In jeder Gasse, jedem Winkel und auf jedem freien Platz amüsierten sich am Wochenende in Bönnigheim gut gelaunte Besucher. Auf den Bänken vor den Häusern saßen Anwohner und hielten ein Schwätzchen, und selbst in den Gärten der Altstadt herrschte oft Feststimmung beim traditionellen Ganerbenfest.
Bönnigheim Feststimmung in jeder Gasse und jedem Winkel
In Bönnigheim wurde am Wochenende das traditionelle Ganerbenfest gefeiert. Erstmals war der Freitag mit ins Fest einbezogen worden.
Sternförmig marschierten am Samstag die historisch gewandeten „Ganerben“ aus den Neipperger, Gemminger, Sachsenheimer und Liebensteiner Stadtvierteln am Marktplatz ein, um das Fest zu eröffnen. Ihr „Gefolge“, Jugendliche des Musikvereins Stadtkapelle sowie der TSV-Abteilungen Handball und Fußball, Da Capo und die „ChOhrwürmer“-Kinder jubelten „ihren Herren“ zu und schwenkten Papierfähnchen mit den jeweiligen Wappen. Die „ChOhrwürmer“ trugen stolz ihren grünen Holzwurm zum gut besuchten Marktplatz, auf dem die Sachsenheimer Musikkapelle ein beschwingtes Medley spielte.
Dautel: „Fest der Vereine“
Bürgermeister Albrecht Dautel begrüßte die württembergische Weinprinzessin Anna Joos sowie die Gäste aus den Partnerstädten. 30 Besucher aus Neukirch/Lausitz in Sachsen und drei aus Balatonboglar in Ungarn waren bereits am Freitag angereist, drei weitere aus Rouffach im Elsass am Samstag. „Wir haben hier das Fest der Vereine“, informierte Dautel und ergänzte schelmisch, „da ging es schon gestern feucht-fröhlich zu.“ Tatsächlich war zum ersten Mal der Freitag mit ins Fest einbezogen worden, nachdem die gesamte Veranstaltung um eine Woche vorverlegt worden war.
Kurt Sartorius, Vorsitzender des Historischen Vereins Bönnigheim, der einen der Ganerben darstellte, berichtete seinen „lieben Untertanen“ von den Ganerben, die beinahe 400 Jahre lang die Bönnigheimer Herrschaft innehatten – ein Fakt, der nun auf dem Ortsschild stehen darf.
An der Vinothek traf man den vergnügten Partnerschaftsratsvorsitzenden aus Sachsen Jürgen Raupach mit seiner Frau Eva-Maria an. „Wir kommen bereits seit 30 Jahren hierher“, lachte sie ausgelassen und genoss ihren kühlen Grauburgunder.
Große Auswahl an Speisen
Überall konnte man eine enorme Auswahl an ausgefallenen Speisen und Getränken entdecken – von der Wurst, über Burger und French Toast bis hin zu Gemüseplatte und Antipasti. Im Schlosshof gab es eine Beach-Bar mit Cocktails, im „New Trend Cosmetik und Hair“ wurde den Kunden Sangria angeboten, und manch einer, wie die Kulturkneipe Gaswerk, hatte zur Freude der Allergiker die Speisen vorbildlich deklariert. Das Männerballett aus Güglingen lockte mit Muffins, und die Klasse 9b der Sophie La Roche-Realschule bot am Backhaus frischen Kartoffel- und Zwiebelkuchen an, der am Abend ausverkauft war und von dem Bönnigheimer Helmut Wentz in höchstem Maße gelobt wurde.
In den Geschäften waren Sonderangebote zu finden, der Verein für Brett- und Gesellschaftsspiele lud direkt am Stand zum Spielen ein, und Patric Noiosi vom TSV Fußball wurde unter lautem Gekreische der Zuschauer in einen Wasserzuber getaucht, was er bei den sommerlichen Temperaturen mit reichlich Humor auf sich nahm.
Musik auf mehreren Bühnen
Jens Kübler, Rettungssanitäter und Einsatzleiter, sprach von einem friedlichen Verlauf des Festes. „Ich habe alles im Griff.“ Er gehe immer mal wieder durch die Stadt und schaue, wie die Stimmung sei. Auch die Security wirkte gelassen.
Währenddessen sorgten DJs und verschiedene Bands im Wechsel für eine gewaltige Atmosphäre. Auf mehreren Bühnen der Altstadt wurde gerockt, gesungen, die Zuhörer mitgerissen. „Smoke on the water“ und „Rhythm of my heart“ waren nur ein Teil dessen, was Bands wie Perfect Heat zum Besten gaben. Musik der unterschiedlichsten Stilrichtungen ließen die euphorischen Besucher bis in die späte Nacht hinein feiern, der nur wenige Stunden danach ein abwechslungsreicher Familientag folgte.
