Große Teile der Innenstadt von Bönnigheim sind seit Januar 2021 als Sanierungsgebiet im Sanierungsprogramm des Landes verzeichnet. Für öffentliche und private Vorhaben, die der Sanierung dienen, kann das Land Zuschüsse bis zur Gesamtsumme von 2,8 Millionen Euro zahlen.
Bönnigheim Hoffnung auf weitere Fördermittel
Die Stadt erweitert das Sanierungsgebiet „Innenstadt V“ um das Rathaus und das Gelände rund um die Bismarkstraße 5.
Weil vieles bereits verwirklicht wurde und andere Projekte bereits in Planung sind, stehen für künftige Vorhaben lediglich noch rund 340.000 Euro an Fördermitteln bereit. „Wir brauchen einen Aufstockungsantrag“, folgerte Stadtplanerin Desirée Matheis-Lange von der STEG Stadtentwicklung in Heilbronn am Freitag im Gemeinderat. Dieser Antrag muss beim Land gestellt werden, um zusätzliche Mittel zu erhalten.
Im Gemeinderat berichtete Matheis-Lange über bisherige und laufende Projekte der Innenstadtsanierung. Gefördert wurden beispielsweise der Abbruch von Gebäuden in der Schlossgasse, der Gerbergasse und der Schmalen Gasse. Auch die Sanierung der Bücherei profitiert von der Förderung aus dem Landessanierungsprogramm. Doch in den kommenden Jahren stehen teure Projekte bevor, die große Bedeutung für die Entwicklung der Innenstadt haben. Deshalb wird die Stadt das Sanierungsgebiet jetzt erweitern.
Konkret werden das Gelände das Rathauses und das Haus in der Bismarckstraße 5 in das Sanierungsgebiet einbezogen, beschloss der Gemeinderat. Dadurch erhöht sich der Förderrahmen beträchtlich. Bönnigheim erhofft sich durch die Erweiterung zusätzlich rund 7,4 Millionen Euro an Zuschüssen des Landes. Das Ende des Förderzeitraums ist auf 30. April 2030 festgesetzt, kann aber verlängert werden.
Im Bönnigheimer Rathaus ist man optimistisch, dass die Zuschüsse auch künftig fließen. Das Regierungspräsidium habe bereits grundsätzlich bestätigt, dass die beiden Vorhaben für eine Förderung durch das Land in Frage kommen, machte Kämmerer German Thüry im Gemeinderat deutlich.
Ob diese Erhöhung auch realistisch sei, fragte Stadträtin Dorothea Bechtle-Rüster von der SPD? Tatsächlich gibt es einige Fragezeichen, ob das Land auch künftig im bisherigen Umfang zahlen werde. Darauf wies Bürgermeister Albrecht Dautel hin. „Bisher waren die Töpfe gefüllt“, sagte er. Der Stadt gehe es um die Schaffung der rechtlichen Voraussetzungen, begründete er den Beschlussvorschlag. „Wir brauchen eine Planungsgröße und wollen grundsätzlich handlungsfähig bleiben.“
Rathaus muss saniert werden
Hintergrund der förmlichen Erweiterung ist die dringend notwendige Sanierung des Rathauses (die BZ berichtete). Es muss energetisch auf den neuesten Stand gebracht werden. Zudem sind die Räume bisher nicht barrierefrei erreichbar. Auch Grundrissänderungen sind geplant: Die Stadt möchte das Bürgerbüro im Erdgeschoss umbauen und die Fassade versetzen. Erste Schätzungen belaufen sich auf Kosten in Höhe von 2,95 Millionen Euro, die zu 60 Prozent förderfähig sind. „Die Rathaus-Sanierung ist mittelfristig der Hauptpunkt“, sagte Stadtplanerin Matheis-Lange.
Danach folgt das Gebäude in der Bismarckstraße 5. Es steht leer. Die Mieter sind ausgezogen, weil es im aktuellen Zustand nicht mehr nutzbar ist. Es soll abgebrochen werden, um die freie Fläche neu zu gestalten. Damit könnte der Diebsturm freigestellt werden, der sich direkt dahinter befindet. Ein Projekt für spätere Jahre ist die Umgestaltung des Burgplatzes.
