Bönnigheim Schüler bauen an ihrer Zukunft

Von Hannah Reutter
Schüler der Sophie-La-Roche-Realschule und des Alfred-Amann-Gymnasiums haben sich Gedanken darüber gemacht, wie einmal ihr Schulhof aussehen könnte und dementsprechende Ideen gesammelt. Foto: /Oliver Bürkle

33 Kinder des Bönnigheimer Schulzentrums entwerfen in einem kreativen Projekt ihren eigenen Pausenhof.

Wer in diesen Tagen das Gelände rund um die Sophie-La- Roche-Realschule und das benachbarte Alfred-Amann-Gymnasium in Bönnigheim betritt, dem fallen vielleicht die ungewöhnlichen Konstruktionen aus Bambusstäben auf. Sie sind das sichtbare Zeichen eines außergewöhnlichen Schulprojekts: Die Neugestaltung des Schulhofs. Doch hier planen nicht nur Architekten in fernen Büros – hier sind die Schülerinnen und Schüler selbst am Werk.

An Projekttagen fanden unter anderem Angebote zur Schulhofneugestaltung statt. Die Kinder und Jugendlichen durften sich im Vorfeld aus verschiedenen Projektthemen ihr Wunschprojekt aussuchen.

Allein an der Sophie-La-Roche-Realschule haben sich 33 Kinder aus den Klassenstufen fünf bis acht ganz bewusst dafür entschieden, ihre Pausenumgebung der Zukunft zu entwerfen.

Vom Bambus-Modell zum Plan

„Die Schüler haben völlige Freiheit bekommen, es gab keine Vorschriften bezüglich Materialien oder Ähnlichem“, erklärt Anna-Lena Hartmann, Lehrerin an der Sophie-La-Roche-Realschule, die das Projekt begleitet. Zunächst wurden aus Bambusstäben ganz grobe Modelle auf dem Schulhofgelände erstellt.

Nun geht es an die Feinarbeit: Die kreativen Köpfe bringen ihre gesammelten Ideen auf Papier, um sie anschließend offiziell zu präsentieren. Die Sorge, dass die Fantasie der Kinder völlig unrealistische Ausmaße annehmen könnte, hat sich dabei schnell zerschlagen. „Ich dachte ursprünglich, da kommen bestimmt total verrückte Ideen, die wir aus unterschiedlichen Gründen gar nicht umsetzen können. Aber es sind echt Ideen dabei, die man wirklich umsetzen kann“, so Hartmann.

Ganz oben auf der Wunschliste stehen beispielsweise Calisthenics-Parks mit einfachen Klimmzugstangen für die sportliche Betätigung in den Pausen, die derzeit einen echten Hype erleben. Auch neue Beschattungsmöglichkeiten für heiße Sommertage wurden praxisnah konzipiert.

Starke Partner aus der Wirtschaft

Dass diese Entwürfe keine reinen Papiertiger bleiben, verdanken die Schulen starken Partnern. Den Stein ins Rollen brachte die Bauunternehmung Amos, die als Sponsor auftritt.

Begleitet wird der kreative Prozess von der Projektfirma „Match“, die das Projekt direkt an den Schulen durchführt.

Jeweils zwei Planer des Projekt-Teams unterstützen die Realschüler und die Gymnasiasten des Alfred-Amann-Gymnasiums vor Ort – stets flankiert von einer begleitenden Lehrkraft wie beispielsweise Anna-Lena Hartmann. Die fertigen Papierentwürfe der Schüler sollen im nächsten Schritt der Baufirma übergeben werden. Geplant ist, dass die realisierbaren Wünsche dann in Kooperation in die Tat und in die Schulhofgestaltung umgesetzt werden. So wird aus den Projekttagen ein echtes Stück Bönnigheimer Schulentwicklung – kreativ erdacht und auf den Weg gebracht von denen, die es am meisten nutzen.

 
 
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