Ganz speziell ausgebildete Kommissionen aus je drei Juroren widmeten sich beim Brennkunst-Award in Weinstadt-Endersbach den regionalen Destillaten. Mit dabei waren auch die Destillatkönigin Anna Steinmann aus Sommerhausen und Destillatprinzessin Denise Meyer aus Coburg. 57 Whisky- und 41 Ginanstellungen galt es zu verkosten. Jedes Produkt konnte dabei bis zu 20 Punkte erreichen. „Geprüft wurden unter anderem die Intensität, das Aroma, die Nachhaltigkeit und der Abgang, die Reintönigkeit und der Charakter“, erläutert Meik Sartorius aus Bönnigheim, der dabei Gold-Auszeichnungen für seinen Gin und seinen Whisky erhielt.
Bönnigheim Gleich zwei Mal Gold beim Brennkunst-Award
Meik Sartorius aus Bönnigheim erhielt in Weinstadt-Endersbach höchste Auszeichnungen für seinen Gin und seinen Whisky.
Destillieren in die Wiege gelegt
Und warum ist Sartorius so erfolgreich? Dem 43-jährigen Brenner ist das Destillieren praktisch in die Wiege gelegt worden. „Denn meine Liebe zum Hochprozentigen geht eigentlich auf meinen Großvater zurück“, lacht er. Als kleiner Bub habe es ihm schon Spaß gemacht, mit Opa Adolf Sartorius zusammen zu schauen, wie das Destillat aus dem Kolben läuft. Sein Opa habe die Brennerei angefangen, um alle Früchte, die er in seinem Betrieb erzeugte, verwerten zu können. „Wir haben in unserem Familienbetrieb vor allem Äpfel und Birnen, aber auch Zwetschgen, Kirschen und Mirabellen“, erklärt Meik Sartorius.
In den elterlichen Betrieb sei er 2006 nach einem vierjährigen Studium von Weinbau und Önologie mit Zusatzvorlesungen in Spirituosenherstellung in Geisenheim eingestiegen und habe dann die Brennerei fortgeführt. Vor zwei Jahren konnte er stolz auf den besten Gin des Landes sein, seinen „Cutter`s Gin“. Hierfür bekommt er getrocknete Wacholderbeeren und die „botanicals“, also die Kräuterzugaben, von der Schwäbischen Alb. Sie werden nach einer „geheimen“ Mischung dem vorgeschriebenen Neutralalkohol zugesetzt. „Künstliche Zutaten kommen bei uns keine in die Flaschen“, sagt er. „Wir produzieren hochwertig.“
Getreide aus der Region
Dies gilt auch für den mit „Gold“ ausgezeichneten Whisky. „Wir verarbeiten hierbei regionales Getreide zu einem Brand“, erklärt Sartorius. Den Charakter bekommt der Whisky durch seine Lagerung im Holzfass. „Der prämierte Whisky lag acht Jahre im Fass“, verrät er. Der Bönnigheimer Whisky sei vor Jahren „eine Schnapsidee“ der Feuerwehrkameraden gewesen, so Meik Sartorius. Der Musikzug habe das Whiskyprobieren angefangen und er dann das Herstellen von einheimischem Whisky.
Birgit Riecker
