„Are you making space for magic?“, stand auf einem farbenfrohen Aquarell, also ob man der Magie Platz einräume. Und genau das tat man, am vergangenen Wochenende im Bönnigheimer Schloss: in der ganzen unteren Etage konnte man sich von Kunstwaren bezaubern lassen, dicht an dicht standen die Stände voll unterschiedlichster Artikel. Es war „Markt der schönen Dinge“ in Bönnigheim.
Bönnigheim Kunsthandwerk im Schloss
Beim „Markt der schönen Dinge“ präsentierten Künstler und Künstlerinnen ihre Erzeugnisse.
Ein breites Spektrum an bunten Lederwaren erwartete den Besucher schon im ersten Saal des Schlosses, direkt daneben lag nicht weniger strahlender Schmuck aus – aus Papier gefertigt. Detailreiche Druckartikel schlossen sich an, Gehäkeltes, Gewebtes und Getöpfertes lag aus, bis man im hinteren Teil Spirituosen-Glas-Halter fand, die aus gebrauchtem Holz gefertigt waren: aus klassischem Schwemmholz, aber auch aus früheren hölzernen Gebrauchsgegenständen, vom Schlittschuh bis zu Webschiff, in denen in gebohrten Löchern die Stiele der Gläser Platz fanden.
Gute Besucherzahlen an beiden Markttagen
Wer Autoleidenschaft mit Kunstaffinität verband, wurde bei großformatigen Malereien fündig, auf denen die Spielzeugmodelle bekannter Automodelle befestigt waren: der Porsche 911er fuhr über eine rot-schwarze Schattierung.
Die Künstler verwendeten für ihre Produkte vielfältige Techniken: vom programmierten Laser, der filigrane Muster in das Holz von kleinen Kisten oder Weinboxen schnitt, bis zum feinen Pinselstrich am Aquarell auf der Grußkarte.
Viele von ihnen arbeiteten auch auf dem Markt weiter: Hier wurden Ruten zu Körben geflochten, dort noch mit dem letzten Pinselstrich eine feingliedrige Pflanze auf dem Papier vollendet: „Immer von mir weg“ male sie, erklärt die Künstlerin, für mehr Stabilität im Handgelenk. Über sehr gute Besucherzahlen freute man sich beim Verein Kulturfenster, der den Markt wie jedes Jahr zusammen mit der Stadt organisierte: Schon bei der Eröffnung am Samstag strömten die Besucher ins Schloss und zur Bewirtung im Schlosshof, auch wegen des guten Wetters. Und auch am Sonntag drängte man sich vor den Ständen. Gegen Ende des Marktes, nach dem Mittagessen, finde oft noch einmal ein Andrang statt, wissen die Veranstalter aus Erfahrung.
Vielfalt des Angebots spielt eine große Rolle
Bei der Auswahl der Händler wird auf Unterschiedlichkeit geachtet: „Die Vielfalt muss da sein“, erklärt Ute Pfeil aus dem Programmvorstand des Kulturfensters. Bei den eingehenden Bewerbungen der Händler achte man darauf, sowohl unterschiedliche Materialien als auch Bearbeitungstechniken zu wählen. Rund 30 Händler waren es diesmal, sowohl langjährige Partner als auch neue. Die Anzahl variiere auch je nachdem wie viel Meter jeder für seinen Stand benötige.
„Der Markt etabliert sich immer weiter“, freut sich Veranstalterin Pfeil. Sie habe nun mehrfach auch mit Besuchern von auswärts gesprochen – die direkt ihre Nummer da ließen und selbst ausstellen wollten.
Ein positives Fazit also bei den Veranstaltern – was gut passt, befindet sich der Verein doch im Jubiläumsjahr: seit 25 Jahren prägt er das kulturelle Leben in Bönnigheim mit. So dürfen sich die Besucher des Markts auch schon auf die nächsten Events freuen.
Jonathan Lung
