Am Freitagnachmittag war auf der Straße vor dem Bönnigheimer Kleeblattheim entspanntes Lachen zu vernehmen. Der Sektempfang zum 30-jährigen Jubiläum im Innern des Gebäudes war in vollem Gange. Nicht nur die rund 25 Bewohner des Heimes sowie die nahezu 40 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen feierten hier ein fröhliches Fest, auch die Angehörigen der Bewohner und viele weitere, die mit dem Heim in Verbindung standen, waren eingeladen worden.
Bönnigheim Zehn kleine „Pflegerlein“ im Tutu
Mit Würdigungen und einem bunten Programm wurde das 30-Jährige Bestehen des Kleeblattheims Bönnigheim gefeiert.
Stefan Ebert, Geschäftsführer der Kleeblattheime GmbH, betonte, dass es im Kleeblattheim „um Menschen gehe, die dieses Land aufgebaut haben“ und dankte dem Pflegepersonal für ihre tolle Arbeit – rund um die Uhr.
Bürgermeister Dautel zum ersten Mal beim 30. Geburtstag
Bürgermeister Albrecht Dautel hingegen scherzte, dass er zwar häufiger hierher komme, um jemandem zum Geburtstag zu gratulieren, „zum 80. oder 90, aber heute ist es das erste Mal, dass ich dies zum 30. mache“. Er freute sich über das jüngste „Facelifting“ des Gebäudes und erinnerte daran, dass das Bauwerk einst ein Krankenhaus war, in dem der eine oder andere jetzige Bewohner vielleicht sogar geboren worden war.
Tatsächlich erzählte auch der Fördervereinsvorsitzende Heinz Prochnau, dass er in diesem Bau das Licht der Welt erblickt hatte. Er bezeichnete das heutige Heim als Ort der Geborgenheit, ein Zuhause, in dem der Mensch im Mittelpunkt stehe.
Laute Sympathiebekundungen erhielt der Pflegedienstleiter Nico Männicke, der seit einem Jahr hier arbeitet und das Leben im Heim mit einem Puzzle verglich: „Jeder trägt einen Teil zum Ganzen bei“.
Die evangelische Pfarrerin Rebecca Fischer teilte diese Ansicht, indem sie Paulus zitierte: „Einer trage des anderen Last“; denn gemeinsam sei jegliche Last leichter, nicht nur hier im Heim. Sie stimmte mit den Anwesenden und dem Bönnigheimer Posaunenchor das Lied „Du großer Gott, wir loben Dich“ an, dem weitere klangvolle Musikstücke folgten.
Doch plötzlich tanzten „zehn kleine Pflegerlein“ im rosa Tutu, weißen Leggins und grünen Shirts in den geräumigen Speisesaal. Mehr oder weniger grazil schwebten die „Balletänzerinnen“ über den Boden und ließen kritisch-humorvolle Einblicke in ihr Arbeitsleben zu, aus dem nach jeder Strophe einer ausschied.
In der Küche wurde währenddessen fleißig gearbeitet. Bald schon drangen die verlockenden Düfte in den freundlich, in frischem Apfelgrün und mit bunten Bastelarbeiten, geschmückten Saal.
Zunächst jedoch lieferten Ursula Eichhorn vom Sozialdienst, in der Rolle der Putzfrau, und der ehrenamtlich tätige Wolfgang Knödler, als Hausmeister, einen amüsanten Wettstreit darüber, wer am meisten Schmerzen habe. Singend klagten sie ihr Leid und lösten damit reichlich Gelächter aus.
92 Jahre alte Aline Stahl feiert fröhlich mit
Auch die 92 Jahre alte Bönnigheimerin Aline Stahl, die seit rund fünf Jahren im Heim lebt, sowie ihre jüngere Schwester Lore Bethke, die mehrmals wöchentlich zu Besuch kommt, hatten ihre Freude an der Feier. Doch nicht nur heute, „auch sonst“ fand Bethke „das Heim super! Man kann wirklich nur das Allerbeste sagen“, äußerte sie überzeugend im Gespräch mit der BZ.
Nach einer Bildpräsentation über 30 Jahre Kleeblattheim in Bönnigheim, die Knödler unterhaltsam moderierte und dabei viele Veranstaltungen des Fördervereins aufzeigte, wurden alle Anwesenden zum Büffet geladen. Die Hauswirtschaftsleiterin Margit Benz hatte mit ihrem Team ausgefallene Kreationen auf der Grundlage von Maultaschen geschaffen, denen genauso wie den weiteren Köstlichkeiten begeistert zugesprochen wurde. Am Ausgang wurde man schließlich gebeten, sich mit einem Fingerabdruck zu verewigen. Der „Baum auf Leinwand“ sollte später zur Erinnerung an diesen besonderen Tag ins Foyer gehängt werden. Corinna Müller
