Wir haben 43 Fotos bekommen“, sagt Andreas Koschmieder. Seine Idee, die Bönnigheimer zu bitten, ihre Sicht auf ihre Heimatstadt zu fotografieren, ist jetzt schon ein Jahr alt. Doch das muss nicht verwundern, wenn man schaut, wie viel Arbeit dahinter steckt. Claudia Queisser, die ehemalige Vorsitzende des Kulturfensters und langjährige Mitarbeiterin im Programmausschuss, ist aufgefallen, dass das Ladensterben vor der Innenstadt nicht Halt macht. Sie regte daher damals an, ein Projekt zu finden, um die Innenstadt zu beleben und attraktiver zu machen.
Bönnigheim Stadtansichten und Lieblingsplätze
Aus gefühlvollen, atmosphärisch dichte Bildern von Bönnigheimern gestaltet das Kulturfenster eine Ausstellung zum 25-jährigen Vereinsjubiläum im Schloss. Vernissage ist am 3. Juli.
Niederschwelliges Mitmachangebot entwickelt
Bei Andreas Koschmieder, dem pensionierten Lehrer und studierten Diplom-Kommunikationsdesigner, stieß das Anliegen auf offene Ohren. Er machte sich daran, ein niederschwelliges Mitmachangebot auf die Beine zu stellen, ein Label und einen Slogan zu entwickeln. „Heute hat ja jeder einen Fotoapparat oder ein Handy“, so sein Ansatz. „Und damit kann auch jeder die Bandbreite der Stadt und ihr Leben festhalten.“
Damit rechtlich alles in Ordnung geht, mussten die Hobby-Fotografen ihre Bilder in Papierform beim Bürgerbüro abgeben und ihre Fotodaten digital einreichen. Ihre Unterschrift war erforderlich, damit die Bildrechte ans Kulturfenster übergehen konnten. Alle Personen auf den Bildern mussten damit einverstanden sein, sonst könnten die Fotos nicht ausgestellt werden.
Fünfköpfige Jury wählt die zehn interessantesten Bilder aus
Am kommenden Mittwoch wird die Jury tagen und ihre Punkte vergeben. Bürgermeister Albrecht Dautel, Jason Smith, Ramona Theiss, Silke Seybold und Kurt Sartorius wählen die zehn schönsten und interessantesten Bilder aus. „Es wird keine Sieger, Zweit- und Drittplatzierte geben“, so Koschmieder. Doch die ausgewählten Bilder werden großformatig aufgezogen. Auf einem Alurahmen wird die Stoffbespannung rund einen Quadratmeter groß sein. „Und wir wollen die Fotos nach der Ausstellung in den Bönnigheimer Geschäften zeigen“, ergänzt Koschmieder.
Auch die Besucher können ihr Lieblingsbild mit Bewertungspunkten auswählen: Das elfte Bild wird dann ebenfalls großgezogen. Die eingegangenen Bilder seien zu 40 Prozent Stadtansichten. Alle übrigen zeigten „Lieblingsplätze“, wie ein Bänkle unter einem Baum, den Michaelsberg, die Abenddämmerung, die Treppe zum alten Schloss in Hohenstein oder einen alten Baum. „Das ist die individuelle Sicht auf Bönnigheim“, sagt Koschmieder.
Er war übrigens schon tagelang mit der Ausstellung beschäftigt und wird auch noch einige Zeit investieren, um die Bilder sauber präsentieren zu können. Koschmieder wird noch die Aufsichtspläne für die Zeit der Ausstellung ausarbeiten und sich außerdem mit dem Dirigenten der Stadtkapelle und Musikschulleiter Rainer Falk, der mit einer Musikgruppe die Vernissage begleiten wird, abstimmen. Ob da auch ein Teil von Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“ zu hören sein wird, ist noch offen.
Und wer finanziert die Ausstellung? „Wir werben noch Sponsoren“, sagt Koschmieder. Wer sich zur Unterstützung bereitfindet, kann seinen Namen und sein Logo auf der Sponsorenleiste der prämierten Bilder, der Homepage des Kulturfensters und auf einem Roll-Up, das die Ausstellung begleitet, wiederfinden.
