Bönnigheim Reinigen, prüfen und warten

Von Kunz
Nach der dreitägigen Revision der Kompaktanlage, die die erste mechanische Reinigungsstufe umfasst, wird dessen Funktion von Andreas Mann überprüft. Foto: Martin Kalb

Immer im Frühsommer ist das Team der Bönnigheimer Kläranlage um Abwassermeister Albrecht Hamm besonders gefordert: Es stehen die Revisionen der verschiedenen Reinigungsstufen an.

Es ist ein komplexes Zusammenspiel der verschiedenen Reinigungsstufen in der Bönnigheimer Kläranlage, damit aus den jährlich rund 1,1 Millionen Kubikmeter Schmutz- und Oberflächenwasser am Ende des Prozesses sauber geklärtes Wasser in den Mühlbach eingeleitet werden kann. Um dies sicherzustellen reinigt, prüft und wartet das Team um Abwassermeister Albrecht Hamm die einzelnen Komponenten der Kläranlage. Jetzt stand der erste Teil der Revision an bei der die Kompaktanlage mit Rechen, Sandfang und Rechengut-Waschpresse sowie Scheibeneindicker gewartet wurden. Ende Juni steht beim zweiten Teil der jährlichen Revision das Belebungsbecken im Fokus.

Mechanische Reinigung

Zu rund einem Drittel werden die ankommenden Schmutz- und Oberflächenwasser zunächst mechanisch gereinigt. Als erstes werden im sogenannten Rechen alle festen Bestandteile, die größer als drei Millimeter sind, herausgefiltert und danach in der Waschpresse die organischen Substanzen ausgewaschen und über den Feststoffverdichter in einen Endlos-Kunststoffsack verpackt. Diese werden dann mit dem Hausmüll entsorgt, erklärt Albrecht Hamm den ersten Teil der mechanischen Reinigung.

Das verbleibende Abwasser wird auf eine Fließgeschwindigkeit von maximal 30 Zentimeter pro Sekunde reduziert, sodass das mineralische Gut absinken kann. Durch ein seitliches Belüftungsregister – dessen Luftzufuhr zulaufgesteuert ist – entsteht im Abwasser eine „Walze“ durch die sich die fetthaltigen Stoffe trennen, die in den Faulturm transportiert werden. „Das gibt ein gutes Gas“, sagt der Bönnigheimer Abwassermeister. Mit dem wird im Blockheizkraft der Kläranlage Strom und Wärme erzeugt.

Langsame Förderschnecke

Letzter Teil der Kompaktanlage ist eine langsam laufende Förderschnecke mit der der Sand aus dem Schmutz- und Oberflächenwasser in einen Reinigungszyklon befördert wird. Mit gereinigtem Abwasser (kommt am Ende aus der Kläranlage) werden aus dem Sand noch vorhandene organische Stoffe ausgewaschen. So kommen jährlich rund 20 Tonnen Sand zusammen, die abgedeckt zwischengelagert werden und anschließend bei Bedarf vom städtischen Bauhof im Kanalbau wiederverwendet werden.

Insgesamt sind für den Teil 1 der Revision für Vorbereitung, Reinigung und überprüfen auf Verschleiß drei Tage veranschlagt. Im Rahmen dieser ersten Revision wird auch der Scheibeneindicker kontrolliert und gewartet. Durch diese Apparatur können am Ende des Reinigungsprozesses in der Kläranlage rund zehn Kubikmeter Biologie pro Stunde um 90 Prozent reduziert werden. Der übrig bleibende Schlamm kommt dann auch in den Faulturm.

„Externe Spezialisten werden bei der Revision durch die Kläranlagen-Mitarbeiter unterstützt“, erklärt Hamm, schließlich gelte es auch bei der Abwasserreinigung die Kosten im Auge zu behalten.

 
 
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