Bönnigheim Vorsichtige Annäherung im Bönnigheimer Gemeinderat

Von Birgit Riecker
Die städtebauliche Entwicklung des Burgplatzes mit der ehemaligen Genossenschaftkelter ist für den Bönnigheimer Gemeinderat ein schwieriges Vorhaben Foto: /Martin Kalb

Für die Entwicklung am Burgplatz mit der Kelter hat nun die UWG-Fraktion eine „offene“ Machbarkeitsstudie  durch Stadtplaner Rupert Neulinger ins Spiel gebracht.

Der Gemeinderat tut sich schwer mit einer möglichen Stadtentwicklung am Burgplatz. Zur Erinnerung: An diesem Thema hatte sich der Gemeinderatswahlkampf zugespitzt. Die Lähmung sollte nun mit dem UWG-Vorstoß für eine „offene“ Machbarkeitsstudie durch Stadtplaner Rupert Neulinger vom Büro Zoll aufgelöst werden. Für die ABö-Gruppierung fehlte dabei jedoch das „fundierte Briefing“ des Planers.

Genossenschaftskelter mehrfach im Gremium beraten

Die Burgplatzkelter hatte den Gemeinderat schon mehrfach sowohl öffentlich als auch nichtöffentlich beschäftigt. Bürgermeister Albrecht Dautel hatte im Mai letzten Jahres zusammen mit dem Sanierungsberater, der Stadtentwicklungsgesellschaft (STEG), versucht, einen Weg aus der festgefahrenen Situation mit mehreren Untersuchungen zu finden. Ohne Erfolg, der Rat lehnte dankend ab.

Die ABö-Gruppierung hatte gar eine studentische Arbeit für ein Bürger- und Vereinshaus erarbeiten lassen und zum Besuch von mehreren umgebauten Keltern in der näheren und ferneren Umgebung eingeladen. Selbst Kurt Sartorius, der Vorsitzende der Historischen Gesellschaft, hatte die Historie der Alten Kelter beleuchtet und für den Erhalt geworben.

Doch die Mehrheit im Rat wollte auch den Abriss der Alten Kelter beleuchtet sehen, wollte mehr Varianten bei einer möglichen Gestaltung des Burgplatzes haben und eine Perspektive, wie längerfristig das Ganze finanzierbar werden könnte.

Daher stellte Michael Gerdes (UWG) für seine Fraktion den Antrag, Neulinger mit einer Machbarkeitsstudie zu beauftragen. Dabei solle diese grundsätzlich das Gebiet die Michaelsbergstraße, Burgstraße, Schmale Gasse und Weinstraße umfassen. Eine Erweiterung um die Zehntscheune und den Meiereihof soll möglich sein. Dabei solle geklärt werden, wo und wie Wohnbebauung möglich ist, wo die städtischen Gebäude zur Neuordnung des Burgplatzes beitragen können, welche Gebäude zur öffentlichen Nutzung vorstellbar sein und ob der historischen Stadtgrundriss ganz oder anlehnend umgesetzt werden kann.

Eine Zielvorstellung könne der mit der Stadt vertraute und kreative Planer Neulinger vorbereiten und mit dem Gemeinderat erarbeiten. Diese „offene“ Herangehensweise stieß bei Ulrike Staudenrausch (ABö) nicht auf echte Gegenliebe. Sie begrüßte zwar den UWG-Antrag ausdrücklich, wollte ihn jedoch ergänzt haben. Denn es stimme nicht, dass es in den letzten Jahren weder umsetzbare Ideen noch Zielvorstellungen gegeben habe.

Staudenrausch erinnerte an eine Klausurtagung des Gemeinderats zusammen mit der STEG, bei der über parteipolitische Grenzen hinweg eine bemerkenswerte Einigkeit geherrscht habe. Dabei sei aber auch betont worden, dass der städtische Willen festzulegen sei und klare Vorgaben für einen Gesamtplan zu machen seien.

ABö-Bürgerbefragung mit eindeutigem Ergebnis

In den letzten Wochen habe die ABö-Gruppierung eine Bürgerbefragung durchgeführt. Dabei teilgenommen haben 246 Bönnigheimer, die unmissverständliche Forderungen haben: 76 Prozent fordern den Erhalt und die Umnutzung der Alten Kelter als Bürger- und Vereinshaus und 73 Prozent verlangten, dass dem Planer klare Vorgaben und Leitplanken mitgegeben werden müssten. Die Menschen wünschten sich einen Raum für Familienfeste, eine charmante Markthalle mit Café, sowie Schatten und Bäume statt einer Hitzeinsel und eine Tiefgarage. Die Ablehnung ihres Vorstoßes fand Tilo Staudenrausch, ebenfalls ABö, „total schade“, denn es fehle die Basis für eine Entscheidung. Zeit und Geld werde verplempert.

Vor Beauftragung noch„inhaltliche Fragen klären“

Doch die endgültige Entscheidung für die Beauftragung des Büros Zoll, das für vier Module rund 21.000 Euro plus Nebenkosten veranschlagt hat, ist noch nicht gefallen. Auch die Bedarfsanalyse der örtlichen Vereine im Zusammenhang mit den städtischen Gebäuden, die mit Grundlage für die konkrete Untersuchung sein soll, wurde von der Tagesordnung genommen. Es gebe zur Vorbereitung der Beauftragung an das Büro Zoll noch inhaltliche Frage zu klären, so Albrecht Dautel.

 
 
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