Eine „verträgliche Zahl von Einsätzen“ habe man im vergangenen Jahr gehabt, resümierte Kommandant Mike Etzel am vergangenen Samstagabend bei der Hauptversammlung im voll besetzten Saal des Feuerwehrhauses. Viele Fehlalarme, wie sie andere Feuerwehren beschäftigen, gebe es glücklicherweise in Bönnigheim nicht.
Bönnigheim „Intensives Jahr“ resümiert
Bei der Feuerwehr der Ganerbenstadt blickt Kommandant Mike Etzel auf ein ereignisreiches und aktives Jahr zurück.
52 Mal wurde die Freiwillige Feuerwehr im vergangenen Jahr zum Einsatz gerufen, insgesamt 867 Stunden verbrachte sie bei diesen.
Den größten Anteil von 33 Prozent bildeten die Hilfeleistungen: 17 Mal wurde die Feuerwehr etwa wegen kleineren Hilfeleistungen (ohne Lebensgefahr) alarmiert: „Person in Aufzug“, oder „Person eingeschlossen“ war hier die Einsatzlage, aber auch eine Tierrettung. Der zweithäufigste Einsatzgrund waren größere Brände, etwa in einer Wohnung im April, mit elf Alarmierungen. Weitere Alarmierungen waren sechs Kleinbrände und fünf mittlere Brände.
Gießkanne als Löschmittel
Im Januar genügte bei einem Kleinbrand im Stadtwald eine Gießkanne als Löschmittel, erinnerte sich der Kommandant. Bei dem Wohnungsbrand stand Essen auf Herd und wurde vergessen, die Feuerwehr musste die Wohnung entrauchen.
Ende Februar wurde man dann zu einem Verkehrsunfall gerufen, ebenso auch Ende März, als ein Pkw mit einem Lkw kollidierte. Drei Mal leistete man Überlandhilfe in Kirchheim.
Im Juli fiel ein junger Falke aus dem Nest – auch das eine Alarmierung für die Feuerwehr, die die Tierrettung vornahm. In der zweiten Jahreshälfte wurde die Feuerwehr auch zu mehreren Ölspuren gerufen.
Interkommunale Zusammenarbeit
„Bei solchen Szenarien zeigt sich, wie wichtig die interkommunale Zusammenarbeit ist“, betonte Etzel mit Blick auf den Brand im Aussiedlerhof in Kirchheim im vergangenen Jahr: „Keine Feuerwehr kann das alleine erledigen.“
Auch für die über 75 Übungen wurde 2025 viel Zeit verwendet: Geübt wurde unter anderem gemeinsam mit dem Roten Kreuz. Eine Gruppe nahm auch an dem Leistungsabzeichen Silber teil, eine Prüfung, die intensive praktische und theoretische Vorbereitung erfordert. Fahrer der Feuerwehr nahmen am Geschicklichkeitsfahren teil, dem „Leistungsabzeichen für Fahrer“, so der Kommandant. Nicht zuletzt schulte die Bönnigheimer Feuerwehr auch 271 Kinder im Katastrophenschutz.
„Die Bilder zeigen, wie abwechslungsreich das Feuerwehrleben sein kann“, so der Kommandant mit Blick auf seine mit Fotos angereicherte Präsentation im Saal des Feuerwehrhauses, die die Feuerwehr in allen Einsatz- und Übungslagen des vergangenen Jahres zeigten. Ein „intensives Jahr“ liege hinter ihnen.
Bei den Mitgliedern ist dabei allerdings ein Rückgang zu verzeichnen: Während man vier neue Kameraden begrüßen konnte, einen davon aus der Jugendfeuerwehr, verließen am Samstagabend sechs Mitglieder die Feuerwehr. Insgesamt sind von den 184 Mitgliedern 71 in den Einsatzabteilungen aktiv. Der negative Abschluss in der Personalstärke sei aber kein genereller Trend der letzten Jahre, so der Kommandant: da war der Personalzuwachs positiv. Etzel unterstrich auch die unverändert „gute Tagesverfügbarkeit“ seiner Feuerwehr. Trotzdem sei es eine „Pflichtaufgabe der Stadt: die aktive Personalgewinnung für die Feuerwehr.“ Für die bereits laufende Werbekampagne dankte er.
„Materiell gut aufgestellt“
„Materiell gut aufgestellt“ sei seine Feuerwehr, so der Bönnigheimer Kommandant: zwei Fahrzeugbeschaffungen laufen, die zeitaufwendigen Ausschreibungen übernahm dabei die Feuerwehr selbst. „Ein interessantes und ereignisreiches Jahr“ liege auch hinter der Jugendfeuerwehr, so Jugendwart Jannik Joos: beginnend mit dem Gemarkungsputz bis hin zum Kreiszeltlager in Bayern in den Sommerferien – wo spärlich vorhandene Steckdosen zu noch mehr analoger Beschäftigung der jungen Feuerwehrleute führte – und auch der Teilnahme am Sommerferienprogramm Bönnigheims. Die Alterswehr befindet sich dieses Jahr im Jubiläumsjahr: 1976 gegründet, zählt sie aktuell 44 Mitglieder.
Der Kassenstand ist dabei positiv: „Wir müssen mal schauen, dass wir das Geld wieder loswerden“, lachte Kommandant Etzel, und erklärte die positive Finanzlage mit den gut angenommenen Veranstaltungen der Feuerwehr. Mit den fünfjährig stattfindenden Ausschusswahlen endete der offizielle Teil der Hauptversammlung, beim Essen ließ man den Abend ausklingen.
