Bönnigheim Weg für Ausrückwache frei

Von Birgit Riecker
Neben dem bestehenden Vereinsheim am Freibad darf die DLRG Foto: /Martin Kalb

Gemeinderat der Ganerbenstadt spricht sich einstimmig für ein zusätzliches Gebäude für die DLRG neben ihrem Vereinsheim am Freibad aus.

Nach einem holprigen Start und einer Verschiebung vom Ausschuss für Technik und Umwelt in den Gemeinderat fiel nun eine eindeutige Entscheidung: Die Bönnigheimer Räte lobten das DLRG-Projekt „Ausrückwache beim Freibad“ und erteilten einhellig die Zustimmung zur beantragten Baugenehmigung.

Deutlich machte DLRG-Einsatzleiter Joachim Baum, wie viel Arbeit in der Vorbereitung des Bauantrags steckt. Architekt Gerd Vogelmann hatte ehrenamtlich in Abstimmung mit den Bezirks- und Landesgremien der Rettungsgesellschaft sowie dem Regierungspräsidium einen Entwurf erarbeitet, der bezahlbar ist, gut aussieht und den Anforderungen des Rettungsdienstgesetzes (RDG) entspricht.

Dabei mussten viele Vorgaben erfüllt werden, um eine Landesförderung zu bekommen. Nicht weiterverfolgt wurden die Ideen, Räume anzumieten, um die Fahrzeuge unterstellen zu können und geforderte Sozial- und Lagerräume bereitzustellen. „Wir haben nichts gefunden, und es wäre zu teuer geworden, da wir die monatliche Miete als kleiner Verein nicht aufbringen hätten können“, so Baum. 17 aktive Einsatzkräfte und ein Jugendteam mit 16 Mitgliedern haben in diesem Jahr bereits 1637 Helferstunden geleistet, erläuterte er. Geprüft wurde weiter ein Eigenbau ohne Förderung. Doch der wäre nicht finanzierbar gewesen. Und so kam nur eine abgespeckte Variante der Ausrückwache in Frage, die in der Größe auf dem Grundstück, das in Erbpacht von der Stadt zur Verfügung gestellt wird, Platz findet.

Abgespeckte Version möglich

Abspecken konnte das DLRG ohne die Förderung zu gefährden, da in ihrem benachbarten Vereinsheim weitere Räume zur Verfügung stehen. Doch lohnt sich die Förderung? „Sie beträgt 90 Prozent, wenn wir rechtzeitig unsere Anträge im März abgeben können“, sagte Baum. Er geht von rund 600.000 Euro Baukosten aus.

Für den Eigenanteil von 60.000 Euro muss der Verein selbst Hand anlegen und kräftig Spenden sammeln. Geplant sind nun Garagen für einen Gerätewagen und ein Wasserrettungsfahrzeug, Umkleiden und Sanitärräume, ein Trocknungs- und Lehrmittelraum, eine allgemeine Werkstatt und ein Lager sowie ein Putzraum und ausreichend Stellplätze. Das Gebäude ist im Süden einstöckig und steigt dann mit einer Dachneigung von 17,5 Grad bis zu einer Höhe von zehn Metern im Norden. „Damit entstehen dort noch die notwendigen Abstellräume“, erklärte Baum. Aus dem Gemeinderat wurde der Wunsch geäußert, die Fassade nicht aus Blech zu errichten, sondern eine nachhaltige Holzverschalung vorzusehen.

„Das ist kein Problem, das kann ich mir gut vorstellen“, sagte daraufhin Baum. Er wird auch die Anregung, neben der Photovoltaikanlage, die das Gebäude versorgen soll, ein begrüntes Dach zu prüfen, an seine Gremien weitergeben. Denn das könnte neben der umweltfreundlichen Lösung auch als Beitrag zum Ausgleich des Eingriffs in die Natur angerechnet werden.

 
 
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