Bönnigheim „Freundschaft ist nicht nur ein köstliches Geschenk“

Von Helga Spannhake
60 Jahre Partnerschaft (von links): Nadine Bolli, Bürgermeister Jean-Pierre Toucas, Anne Marie Deroussent, Jean-Philippe Kammerer, Bürgermeister Albrecht Dautel, Dittmar Zäh, Francoise Barbagelata, Christophe Bannwarta. Foto: /Richard Dannenmann

Zum Festtag anlässlich des Jubiläums kamen 58 Gäste aus dem elsässischen Rouffach.

Bei schönstem Sommerwetter trafen die französischen Freunde ein, überall in der Bönnigheimer Turn- und Festhalle waren vor der feierlichen Eröffnung des Festtages angeregte Gespräche zu hören. Auch ein „ist da noch frei“, war öfter zu vernehmen, denn immer mehr Menschen strömten hinein und freie Stühle wurden Mangelware. „Dass so viele Leute kommen, damit hätte ich nicht gerechnet“, staunte der Partnerschaftsvorsitzende Dittmar Zäh und bevor er auf der Bühne seine Begrüßungsworte sprach, eröffnete die Stadtkapelle des Musikvereins den Festakt mit feurigen Rhythmen: Es erklang die berühmte Ouvertüre der Leichten Kavallerie, einer Operette des österreichischen Komponisten Franz von Suppè. Mit viel Applaus und Bravorufen bedachte das Publikum die, mit Leidenschaft und großem Können spielenden Musikerinnen und Musiker.

Herzlich begrüßte Dittmar Zäh alle Anwesenden und ergänzte, dass er seine Rede komplett auf Französisch halten wolle: „Vielleicht hat jeder einen Nebensitzer, der es übersetzen kann“, führte er unter einsetzenden Lachern im Publikum weiter aus. Im Folgenden erinnerte er an die großartige Feier in Rouffach vor zehn Jahren anlässlich des 50-jährigen Jubiläums, hieß nun alle französischen Gäste in Bönnigheim herzlich willkommen und hoffte, dass die Partnerschaft und Freundschaft nicht nur auf eine erfolgreiche jahrzehntelange Geschichte zurückblicken, sondern auch in eine hoffentlich friedlichere europäische Zukunft: „Freundschaft ist nicht nur ein köstliches Geschenk, sondern auch eine dauernde Aufgabe“, betonte er. Als nächstes wurde Rouffachs Bürgermeister Jean-Pierre Toucas am Rednerpult erwartet und er wandte sich an die „chers amis“ der Partnerstädte: „Es ist eine Chance für uns alle, eine tiefe Freundschaft wie unsere, zu feiern“, sagte er auf Deutsch, bevor er in Französisch weitersprach. Er erinnerte an die Anfänge der Städtepartnerschaft und viele gemeinsame Feste sowie an die Stärke von Gründervätern wie Charles de Gaulle und Konrad Adenauer, denn es brauchte zunächst den Mut zur Versöhnung: „Seitdem sind wir weit gekommen in Richtung Frieden und Brüderlichkeit zwischen den europäischen Völkern“, aber man müsse wachsam bleiben in einer Zeit von zunehmender Europa-Skepsis. Auch Bürgermeister Albrecht Dautel verwies in seiner Begrüßungsrede – auf Französisch und im Anschluss auf Deutsch gehalten – darauf, dass nicht vorgezeichnet sei, wie die Zukunft sein werde: „Es liegt an uns, die Zukunft zu gestalten“. Das Treffen solle ein fröhliches Fest der Begegnung werden, äußerte Albrecht Dautel: „Das Wichtigste ist die Begegnung. Wo Menschen zusammenkommen, wächst Verständnis, Vertrauen und Freundschaft“, fügte er hinzu und wünschte allen einen schönen und fröhlichen Tag.

Zwischen den Redebeiträgen kam der Chor da capo der Concordia Bönnigheim auf die Bühne und sang zwei Lieder passend zum Thema Freundschaft in einem anspruchsvollen Arrangement und sehr zur Freude des Publikums. Zum Abschluss des Festaktes wurde nicht nur ein Gemälde, auf dem die Wappen der Städte und außerdem Köllesturm und Rouffacher Hexenturm zu sehen waren, übergeben.

Es erklangen außerdem feierlich beide Nationalhymnen, bei denen das Publikum nicht nur aufstand sondern auch mitsang.  Helga Spannhake

 
 
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