Reines Trinkwasser wird immer mehr zu einem kostbaren und knappen Gut. Daher wollte der Gemeinderat wissen, wie es um die Wasserversorgung der Ganerbenstadt bestellt ist. Und ob sie auch angesichts des Klimawandels und einem prognostizierten Bevölkerungswachstum im Jahr 2040 noch sicher ist. Das Ergebnis: Mit wenig Aufwand kann die Wasserversorgung gesichert werden.
Bönnigheim Wasserversorgung ist sicher
Das Strukturgutachten Wasser, die Rohrnetzanalyse und das Löschwasserkonzept zeigen, dass die Stadt auch angesichts von Klimawandel und Bevölkerungswachstum künftig gut aufgestellt ist.
2040 fehlen 8,1 Liter pro Sekunde
In einem umfangreichen Vortrag stellte Thomas Blank von den Heilbronner Versorgungsbetrieben die Analysen und Handlungsempfehlungen vor. Die Wasserqualität sei gut, die Wasserhärte liege im mittleren Bereich. Die Nitratbelastung beim Eigenwasser springe gelegentlich über den Grenzwert. Doch da Fremd- und Eigenwasser gemischt werden, ströme das Wasser aus dem Hahn gesichert unter dem Grenzwert. Das Rohrnetz sei im Großen und Ganzen in einem guten Zustand, letztes Jahr habe es lediglich einen Rohrbruch gegeben. Blank empfahl, weiter das Netz zu pflegen um die Wasserverluste gering zu halten.
Beim maximalen Tagesbedarf sieht Blank, dass rechnerisch in 2040 rund 8,1 Liter pro Sekunde fehlen. Das könne ausgeglichen werden, in dem die Bezugsrechte bei der Bodenseewasserversorgung oder die Eigenwassergewinnung erhöht werden. Das könne eine Sanierung des Tiefbrunnens (TB) Freudentaler Pfad oder auch ein neuer TB in der Nähe des Hochbehälters Schupen sein. Weitere Erhöhungen der Bezugsrechte bei der Bodenseewasserversorgung sind jedoch noch nicht sicher.
Für Stadtrat Frank Sartorius (FWV/CDU) wäre ein weiterer Brunnen eine gute Lösung. Letztlich vorstellbar sei aber auch ein Wasserverband mit den umliegenden Gemeinden, so Blank. Grundsätzlich reiche die Speicherraumbilanz aus, wenn die Behälter regelmäßig befüllt werden, sagte Blank. Er empfahl Netzspülungen in einzelnen Netzteilen um die Fließgeschwindigkeit zu erhöhen. Der Wasserdruck sei jedoch überall ausreichend. Außerdem wurde festgestellt, dass die Hydranten richtig dimensioniert sind, sodass genügend Löschwasser zur Verfügung steht. Nur in den Randbereichen müsse gemeinsam mit der Feuerwehr eine Verbesserung angestrebt werden.
Schließlich wurden noch Notfallszenarien geprüft: Bei Ausfall der Eigenwasserversorgung müsste auf die Bodenseewasserversorgung zurückgegriffen werden. Bei einem Ausfall der Fall- und Transportleitungen könnte im schlimmsten Fall eine Brückenleitung erforderlich werden. Der Ausfall der Druckerhöhungsanlage würde zwar zu einer Verringerung des Wasserdrucks führen. Er sei aber dennoch ausreichend für die Toilettenspülung, so Thomas Blank.
Vorsorge für einen Stromausfall
Und was passiert bei einem Stromausfall? Schlimm würde es nicht, doch die Anschaffung einer Netzersatzanlage sollte geprüft werden, empfahl Thomas Blank. Stadträtin Christa Häußer appellierte an die Verbraucher, „Wasser nicht zu verbrauchen, sondern zu gebrauchen“.
Da es nun doch einige Empfehlungen zur Verbesserung und Sicherung der Trinkwasserversorgung gibt, entschied der Gemeinderat, dass die Verwaltung zusammen mit dem Versorger einen kurz- und mittelfristig umzusetzenden Maßnahmenplan erarbeiten solle. Aktuell steht bereits die Sanierung der Probeentnahmestellen und die technische Ertüchtigung des Hochbehälters Schupen im Haushaltsplan.
