Der Fundus der Historischen Gesellschaft im Obergeschoss des Kavaliersbau scheint unermesslich zu sein. Unter den zahllosen Sammlungsstücken sind auch viele Fotos und Exponate aus Haushaltsauflösungen. Häufig sind es private Motive, aber eben auch einige, die die Entwicklung der Stadt dokumentieren.
Bönnigheim Die Entwicklung der Stadt auf 70 Motiven
Am Sonntag wird die neue Sonderausstellung „ZeitSpuren Bönnigheim – vom Kupferstich zum Smartphone“ im Schwäbischen Schnapsmuseum eröffnet.
„ZeitSpuren Bönnigheim – vom Kupferstich zum Smartphone“ ist der Titel der neuen Sonderausstellung im Schwäbischen Schnapsmuseum, und „wir wollen die Entwicklung Bönnigheims damit zeigen, wobei sich bis ins 20. Jahrhundert eigentlich nicht viel verändert hat“, sagt der Vorsitzende der Historischen Gesellschaft, Kurt Sartorius, der zusammen mit seinem Museumsteam Silke und Daniel Seybold sowie Angelika Fischer den Fundus in wochenlanger Arbeit durchforstet hat.
Aus 200 Bildern und Sammlungsstücken ausgewählt
Mehr als 200 Bilder und Ausstellungsstücke aus der Museumssammlung mit Motiven alter Häuser galt es zu katalogisieren und auszuwählen. „Von diesen haben wir nun wieder etwa 80 für die Ausstellung verwendet, die nun gezeigt werden“, erklärt Sartorius. Von den ersten Abbildungen der Stadtansichten bis zu Aufnahmen mit dem Smartphone werden nun Bilder ausgestellt, welche die Entwicklung Bönnigheims zeigen.
In unterschiedliche Themenbereiche wie Köllesturm – der das am meisten vorhandene Motiv ist –, Merian, Schafhaus, Gässle, Wein, Ansichten und Ganerbenbruch ist die Ausstellung aufgeteilt. „Ungewöhnlich ist, dass es keine Motive mit dem Schloss in unserer Museumssammlung gibt“, merkt der ehrenamtliche Museumschef an. Zu den Ausstellungsstücken gehört die älteste Abbildung Bönnigheims von Matthäus Merian, welcher 1643 die Ansicht der Stadt überliefert hat. Dazu kommen Bilder, welche in jüngerer Zeit das Motiv von Merian verwenden. Andreas Kieser (1618 bis 1688) hat Bönnigheim zweimal gezeichnet, in einer Nord- und einer Südansicht. Bei seinen 684 Abbildungen wurde von ihm nur Tübingen und Bönnigheim zweimal gezeichnet, schließlich wurde Bönnigheim damals das Rothenburg des Zabergäus genannt.
Außer Bilder, Zeichnungen, Glasbilder und Schmuckteller kommen auch Abbildungen auf Gläsern, Volksmarschabzeichen oder ähnliches dazu. Ein ungewöhnlicher Träger für eine Stadtansicht ist ein Glaspokal. Diesen bekam 1852 Samuel Christian Friedrich Kleinmann, welcher von 1800 bis 1833 der Pfarrer in Bönnigheim war. Auch ein Ölgemälde aus dem Jahr 1946 mit einer Ansicht Hohensteins des Bönnigheimer Künstlers Bruno Diemer, das sich im Besitz der Historischen Gesellschaft befindet, ist ausgestellt, ebenso wie Aquarelle von Wilhelm Wöhr aus Eibensbach, der nicht nur in der Firma Amann gearbeitet hat, sondern auch die Ehrenbezeichnung „Maler des Zabergäus“ erlangt hatte.
In einer kleinen Multimediaschau, die Daniel Seybold zusammengestellt hat, werden darüber hinaus acht außergewöhnliche Exponate mit entsprechender Erläuterung präsentiert.
