Bönnigheim „Durchwachsen und ereignisreich“

Von Jürgen Kunz
Die Zuhörerplätze sind ein eher ungewohnter Platz im Bönnigheimer Ratsaal für Bürgermeister Albrecht, der für die Bietigheimer Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung auf des Jahr 2025 zurückblickte Foto: /Oliver Bürkle

Bürgermeister Albrecht Dautel spricht über die kommunalen Herausforderungen im Jahr 2025 und freute sich über viele „schöne Ereignisse“.

Es waren die eher unspektakulären Ereignisse, die Bürgermeister Albrecht Dautel nennt, um ein Resümee des Jahres 2025 zu ziehen. „Durchwachsen und ereignisreich“, so beschreibt der Bönnigheimer Rathauschef sein letztes Amtsjahr, bevor er sich im April 2026 erneut dem Wählervotum für eine weitere Amtszeit als Bürgermeister stellt. Geprägt war das nun zu Ende gehende Jahr von der Notwendigkeit der Haushaltskonsolidierung. Am Anfang des Jahres hat die Stadt einen Haushaltserlass vom Landtagsamt erhalten, in dem sie aufgefordert wurde, für den Haushaltsplan 2026 ein Sparkonzept vorzulegen.

60-Punkte-Konzept zur Haushaltskonsolidierung

„Das Landratsamt hat also gesagt, überlegt euch Sparvorschläge“, erklärt der Bönnigheimer Bürgermeister. Dies sein dann das Thema gewesen, mit dem sich Bürgermeister, Gemeinderat und Verwaltung das Jahr hindurch kontinuierlich beschäftigt haben. Im Oktober wurde dann letztendlich das Konzept mit rund 60 Punkten beschlossen. Dautel: „Da sind wir sozusagen gerade in der Abarbeitung. Ausgabenreduzierung in vielen Bereichen, wo wir Budgets gekürzt haben, und auf der anderen Seite auch die Beschränkung der Personalkosten, die wir eingefroren haben auf den Stand von 2025.“ Das bedeutet, die Stadt will die Personalkosten nicht erhöhen.

„Faktisch heißt es aber, dass wir einsparen müssen, denn die tarifliche Steigerung haben wir natürlich trotzdem“ betont der Verwaltungschef. „Dank eines verantwortungsvollen Umgangs mit unseren Ressourcen und vieler gemeinsamer Anstrengungen“ sei man nun auf einem stetigen Weg, den Haushalt zu stabilisieren und zugleich weiter in die Zukunft zu investieren.

„Und ob uns das am Ende des Tages durch die Zeit reicht, werden einfach dann das nächste und das übernächste Jahr bringen, je nachdem wie die restlichen Rahmenbedingungen sich entwickeln“, sagt Dautel.

„Wir haben die Ausschreibung noch einmal gemacht für unser Schloss“, sagt der Bürgermeister. Man habe mit dem seitherigen Betreiber beschlossen, dass man das Hotelprojekt im Stadionschen Schloss nicht mehr gemeinsam weiterverfolgen wolle. Dautel: „Wir haben jetzt gerade einen Interessent, der sich eine Frist bis Anfang nächsten Jahres ausbedungen hat, um dann ein Konzept vorzulegen und das warten wir jetzt ab.“ Der Bönnigheimer Bürgermeister geht davon aus, dass die Stadt Anfang 2026 entsprechend ein Konzept bekommen wird, mit dem man dann auch weiter in Gemeinderat umgehen will. Es sei weiterhin geplant, dass dort ein Hotelbetrieb installiert wird. „Also wir haben da einfach noch einmal eine Runde gedreht.“

Stadt hält am Windkraftstandort Rotenberg fest

Bewegt habe Verwaltung und Gemeinderat auch das Thema Windkraft, betont Dautel. In diesem Jahr sei der Regionalplan fortgeschrieben worden. Mit der Entscheidung der Regionalversammlung im Dezember ist der Bönnigheimer Standort Rotenberg, der als bestehendes Windkraftgebiet seit 2015 im Regionalplan war, herausgefallen. Man habe im Vorfeld versucht, politisch dagegen zu intervenieren und einen einstimmigen Beschluss im Gemeinderat gefasst, „dass wir auch dieses Thema weitertreiben“. Die Stadt habe nochmals versucht, über die Regionalräte zu signalisieren, „wir möchten unser Gebiet eigentlich gern behalten“. Aber es sei eben ein Flora-Fauna-Habitat(FFH)-Gebiet, „der Heilige Gral des Regionalverbandes“, wie es der Bönnigheimer Bürgermeister formuliert. Trotz der aktuellen Situation, dass man aus dem Vorranggebiet herausgefallen sei, gehe die Planung am Rotenberg weiter. Das bedeutet, dass die Genossenschaft Energeno Heilbronn-Franken, mit der die Stadt einen Vertrag hat, die zurzeit laufende artenschutzrechtliche Vorprüfung fortsetzen werde.

Bis nächstes Frühjahr soll das Ergebnis vorliegen. Dautel: „Je nachdem, wie das Ergebnis ist, werden wir damit umgehen.“ Wenn herauskomme, dass man an diesem Standort keine Windkraftanlage betreiben soll, „dann wird das so sein“, sagt der Bürgermeister. Wenn das Ergebnis aber anders ausfallen werde, werde man im Gemeinderat überlegen, welche Möglichkeiten man über Zielabweichungs- oder Bebauungsplanverfahren habe, um trotzdem am Rotenberg eine Realisierung zu bekommen.

„Wir hatten dieses Jahr im städtischen Bereich sehr viele schöne Ereignisse und Erlebnisse“, sagt Dautel im Rückblick auf das Jahr 2025. „25 Jahre gelebte Freundschaft“ nennt er den Besuch zum Partnerschaftsjubiläum in Balatonbolglár. Eine 60-köpfige Delegation aus Bönnigheim zu der auch verschiedene Vereine gehörten war an Pfingsten in Ungarn.

Idee aus der Bevölkerung: Förderverein fürs Freibad

Im Mai konnte die Freibadsaison gestartet werden, zum ersten Mal mit dem Solarbetrieb. Rechtzeitig vor Saisonbeginn habe man so das Freibad für die Zukunft fit gemacht. Eine moderne Luft-Wärmepumpe ersetzt nun die alte Gasheizung. Ein Fundraising-Aktion zur Finanzierung der Solaranlage sei, so Dautel, nicht nur gut von den Bönnigheimern angenommen worden, daraus sei auch in der Bevölkerung die Überlegung entstanden, ob man nicht einen Förderverein für das Freibad gründen könnte. Am Weihnachtsmarkt sei an einem Infostand darüber informiert worden. „Also das ist eine gute Sache“, so der Bürgermeister.

Mit 80 geladenen Gästen, darunter der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl, wurde Anfang November 50 Jahre Gemeindeverwaltungsverband von Bönnigheim, Erligheim und Kirchheim gefeiert werden. Die „praktisch gemeinsame Gemeinderatssitzung“ zum Jubiläum habe gezeigt, „dass es in Zukunft immer mehr nötig sein wird, auch interkommunale zusammen zu arbeiten“. Was 1975 mit einem Verbandsbauamt begonnen hat, habe sich bis heute zur „ersprießlichen Zusammenarbeit“ entwickelt. Etwa durch die Musikschule mit ihren Bläserklassen, den Schulverband Erligheim-Hofen oder die Sozialstation. 2026 sollen die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit im Bereich der bisher drei Bauhöfe beraten werden. Dautel: „Im nächsten Jahr wollen wir einen Grundsatzbeschluss fassen, dass wir miteinander überlegen, die Bauhöfe organisatorisch zusammenzuführen.“

Gespräche mit Investoren können aufgenommen werden

Positiv bewertet Dautel natürlich auch den Fortschritt des 14-Millionen-Projekts Umbau und Sanierung des Bau II im Bönnigheimer Schulzentrum. Ein Thema, das schon jahrelang ein Anliegen für ihn sei, konnte zum Jahresende auf den Weg gebracht werden: Ein Drogeriemarkt an der Meimsheimer Straße. „Dass man das grundstücksmäßig mit einem Privateigentümer und auch mit einem Entwickler hinbekommen hat, das ist positiv“, freut sich der Bürgermeister.

Nachdem der DRK-Ortsverein im ehemaligen Hohensteiner Feuerwehrhaus eine neue Bleibe gefunden hat und die DLRG am Freibad sind weiterentwickeln kann, können für das marode frühere Feuerwehrhaus an der Lauffener Straße 2026 Gespräche mit möglichen Investoren aufgenommen werden.

 
 
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