Bönnigheim Weiterhin Ausgabendisziplin nötig

Von Birgit Riecker
Am 25. Dezember wurde Richtfest im Schulzentrum gefeiert (die BZ berichtete). Als Restzahlung für die Sanierung und Erweiterung mit Mensa und Bücherei des Baus II sind 4,23 Millionen Euro im Haushalt 2026 ausgewiesen. Foto: /Martin Kalb

Gemeinderat und Stadtverwaltung schaffen einen Haushaltausgleich ohne Kredite. Dautel: Bei 59 Einzelmaßnahmen sind einvernehmlich rein rechnerisch 1,69 Millionen eingespart worden.

Licht am Ende des Tunnels: Mit einem positiven Ergebnis wird der Haushalt der Stadt Bönnigheim in diesem Jahr voraussichtlich enden. Tiefe Einschnitte bei vielen Ausgaben, Kürzungen beim Personal und Erhöhungen bei Steuersätzen und Gebühren liegen den Zahlen zugrunde. Das am Freitag eingebrachte Zahlenwerk soll am 27. Februar verabschiedet werden.

Die durchaus schmerzhafte Haushaltskonsolidierung war vom Landratsamt gefordert worden. „Der Gemeinderat hat erhebliche Vorarbeit geleistet“, lobte Bürgermeister Albrecht Dautel das Gremium. Bei 59 Einzelmaßnahmen seien einvernehmlich rein rechnerisch 1,69 Millionen eingespart worden Man sei nun auf dem richtigen Weg unterwegs, habe die freiwilligen Aufgaben nicht ganz weggekürzt und werde weiterhin sparsam wirtschaften.

Weiterhin Widerspruch gegen den Zensus

Die Stadt werde ihren Widerspruch gegen den Zensus aufrechterhalten, betonte er. Denn dabei hatte sie statistisch rund 400 Einwohner und über 70.000 Euro jährlich an Zuschüssen verloren. Im Übrigen versicherte er: „Der Haushalt ist schwäbisch-solide aufgestellt.“ Dennoch seien konjunkturelle Schwankungen, die sich vor allem auf die Gewerbesteuer auswirken, nicht vorhersehbar. Dass aber hierbei das Pendel durchaus auch in eine positive Richtung ausschlagen kann, konnte Kämmerer German Thüry gleich zu Beginn seiner halbstündigen Erläuterungen ausführen: Im vierten Quartal 2025 spülte die Gewerbesteuer über eine Million Euro mehr in die Kasse als geplant. Hinzu kamen höhere Einnahmen bei der Grundsteuer, bei den Schlüsselzuweisungen, den privatrechtlichen Leistungsentgelten und geringere Ausgaben beim Personal. Daher musste die Stadt lediglich zwei Million Euro Kredit aufnehmen. Geplant waren neun Millionen.

Seit Jahren wieder ein Überschuss von 314.000 Euro

Dem guten Start in das Jahr 2026 folgen nun weitere erfreuliche Zahlen: Die ordentlichen Erträge liegen demnach bei 30,69 Millionen Euro, die Aufwendungen bei 30.37 Millionen Euro. Die Stadt erwirtschaftet somit einen Überschuss von immerhin 314.300 Euro und kann damit erstmals seit Jahren wieder den geforderten Haushaltsausgleich nachweisen. Letztlich kommt das gute Ergebnis auch durch die (kleine) Liste der geplanten und verschobenen Investitionen zustande: Mit rund neun Millionen Euro sind dabei die Baumaßnahmen der größte Teil.

Dazu gehören die Sanierung und Erweiterung der Schule mit Mensa und Bücherei (Restzahlung 4,23 Millionen Euro), die Sanierung von Straßen und Kanälen im ersten Bauabschnitt des Gebiets „Barrwiesen“ (831.000 Euro) und auch die Planungsrate für die Ertüchtigung der Kläranlage (400.000 Euro). Eingeplant dafür sind auch Förderungen und die Beteiligung der Nachbarkommunen am Schulhausbau mit rund 1.642.000 Euro. Eine Einigung auf diesen Betrag gibt es aber noch nicht, räumte der Kämmerer ein. Für den Brandschutz sind im Übrigen 740.000 Euro eingeplant. Sie reichen für ein Mehrzweck- und ein Löschfahrzeug.

Sechs Millionen Euro aus dem Festgeld werden im März frei

Die Liquidität der Stadtkasse sei sichergestellt, führte er weiter aus. Im März würde Festgeld in Höhe von sechs Millionen Euro frei werden. Und noch eine gute Nachricht: Es müssen keine Kredite aufgenommen werden. Nach der planmäßigen Tilgung wird die Höhe der städtischen Schulden bei 2,74 Millionen Euro liegen.

Allerdings sieht German Thüry die Stadt noch nicht aus dem Schneider. In den nächsten Jahren werde sie wieder in die Miesen rutschen. Daher sei eine strenge Ausgabendisziplin erforderlich. Er appellierte an den Kreistag auf eine weitere Erhöhung der Kreisumlage, wie angekündigt, zu verzichten. Chancen auf Einsparungen sieht er in einer verstärkten interkommunalen Zusammenarbeit. „Und wir müssen alle künftigen Investitionen hinterfragen“, fügte er an. Ob dazu der Neubau der Schillerschule gehört, ließ er offen.

Bei der nächsten Gemeinderatssitzung am 27. Februar haben die Gemeinderäte das Wort.

Kennzahlen des Haushalts

30,69 Millionen Euro werden als ordentliche Erträge ausgewiesen.

30,37 Millionen Euro betragen die Aufwendungen.

314.300 Euro ist der erwartete Überschuss, was seit Jahren wieder einen ausgeglichenen Haushalt bedeutet.

9 Millionen Euro umfassen die Baumaßnahmen, als größte Posten im Etat 2026.

1,64 Millionen Euro sind als Beteiligungen von Nachbarkommunen am Schulhausbau eingeplant. Eine Einigung gibt es allerdings noch nicht.

11,54 Millionen Euro sind als Personalausgaben eingeplant.

4,38 Millionen Euro beträgt die Kreisumlage, die Bönnigheim abführen muss.

 
 
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