Bönnigheim Wenn Klang auf visuelle Reize trifft

Von Susanne Walter
Bei der Musikshow trat auch die Bigband des MVB auf. Foto: /Martin Kalb

Gleich an zwei Abenden begeistern rund 100 Musiker der Stadtkapelle Bönnigheim ihr Publikum.

Bei der Bönnigheimer Musikshow begegneten sich Können, Spaß an lebendigen Klängen und Melodien voller Leben. Da bekanntlich alle guten Dinge drei sind, liefen rund 100 Musiker des Musikvereins Stadtkapelle Bönnigheim zur Höchstform auf, bei ihrer dritten Musikshow in der Bönnigheimer Sporthalle. Gleich an zwei Abenden, am Freitag und am Samstag, war die Halle voll bis auf den letzten Platz – was für ein Zeichen der Begeisterung über die Arbeit von Stadtmusikdirektor Rainer Falk und allen seinen Mitstreitern.

Musical und Film im Fokus

Dazu gehörte auch die Big Band, die Matthias Leucht, seines Zeichens Saxophonist und Profi im Bereich Jazz- und Popularmusik, für die Musikshow in Bönnigheim zusammengestellt hat, um mit eigenen Klangfarben das Orchestergeschehen auf der Hauptbühne zu bereichern. Den Impuls von Swing und Jazz streute er in seiner ganz eigenen Art ein und ließ dabei Solisten groß werden, wie Tobias Schuster am Saxophon. In der Bigband hauchte er Klassikern wie „Chicago“ aus dem Film „Blues Brothers“ neues Leben ein. Improkünstler Matthias Leucht ließ es sich nicht nehmen, dem Song „What a wonderful World“ aus „Good morning Vietnam“ seine Stimme zu geben.

Das bunte Potpourri auf zwei Bühnen startete mit dem Fanfarenruf aus „Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauss. Richtungsweisend hatten Auszüge aus Musicals und Filmmusik den Vortritt. Illustriert war das Bühnengeschehen mit Hinweisen auf den jeweiligen Film – besonders eindrucksvoll bei „Tim und Struppi“.

Verbindung zum Publikum

Moderator Tilo Staudenrausch legte seine Verbindungslinie zwischen Programm und Publikum. Um den Zuhörern eine Vorstellung davon zu geben, wie rege das Musikschulleben in Bönnigheim stattfindet, erzählte Staudenrausch wie der ganze Pulk von 110 Schülern kürzlich nach Kaisersbach gereist ist und dort Klausur gehalten hat. „Das ist für uns gelebte Nachwuchsförderung“, betonte er und ergänzte: „Besonders stolz sind wir, dass einige Mitglieder des Jugendorchesters auch in der Stadtkapelle mitspielen – eine wundervolle Brücke zwischen den Generationen.“

Jugendleiterin Saskia Pasker gestaltete mit ihrem Orchester einen charmanten Block aus der Welt der Musicals. Mit einem dramatischen Auszug aus dem Lloyd-Weber-Musical „Die Schöne und das Biest“ wurde das Publikum eingestimmt. Mit dem „King of Pop“, Michael Jackson, ging es in die nächste Runde und klang mit Auszügen aus „Mama Mia“ von Abba aus.

Die Musikshow wäre keine solche, wenn nicht auch die Größe der Ensembles variieren würden. Hier bestimmen Solisten genauso wie Sinfonieorchester das Bühnengeschehen. „Wir sind unheimlich stolz darauf, so viele Talente in den eigenen Reihen zu haben. Heute Abend feiert eine junge Sängerin aus unserem Orchester ihre Premiere bei der Musikshow mit Walt Disneys ‚Arielle’“, kündigte Staudenrausch an. Ein Raunen ging durch den Saal als Lisa Maier, begleitet von Micha Jonas Spohn am Klavier, ihre Stimme erhob.

Das Geheimnis der Bönnigheimer Musizierenden scheint das Tempo zu sein, das Dirigent Rainer Falk vorgibt. Es ist respektvoll an das Können der Freizeitmusiker angeglichen. Nicht einmal während des Konzerts wirkte eine musikalische Wendung schwammig oder unpräzise. Nie tanzte jemand mit falschen Tönen aus der Reihe.

Klang trifft visuelle Reize

Zum Klangteppich kamen gezielt gestreute visuelle Reize: Aus dem Nichts tauchte „Darth Vader“ aus dem Filmklassiker „Star Wars“ auf und schritt in seiner schwarzen Kluft durch die Reihen. Plötzlich fand er sich im Lichtschwerterkampf wieder mit anderen Figuren aus dem Kult-Film. Superman lebte auf in seiner ihm gewidmeten musikalischen Hommage. Am Ende drehte sich Rainer Falk um, öffnet das Jackett und feierte sich für einem augenzwinkernden Moment als Superman-Held. Alles lachte über den Schalk.

Die tanzenden Nonnen aus dem Musical „Sister Act“ kamen persönlich vorbei und amüsieren das Bönnigheimer Publikum. Mit der Zugabe „Can you feel the love tonight“ entließen die Musiker ihre Zuhörer.  Susanne Walter

 
 
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