Bönnigheim Ehepaar Albrecht feiert 60. Ehejubiläum

Von Susanne Yvette Walter
Ruth und Walter Albrecht feiern Diamantene Hochzeit.&x21e5; Foto: privat

Bei ihrer Diamantenen Hochzeit schaut das Ehepaar Walter und Ruth Albrecht aus Bönnigheim auf ein gemeinsames Leben mit christlichem Glauben als Leitfaden.

Walter und Ruth Albrecht sind 60 Jahre beieinander. Sie sind sich nicht nur gegenseitig seit Jahrzehnten Stütze und Begleitung, sie stärken auch anderen den Rücken. „Es ist Gottes Wille, dass wir Gemeinschaft haben und füreinander da sind. Wir singen, beten und wir lachen miteinander“, bringt es der 85-jährige Jubilar auf den Punkt, was dieses Paar im Kern verbindet. Beide kommen aus Elternhäusern, die ihr Leben nach den Botschaften in der Bibel ausgerichtet haben. Nächstenliebe und ein respektvoller Umgang stehen dabei ganz oben auf der Skala.

Sozial engagiert

Noch heute engagiert sich die 82-jährige Jubilarin im sozialen Bereich und geht mit Menschen im Rollstuhl spazieren. Das war zumindest vor der Corona-Pandemie so. Für beide gehört das Leben in der evangelisch-methodistischen Gemeinde als fester Bestandteil ihrer Ehe dazu. Bis vor einem Jahr sangen beide dort im Chor und noch immer besuchen sie regelmäßig die Gottesdienste, auch online, als es pandemiebedingt nicht anders möglich war.

Walter Albrecht erzählt gerne und auch viel zu erzählen hat. Er stammt aus Hinterpommern, aus dem Kreis Stolp und blieb dort bis 1957. „Meine Eltern waren Pommersche Bauern. Die Russen besetzten nach dem Krieg die großen Landgüter. 1950 zogen sich die Russen zurück und überließen das Gebiet den Polen“, erzählt er. Seine Umsiedelungsgeschichte führte Walter Albert zunächst nach Schleswig Holstein zur älteren Schwester, die dort lebte. Albrecht machte eine Ausbildung zum Elektroinstallateur und holte in der Abendschule die Fachhochschulreife nach, um zu studieren. 

Seine Frau Ruth stammt ebenfalls aus Pommern und wurde zusammen mit ihrer Mutter 1947 vertrieben. Mutter und Tochter landeten in Leipzig in einem Lager. Ihr Vater war in Italien Soldat. Ein Kamerad aus Bietigheim nahm Ruth Albrechts Vater mit nach Bietigheim, erzählt Albrecht. „So kam der Vater nach Kleinsachsenheim.

In Schleswig-Holstein getroffen

Bei einem Verwandtenbesuch in Schleswig Holstein lief sich das Paar zum ersten Mal über den Weg. Am 9. März 1962, genau heute vor 60 Jahren, haben sie geheiratet. In Sindelfingen hat Walter Albrecht daraufhin seine Laufbahn weitergeführt und eine Ausbildung zum Nachrichtentechniker gemacht. „Damals gab es noch kein Telefon und wir hatten noch gar kein Auto. Wir haben uns nur am Wochenende gesehen, als er mit dem Zug kam“, erinnert sich Ruth Albrecht. Die Deutsche Bundespost habe damals Fachleute in der Nachrichtentechnik gesucht und sei für deren Studium aufgekommen. Das war die Eintrittskarte für Walter Albrecht.

Seine Frau Ruth hat sich in der Gemeinde eingebracht. Beide waren in der Sonntagsschule als Leiter engagiert und haben Missionsarbeit geleistet. Später war Ruth Albrecht bei Frauenfrühstückstreffen dabei und organisierte mit. „Wir sitzen gerne zusammen und lesen miteinander die Bibel. Wir haben einen anderen Lebensentwurf als viele und Gott hat uns zusammengehalten und stark gemacht“, ist Walter Albrecht überzeugt.

Seine Frau Ruth hat die eigene Laufbahn nach der Höheren Handelsschule zurückgestellt wegen der drei Kinder, die das Paar zusammen bekam, zwei Mädchen und einen Jungen. „Die Töchter leben in der Nähe, der Sohn lebt in der Schweiz“, erzählt Ruth Albrecht. Mit den Töchtern steht das Jubelpaar im ständigen Austausch. „Ich koche für die Kinder meiner Tochter noch immer jeden Tag. Das entlastet sie.

Seit 15 Jahren in Bönnigheim

Seit 15 Jahren leben die Albrechts nun in Bönnigheim, vorher waren sie in Kleinsachsenheim zuhause. Heute leben sie im Haus der Tochter in Bönnigheim. Auch für ihre acht Enkel hat sich das Paar über die Jahre immer eingesetzt. Reisen war immer ein großes Thema: „Wir hatten die letzten 20 Jahre ein kleines Wohnmobil. Mit dem sind wir mindestens einmal im Jahr nach Polen gefahren in die alte Heimat“, erzählt Walter Albrecht. Auch in Deutschland hat das Paar zusammen mit den Kindern viele Ziele angesteuert. „Wir waren Camper mit Leib und Seele, bis mein Knie Probleme machte und ich nicht mehr so fahren konnte“, erinnert sich der Jubilar.

Ihren Jubeltag verbringen die Albrechts im kleinen Kreis. Die Goldene Hochzeit vor zehn Jahren hatten sie noch mit einem großen Fest gefeiert.

 
 
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