Bönnigheim Vorbereitet auf die nächste Gewitterzelle

Von Jürgen Kunz
Der Damm am Hochwasserrückhaltebecken „Hofener Teich“ mit dem sogenannten Tosbecken. Aus diesem Auslauf fließen in die Bönnigheimer Kläranlagen maximal 100 Liter pro Sekunde.  Foto: /Oliver Bürkle

In Rahmen der BZ-Jahresserie erklärt der Leiter der Stadtentwässerung, Albrecht Hamm, die notwendige Kontrolle und Pflege der Hochwasserschutzeinrichtungen.

Die aktuelle Sommerhitze lässt es für Außenstehende nicht vermuten, aber jetzt ist die richtige Zeit, das Hochwasserrückhaltebecken „Hofener Teich“ oberhalb der Bönnigheimer Kläranlage und auch das sogenannte „RRB 10.1 Schlossfeld“ – das Retentionsbecken im Gebiet Schlossfeld II – zu überprüfen und sicherzustellen, dass die beiden bei extremen Niederschlägen ihre Funktion erfüllen können. „Im Hochsommer sind die Starkregenereignisse zu erwarten. Das muss alles perfekt vorbereitet sein“, betont Abwassermeister Albrecht Hamm, der als Leiter der Stadtentwässerung auch Betriebsbeauftragter für Hochwasserrückhaltebecken ist und dabei von Stauwärter Andreas Mann und dem ganzen fünfköpfigen Team der Stadtentwässerung unterstützt wird.

Dammbau im Jahr 1994

Mit der Erschließung des Wohngebiets Schlossfeld I wurde 1994 der Damm am sogenannten Hofener Teich gebaut – als Hochwasserrückhaltebecken mit einem Volumen von 8500 Kubikmeter (bei einem Hochwasser, das statistisch einmal alle fünf Jahre erreicht wird) bis mehr als 11.000 Kubikmeter. Ziel ist es, die unter dem 30 Hektar großen Wohngebiet lebenden Anwohner zu schützen. Da zu den Bauvorgaben für das spätere zweite Baugebiet Schlossfeld II nun eine getrennte Entsorgung von Schmutzwasser und Oberflächenwasser vorgegeben wurde, ist die Situation jetzt recht entspannt, „weil nur im Schlossfeld I über ein Mischwassersystem entwässert wird“, erklärt Albrecht Hamm. Dieses Mischwasser läuft durch ein Regenüberlaufbecken, wo es von festen Stoffen grob gereinigt wird, bei Starkregen über einen Wasserlauf in das Hochwasserschutzbecken.

Einzugsgebiet von 200 Hektar

Insgesamt hat das Hochwasserschutzbecken Hofener Teich ein Einzugsgebiet von 200 Hektar, das im Westen in der Freudentaler Straße beginnt, am Schlossfeld endet und überwiegend aus landwirtschaftlichen Flächen besteht.

Für die Überprüfung des Damms am Hofener Teich gibt es eine strenge Betriebsanweisung, die sich aus jährlichen, vierteljährlichen und wöchentlichen Kontrollen zusammensetzt. Beim Bau des Damms wurde in der Dammkrone die Abwasserleitung für das Schlossfeld eingebaut, im nördlichen Dammfuß läuft die Trinkwasserversorgungsleitung für das Wohngebiet.

Die Kontrolle dieser Leitungen sei besonders wichtig, denn austretendes Wasser bei etwaigen Rohrbrüchen könnte die Stabilität des Dammes gefährden, erläutert der Bönnigheimer Abwassermeister. Eine genaue Überprüfung ist jeweils beim Grasmähen am Dammfuß möglich. Die eigentliche Überflutungsfläche auf der Nordseite des Dammes wird von den „Kläranlagen-Schafen“ beweidet.

„Verholzung“ beseitigen

Im Schlossfeld II versickert das Regenwasser in Retentionsgräben, die von den Grundstückseigentümern gepflegt werden müssen. Bei Starkregenereignissen wird das Oberflächenwasser, das nicht mehr versickern kann, über Kanäle zum „RRB 10.1 Schlossfeld“ – dem Retentionsbecken am Ostrand des Wohngebiets an der Hangkante zum Schlossberg – abgeleitet, dort gibt es dann auch einen Notüberlauf. Wie im Hofener Teich ist es auch im Retentionsbecken wichtig, dass zweimal im Jahr dafür gesorgt wird, dass sich keine Verholzung bildet, etwa durch schnell wuchernde Brombeerhecken.

Noch gut erinnert sich Albrecht Hamm an den 2. Juni 2024, als ein heftiges Starkregenereignis den nördlichen Landkreis traf und unter anderem in Erligheim und Löchgau Wassermassen Straßen in Sturzbäche verwandelten und Keller vollliefen. Auf einem privaten Foto zeigt der Bönnigheimer Abwassermeister, wie das Hochwasserschutzbecken Hofener Teich das Hochwasser aufgefangen hat und so Schäden in Bönnigheim vermieden wurden.

 
 
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