaners Rahal Mouchtari oder eines gebürtigen Kenianers, der seit 20 Jahren in Bönnigheim lebt, zeigen.

Nicht zu vergessen die ältere Generation bei diesem laut LG-Neckar-Enz-Urgestein Rose Müller 1995 durch Roland Müllner inszenierten Bönnigheimer Straßenlauf. Etwa der 78-jährige ehemalige Kardiologe aus Bietigheim-Bissingen, Dr. Gerhard Merz. Zwei- bis dreimal pro Jahr ist er diesbezüglich auf Achse, rannte auch schon mal in Athen, und die Events in Bönnigheim sowie Ilsfeld und der Bietigheimer Silvesterlauf sind für ihn Ehrensache. Dass er den einen oder anderen altbekannten Kontrahenten als 211. in einer „super Zeit“ hinter sich gelassen hatte, freute ihn diebisch. Er ging sogar einmal zwei Meter vor dem Sieger Zulic durchs Ziel – hatte dort dann freilich noch eine Runde mehr zu laufen.

Weniger Teilnehmer als 2024

Dass diesmal etwas weniger Teilnehmer als im Vorjahr (über 1200 Anmeldungen) gekommen waren, führt der Chef der Veranstaltung Markus Stahl vom TSV Bönnigheim zum einen auf die geänderte Strecke, zum anderen darauf zurück, dass Läufe im Herbst zunähmen und es somit immer mehr Konkurrenz gebe. Aus gutem Grund war er aber mit dem 27. Lauf unterm Gebirgskamm Stromberg durchaus zufrieden.

Möglicherweise ist 2026 ja auch Bönnigheims Bürgermeister Alfred Dautel mit auf der Piste, zumal er als Schirmherr bereits mit Turnschuhen gekommen war, per Sirene jeweils das Startsignal gab und Siegerehrungen vornahm. Dass er nicht mitrannte, hat, wie er schelmisch verriet, einen Grund: „Ich hatte eine zu schlechte Vorbereitungsphase, weil es so viele Sitzungen gab und unser Gemeinderat so anspruchsvoll ist, dass mir keine Zeit zum Trainieren blieb.“

Die Bestplatzierten beim Bönnigheimer Stromberglauf

Einzelläufer und -läuferinnen
Zehn-Kilometer-Lauf männlich: 1. Enes Zulic, Bosnien-Herzegowina, 35:23 Minuten. 2. Tobias Hohmeier, KIT SC, 36:56. 3. Manuel Hekel, Team Blau Bietigheimer Fackellauf, 38:00.

Schulen
Mittelstufe: 1. Sophie La Roche-Realschule Bönnigheim 1 (Marco Krestel, Ella Schütz, Alexander Stief, Malin Bartz und Paulina Linke), 1:58:29. 2. FSS Besigheim 1 (Kilian Huber, Ben Eisele, Luke Lafnitzegger, Lynur Krämer und Mia Wittenmeier), 2:07:46. 3. Sophie La Roche-Realschule Bönnigheim 2 (David Laumann, Mona Kopf, Maria Sick, Leonidas Papadopoulos und Viktoria Weber), 2:09:35.

 
 
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