Tamara und Fabian fühlen sich, wie sie sagen, schon jetzt pudelwohl an ihrem neuen Arbeitsplatz. Die beiden sind Beschäftigte der Theo-Lorch-Werkstätten am neuen Standort in Bönnigheim. Vorher arbeiteten sie in der Werkstatt in Bietigheim-Bissingen. „Unsere Beschäftigten haben das Recht ihren Arbeitsort selbst zu wählen, und sowohl Tamara als auch Fabian wollten in Bönnigheim arbeiten“, sagt Isabell Brando, Pressesprecherin der Theo-Lorch-Werkstätten. Auch Werkstattleiter Jochen Türk freut sich, nun an seinem Wohnort auch arbeiten zu können.
Bönnigheim Ein offenes Haus der Arbeit und Begegnung
Am Sonntag wird der neueste Standort der Theo-Lorch-Werkstätten in der Robert-Bosch-Straße 10 mit einem Tag der offenen Tür übergeben.
Seit Februar sind die 36 Menschen mit Behinderung schon in dem neuen Gebäude, betreut von acht Fachkräften. „Die Vorgabe für die Architektur des Gebäudes war, dass es sehr großräumig, offen und freundlich gestaltet wurde“, so Brando. Denn die Idee dahinter ist, dass es Kooperationen mit örtlichen Institutionen oder Vereinen geben soll, wie auch am Tag der offenen Tür am kommenden Sonntag einige Bönnigheimer Vereine und Schulen mitmachen. „Wir haben viele Räume, beispielsweise ein großes Konferenzzimmer, da könnte man inklusive, gemeinsame Kurse für Menschen mit und ohne Behinderungen durchführen. In der Bönnigheimer Werkstatt sind die Arbeitsräume groß und weitläufig und gehen ineinander über. Jeder weitere Raum hat einen eigenen Schwerpunkt wie Sport, Musik, Spiele, kognitive Übungen oder für arbeitsbegleitende Angebote. Hier werden Alltagsherausforderungen wie der Umgang mit Geld, das Einkaufen, das Bus fahren oder die Wahlen geübt.
2010 schon hat die GmbH das Grundstück in Bönnigheim gekauft, um darauf neu zu bauen, um vor allem den überbelasteten Standort Bietigheim-Bissingen zu entlasten. 2019 wurde der Bau genehmigt, im Oktober 2021 war Spatenstich. Die Gesamtkosten, so Brando, stiegen durch „explodierende“ Baukosten erheblich, sodass das Gebäude unterm Strich 6,5 Millionen kostete. 1,608 Millionen davon kommen aus Fördertöpfen, den Rest schultert die gemeinnützige GmbH.
Die Theo-Lorch-Werkstätten sind eine gemeinnützige GmbH, die im Landkreis Ludwigsburg verschiedene Werkstätten mit Arbeits- und Betreuungsplätzen für Menschen mit Behinderung betreibt. Fast 1100 Beschäftigte, 850 mit Behinderung und 250 Betreuer, finden die geeigneten Rahmenbedingungen und Tätigkeitsfelder. Alleiniger Gesellschafter ist der Verein „Arbeit und berufliche Bildung für benachteiligte Menschen Ludwigsburg e.V.“ Zu den Mitgliedern gehören: Karlshöhe Ludwigsburg, Lebenshilfe Ludwigsburg, Landkreis Ludwigsburg, Lebenshilfe Vaihingen-Mühlacker, Psychosoziales Netzwerk Ludwigsburg, Deutsches Rotes Kreuz, Caritasverband Ludwigsburg, Stadt Ludwigsburg und Bietigheim-Bissingen.
Im Jahr 1969 schlug Kurt Kuntz, der Vorsitzende der Lebenshilfe Ludwigsburg, dem Leiter der Karlshöhe, Theodor Lorch, vor, Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung zu schaffen. Am 3. September 1969 wurde der Verein „Werkstatt für Behinderte in Ludwigsburg e.V.“ auf der Karlshöhe gegründet. Theodor Lorch wurde erster Vorsitzender sowie Namensgeber des Vereins, der 2005 zur Theo-Lorch-Werkstätten gGmbH umfirmierte.
Die Theo-Lorch-Werkstätten verteilen sich auf vier Standorte im Landkreis Ludwigsburg. Der Standort Bietigheim ist der erste gewesen. Die Aufgaben liegen im Berufsbildungsbereich, im Arbeitsbereich sowie im Förder- und Betreuungsbereich. Darüber hinaus gibt es eine betriebsintegrierte Arbeitsgruppe in Markgröningen. Der Standort Ludwigsburg ist die Zentralverwaltung, beherbergt einen Berufsbildungsbereich, einen Arbeitsbereich sowie einen Förder- und Betreuungsbereich. Auf zwei Häuser in Ludwigsburg verteilt ist die Reha-Werkstatt. Der Standort Bottwartal in Großbottwar wurde im vergangene Jahr eröffnet: Es gibt den Berufsbildungsbereich, den Arbeitsbereich sowie den Förder- und Betreuungsbereich.
Der jüngste Standort ist in Bönnigheim, in der Robert-Bosch-Straße 10. 36 Arbeitsplätze und sieben Betreuer verteilen sich auf den Arbeits-, Förder- und Betreuungsbereich.
