Trüb der sonntägliche Himmel, gleichmäßig tropft der Regen gegen die Buden und es sind nicht viele Besucherinnen und Besucher unterwegs. Wer aber beim Gang über den Bönnigheimer Weihnachtsmarkt dem ungemütlichen Wetter trotzt, der hat sich unter einem Regenschirm vor der Nässe von oben in Sicherheit gebracht. Einer der ersten Stände gleich beim Stadionschen Schlosshof bietet zusätzlich Wärme für innen: Würzige Hackfleischbällchen mit frischen Kräutern und feinen Gewürzen, Köfte genannt.
Bönnigheim Regionales Kunsthandwerk, Spezialitäten und Traditionelles
Auf dem Weihnachtsmarkt zwischen Köllesturm und Schloss gab es viel Dekoratives, Nützliches und Leckeres.
Betreiber Yasin Aydin ist zum dritten Mal dabei und steht hinter seinem warmen Ofen: „Gestern war es zumindest nicht so nass“, seufzt er und erzählt weiter, dass leider wenig los sei: „Die Nässe hält die Leute ab“, beklagt er. Und das ist von allen Seiten zu hören – allzu grau in grau und vor allem zu nass präsentiert sich der letzte Novembertag: „Gestern, so gegen 22 Uhr kamen besonders viele zu uns an den Schmuckstand“, berichtet Sonja Bleil, die wegen des Regens eine Seite ihres Standes zuhängen musste, und zwar genau die mit dem Cabochonschmuck.
Mit diesen ansprechenden gewölbten Kettenanhängern fing sie 2018 im Bereich hochwertiger Modeschmuck an und an ihrem Stand finden sowohl große als auch kleine Menschen ihr Lieblingsstück. So gibt es für Kinder zum Beispiel Pferde und Schmetterlinge als Motive, für Erwachsene bietet sich ein, von bunten Farben durchflossenes Mandala an.
Formschön by Anna steht auf dem Holzschild und dahinter verbirgt sich Anna Hofman: „Ich lebe mich gern kreativ aus“, sagt sie und es ist ihr allererster Weihnachtsmarkt an dem sie als Verkäuferin teilnimmt: „Eine echte Premiere“, lacht sie und führt weiter aus, dass es der Werkstoff Holz war, der es ihr zunächst angetan hatte: „Holz ist einfach schön und man kann so viel daraus machen“, weiß sie und zeigt auf filigrane Weihnachtskugel-Anhänger, die mit Namen versehen werden können.
Regionales Kunsthandwerk
Besonders formschön sind auch die beiden Messerblöcke, die neben einigen weißen Teelicht-Häuschen stehen. Diese wurden in dem einen Fall allerdings nicht von ihr, sondern von ihrem Vater angefertigt, und zwar direkt aus dem Holz eines Bönnigheimer Kirschbaums. Anna Hofmann hat inzwischen auch noch ein zweites Material für sich entdeckt: Keramik und daher hat sie an ihren Weihnachtsmarktstand ihr Gussgerät mitgebracht: „So kann ich hier vor Ort auch ganz individuelle Wünsche erfüllen“, freut sie sich und man merkt, sie liebt ihr Hobby genauso wie Claudia Bauer aus Kirchheim: „Wenn das Hobby zur Sucht wird, dann ist Schluss mit lustig“, bemerkt die Inhaberin von Claudis Wollstube augenzwinkernd.
Denn wohin mit all den bunten gestrickten Socken, Schals, Handschuhen und Anhängern, wenn Familie und Freunde komplett versorgt sind? So kam sie auf die Idee ihre Werke im Internet sowie auf Märkten anzubieten und sie schwärmt vom Bönnigheimer Weihnachtsmarkt: „Die Leute sind hier alle so nett, auch die Mitaussteller. Da herrscht keine Konkurrenz, sondern man bekommt immer Hilfe“, erklärt sie und weiß schon jetzt, dass sie im nächsten Jahr auf jeden Fall wiederkommen will.
Neben all der schönen Weihnachtsdekoration fällt ein kleiner Stand besonders ins Auge: Hier sitzen Ann Marie Ackermann und Christiane Rossato-Argaud und werben für die Gründung eines Fördervereins mit Namen „Freunde des Bönnigheimer Mineralfreibads: „60 Leute haben sich schon auf unserer Liste eingetragen, freuen sich die beiden Frauen und sie haben sogar zum Thema passende runde blaue Kekse mit Rettungsring um kleine Gummibärchen gebacken.
Breites Angebot für den Gaumen
Für den Gaumen werden beim Weihnachtsmarkt außerdem der immer beliebte Baumstriezel, gebrannte Nüsse, Crêpes, Rote vom Grill, Pizza und sogar traditionelles Thai Food angeboten. An den Weinständen können regionale Spezialitäten probiert werden und beim Bönnigheimer Familienbetrieb und Traditionsstand Prochnau gibt es GlühGin. Dort schaut gerade der Nikolaus vorbei und um eine Brezel aus seinem gut gefüllten Rucksack zu ergattern, singen alle am Stand aus voller Kehle von der Weihnachtsbäckerei. Ebenfalls schon lange dabei und immer beliebt sind die swingenden Weihnachtsmänner. Jochen Keck am Saxofon, Michael Schwarz an der Gitarre und Chef des Trios Jan Jankeje am Bass sorgen bei den Besucherinnen und Besuchern stets für beste musikalische Stimmung mit Weihnachtsklassikern wie „Feliz Navidad“.
