Die beiden Belebungsbecken – „das Herz der Kläranlage“, wie Abwassermeister und Betriebsleiter Albrecht Hamm erklärt – wurden 1992 neu gebaut. Zusammen haben die beiden Becken ein Fassungsvermögen von 1650 Kubikmeter Abwasser, das im Durchschnitt 14 Stunden mit feinen Luftblasen belüftet wird. Dabei wird im Becken I die Luft über sogenannte zwölf Register mit insgesamt 240 feinperforierten Schläuchen eingepumpt. Eine sogenannte Tellerbelüftung kommt im Becken II zum Einsatz.
Bönnigheim Jetzt wird wieder jede Menge Energie eingespart
40 Prozent des Energiebedarfs der Anlage wird in den Belebungsbecken verbraucht. Nach deren Revision werden täglich 50 Kilowattstunden Strom eingespart
„In den Belebungsbecken wird die meiste Energie in der Kläranlage verbraucht“, sagt Hamm: Rund 40 Prozent des Stromverbrauchs der gesamten Anlage wird für die Belüftung aufgewendet. Deshalb legt der Abwassermeister und sein Team größten Wert auf die jährliche Revision der beiden Becken. „Jetzt werden wieder 50 Kilowattstunden Strom täglich eingespart“, erklärt Hamm durchaus zufrieden.
Bei der sogenannten Revision II – nach der Überprüfung, Reinigung und Pflege der mechanischen Reinigungsstufe (die BZ berichtete – wurden nicht nur die feinporigen Belüftungsschläuche ausgewechselt beziehungsweise die Belüftungsteller gereinigt. Auf dem Arbeitsplan stand auch die Überprüfung der Rohre, des Betonkörpers und der Rührwerktechnik. „Der Betonkörper wird durch die geringen PH-Werte im Abwasser geschädigt“, erklärt Hamm. Deshalb wird der Beton in einem Intervall von acht bis zehn Jahren von von einem externen Labor untersucht.
Abbau von Stickstoffverbindungen
Durch die Belüftung werden die Stickstoffverbindungen im Abwasser abgebaut und Kohlenstoffverbindungen oxidiert. Der Einwohnerwert für die Bönnigheimer Kläranlage beträgt rund 13.000 Einheiten. Damit wird die Belastung der Anlage durch die Abwassermenge und Schmutzfracht von rund 8000 Einwohnern, durch das Gewerbe und durch das Schulzentrum festgelegt. Insgesamt ist die städtische Kläranlage auf 22.000 Einwohnerwerte ausgelegt.
In den Belebungsbecken wird permanent der Sauerstoffgehalt gemessen und durch das Einblasen von Luft – die einen Sauerstoffanteil von 21 Prozent hat – der Sauerstoffgehalt auf zwei Milligramm pro Liter gehalten. „Das ist ideal für die Bakterien“, so Hamm. Jedes Becken hat ein eigenes Gebläse, deren Drehzahl zur Sauerstoffregulierung gesteuert wird.
Rund eine Woche war das Team der Kläranlage mit der Revision II, einschließlich Reinigung und Dokumentation beschäftigt – neben dem täglichen Betrieb.
