Der Bauantrag liegt auf dem Tisch: Die Evangelische Heimstiftung will an der Ecke Bleichwiese/Burgstraße in Bönnigheim ein Pflegeheim mit 62 Bewohnerzimmern, einem gemeinsam nutzbaren Quartiersraum sowie sechs betreuten Wohneinheiten errichten. Der Ausschuss für Umwelt und Technik stimmte dem Vorhaben einhellig zu.
Bönnigheim Es entsteht eine „Soziale Mitte“ mit Pflegeheim
Der Ausschuss für Umwelt und Technik stimmte dem Bauantrag der Evangelischen Heimstiftung einstimmig zu.
Ein „Meilenstein“ ist erreicht
Damit geht eine lange Vorbereitungszeit zu Ende. Nach der Entscheidung des Bönnigheimer Gemeinderats, auf die zunächst geplante Stadthalle im dortigen Amann-Quartier aus finanziellen Gründen zu verzichten, rückte die „soziale Mitte“ in den Vordergrund. Und seit 2018 führt die Stadt Gespräche mit der Evangelischen Heimstiftung.
Peter Hettig, der für den Geschäftsbereich Pflegeheim und Bau zuständig ist, erinnerte auch an die Corona-Pandemie, die für zusätzliche Verzögerungen gesorgt hatte und betonte, dass nun ein „Meilenstein“ erreicht sei. Er hoffe, bald bauen zu können. Nach fünf Gemeinderatssitzungen in den letzten fünf Jahren und einer Bebauungsplananpassung ist der Entwurf abgestimmt: Maike Differt vom Architekturbüro ARP aus Stuttgart präsentierte den Bauantrag, der fast haargenau in das Baufenster passt. Nur eine Ecke im Nordwesten ist im Plan abgerundet, warum auch immer. „Daher beantragen wir hier eine Befreiung, um eckig bauen zu können“, erläuterte Differt.
Auf den drei erlaubten Vollgeschossen soll ein kleineres Dachgeschoss mit sechs betreuten Wohnungen und einer Wohnfläche von rund 467 Quadratmetern platziert werden. Die Wohnungen umfassen zwischen 75 und 90 Quadratmeter und verfügen über zwei oder drei Zimmer. Im Erdgeschoss und den beiden Obergeschossen sind 62 Einzelzimmer mit eigenem Bad und einer Wohnfläche von jeweils 22,3 Quadratmetern in fünf Wohngruppen mit je zwölf bis 13 Plätzen geplant.
Gemeinsamer Quartiersraum
Hinzu kommen die Technik- und Verwaltungsräume, die Funktions- und Personalräume sowie das gemeinsame „Wohnzimmer“, offiziell Quartiersraum benannt, mit 65 Quadratmetern. Es liegt im Erdgeschoss und verfügt über eine Terrasse nach Süden. Das Pflegeheim wird eine Fläche von gut 5500 Quadratmetern aufweisen. „Auf eine Unterkellerung verzichten wir, da das Grundstück direkt an den Mühlbach grenzt“, sagte Differt.
Das Grundstück bleibt im Eigentum der Stadt und wird der Evangelischen Heimstiftung in Erbpacht überlassen. Zehn Parkplätze sind für die Einrichtung vorgesehen: Zwei an der Bleichwiese, acht entlang der benachbarten Bachstraße. Ausführlich ging Maike Differt auf den Wunsch des Gemeinderats ein, die Fassade zu begrünen. Das mache wenig Sinn, da Vorschriften des Brandschutzes, der boden- und wandgebundenen Begrünung sowie der Ausführung der Fassade und der Wartung des „Grüns“ an diesem Gebäude nicht gut funktionieren könnten. Eher seien eine Dachbegrünung und Bäume vorzusehen.
Gemeinderat Markus Stahl (UWG) fand es super, dass nach fast zehnjähriger Anlaufzeit das Projekt in die Gänge kommt. Die Heimstiftung habe trotz schwierigem Umfeld zu ihrem Wort gestanden. Dass am Anfang andere Visionen vorgesehen waren, sei der Realität geschuldet. „Das ist nun ein wichtiger Entwicklungsschritt für Bönnigheim“, betonte er. Lediglich einen kleinen Wermutstropfen sehe er in der fehlenden Liegendanfahrt und dem fehlenden Notarztparkplatz.
Leider keine Fassadenbegrünung
Auch Bürgermeister Albrecht Dautel lobte, dass das Grundkonzept nicht verändert worden sei: „Das wird nun etwas, was der Stadt gut tut.“ Für Gemeinderätin Christa Häußer (FWV/CDU) war die Entscheidung gegen die Fassadenbegrünung zwar schade, aber nachvollziehbar. Sie regte an, auch zusätzlich kleinere Bäume vorzusehen.
Einzig Tilo Staudenrausch (ABö) kritisierte die Grundsatzentscheidung, im Amann-Quartier das Pflegeheim zu errichten. Er appellierte an den Gemeinderat, solche Entscheidungen gründlich zu überlegen und befürchtete, dass dort in 30 Jahren eine Bauruine stehen könnte. Letztlich fiel jedoch die Zustimmung zum Bauantrag einstimmig aus.
Der voraussichtliche Baubeginn könnte im September diesen Jahres erfolgen, wenn die Genehmigung des Landratsamts vorliegt. Mitte/Ende 2028 könnte das Gebäude dann bezugsfertig sein, sagte Maike Differt.
