Bönnigheim Nachhaltiges Bauen im Schulzentrum

Von Birgit Riecker
Bürgermeister Albrecht Dautel besucht regelmäßig dies Baustelle im Bönnigheimer Schulzentrum. Er steht vor einer Betonplatte mit mit der Aufschrift „Stadtbüc“, die auf Maß zugeschnitten und wiederverwendet wird. Foto: /Oliver Bürkle

Alles, was irgendwie wieder verwendet werden kann, wird für die Sanierung und Erweiterung von Bau II aufs passende Maß gebracht.

Die Schule hat wieder begonnen. Gibt es für die ausquartierten Realschüler Veränderungen? Nein, ihr Unterricht findet weiterhin im 2024 errichteten Interimsgebäude statt. Denn ihre ursprünglichen Klassenzimmer liegen in Bau II des Schulzentrums. Und dieser wird wohl noch ein Jahr lang eine Baustelle sein.

Stahlträger werden sandgestrahlt und verstärkt

Ein hoher Bauzaun schirmt das entkernte Gebäude vom Rest des Schulzentrums ab. Neben den Baumaschinen türmen sich dort auch Betonplatten. Auf einer steht „Stadtbüc“, auf der anderen „herei“. Wird hier nicht aufgeräumt? Bürgermeister Albrecht Dautel, der die Baustelle regelmäßig besucht, lacht auf. „Im Gegenteil“, erklärt er. Alles, was irgendwie wieder verwendet werden kann, wird aufs passende Maß gebracht. Denn ganz wichtig war und ist dem Gemeinderat, dass nachhaltig gebaut wird. Und das bedeutet beispielsweise, dass die Stahlträger freigelegt und dann sandgestrahlt wurden. Dann wurden sie verstärkt und wieder verputzt. Nur wer genau hinschaut, sieht, dass sie nun ein wenig größer sind.

Neues Stockwerk in Holzbauständerweise

Der Grund für die Aktion: Ein weiteres Stockwerk soll auf das Gebäude gesetzt werden. Und daher mussten sie aus statischen Gründen ertüchtigt werden. Der Rohbauer Amos aus Meimsheim liegt mit seinen Arbeiten in den letzten Zügen. Er richtet nun das Dach, damit das neue Stockwerk in Holzbauständerweise drauf passt.

Überhaupt muss natürlich alles passen. Auch die Fenster. Sie bleiben erhalten und werden in die Wandmodule des Holzbaus eingesetzt. Daran arbeiten derzeit die Schreiner in der Werkstatt. Im entkernten Gebäude bleibt aber auch sonst noch einiges erhalten: Der Eingangsbereich und das Treppenhaus. Für dessen Erweiterung nach oben ist bereits der Betonboden entfernt.

Aufzüge für Schüler, Stadtbücherei und Essen

Sichtbar sind übrigens auch die drei Aufzugschächte. Einen für die Schule, einen für die Stadtbücherei und einen Essensaufzug. Denn mit den sechs neuen Klassenzimmern, die im künftigen Obergeschoss geschaffen werden, geht eine neue Aufteilung der Räume einher: Die Stadtbücherei zieht vom Erdgeschoss ins erste Obergeschoss, das Erdgeschoss steht dann als Mensa zur Verfügung. Damit diese auch versorgt werden kann, gab es eine Erweiterung auf Kellerebene mit Funktionsräumen und Umkleiden. Davor wird es einen Wirtschaftshof für die Anlieferung und Abholung geben. Und wie sieht die Zeitschiene aus?

14,16 Millionen Euro für Sanierung und Erweiterung

Geplant war der Umzug der Realschüler für die nächsten Sommerferien. „Wahrscheinlicher sind jedoch die Herbstferien“, schränkt Dautel ein. Das ist aber erst einmal nicht schlimm, da ihnen das für rund drei Millionen Euro erworbene Interimsgebäude mit seinen zehn Klassenzimmern, zur Verfügung steht. Apropos Geld: Mit rund 14,16 Millionen Euro rechnet Architektin Irene Bidlingmaier für Sanierung und Erweiterung von Bau II.

Wie sieht die Förderung aus? „Man hat uns gesagt, dass wir mit 1,2 Millionen Euro aus der Schulbauförderung und mit 1,77 Millionen Euro für den Ausbau zur Ganztagsschule rechnen können“, so Albrecht Dautel. Doch die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt: „Es gibt ja jetzt zusätzliche Mittel für die Kommunen, also vielleicht auch für uns.“ Das wird sich bis Ende des Jahres zeigen. Und die Beteiligung der Nachbarkommunen? „Alle bis auf Brackenheim und Cleebronn haben ihre Gesprächsbereitschaft signalisiert“, sagt Dautel. Entscheidungen könne es aber erst geben, wenn die Kosten und die Landesförderung klar seien.

 
 
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