Regen, Regen, Regen und keine 38 Grad.“ So lauten die Wünsche von Revierleiter Burkhard Böer für den Bönnigheimer Stadtwald. Zusammen mit Fachbereichsleiter Dr. Simon Boden vom Landratsamt präsentierte er im Gemeinderat den Waldzustandsbericht und den Forstbetriebsplan 2026.
Bönnigheim Eichen aller Altersstufen prägen den Stadtwald
Revierleiter Burkhard Böer und Fachbereichsleiter Dr. Simon Boden präsentieren dem Gemeinderat den Waldstandbericht.
2025: Trockenstes Frühjahr seit Wetteraufschrieb
Der Winter 2024/2025 habe zwar mit seiner großen Feuchtigkeit gute Startbedingungen für den Austrieb geliefert. Doch das darauffolgende Frühjahr, „das trockenste seit den Wetteraufschrieben“, habe wieder viel absterben lassen. „Und der Wald hat ein Gedächtnis wie ein Elefant“, führte Böer weiter aus. Als kleines Warnzeichen nahmen die Forstleute wahr, dass die Bäume bis Juli Blätter abwarfen.
Letztlich fehlten von den durchschnittlich 700 Millimeter Regen im Jahr ganze 187 Millimeter. Die Folgen seien eine reduzierte Vitalität und eine höhere Anfälligkeit für Schädlinge, so Böer. „Bei dem starken Regen am Anfang des Jahres wuchsen die Brombeeren zwischen 40 und 50 Zentimeter pro Woche.“ Doch für die alten Buchen kam die Feuchtigkeit zu spät. Und das feucht-warme Klima im Frühjahr sei ein richtiges Pilzklima gewesen. So tobten das Eschentriebsterben und der Eichenprachtkäfer im Wald. „Der Bönnigheimer Wald ist mit 52 Prozent Spitzenreiter bei der „zufälligen“ Zwangsnutzung“, sagte Dr. Simon Boden. „Das Waldklima steht nach wie vor auf der Kippe.“
Zukunftsträchtige Aufzucht der Eichenkultur
Nicht planbare Bodenfröste ließen die Erschließung unbrauchbar werden. Gelungen ist jedoch die Erweiterung der Feuchtgebiete, die der Stadt Ökopunkte brachte und die zukunftsträchtige Aufzucht der Eichenkultur zwischen Pfeifferhütte und Wolfstein. Sie errege sogar überregionale Beachtung, führte Böer aus. Im aktuellen Winter sei die Arbeit vor Ort schwierig zu organisieren, das Eschentriebsterben am Krappenberg und auch wieder am Altertum „hätt ich nedd braucht“, so Burkhard Böers O-Ton.
In diesem Jahr seien übrigens auch Nachpflanzungen im Hohensteiner Wäldle geplant. Und auf der Fläche von 20 Sportplätzen werde die Jungbestandspflege erfolgen. Dafür gab es ein Extra-Lob von Gemeinderätin Christa Häußer (FWV/CDU): „Das Ausmähen ist eine Leistung“, stellte sie fest. Höhere Holzerlöse vor allem bei den Eichen seien jedoch in diesem Jahr zu erwarten. Der Brennholzmarkt habe sich normalisiert. Bei der ersten Versteigerung sei alles verkauft worden.
Betriebsplan schließt mit einem Minus von 700 Euro ab
Am 24. Februar werde ein zweiter Termin zusammen mit dem Kirchheimer Holz abgehalten. Einstimmig verabschiedete der Bönnigheimer Gemeinderat den Forstbetriebsplan 2025, der mit einem Minus von 700 Euro abschließt.
