Nachdem der Bönnigheimer Gemeinderat in seiner Verwaltungsausschusssitzung am vergangenen Donnerstag grundsätzlich beschlossen hatte, dass die Ganztagsbetreuung aufgrund des Rechtsanspruchs in der Grundschule ab dem Schuljahr 2026/27 nicht ausgedehnt wird (die BZ berichtete), stellte sich im Ausschuss die Frage: Wie soll die zukünftige Betreuung der Kommune an der Bönnigheimer Grundschule aussehen? Im Schuljahr 2024/ 2025 besuchten 112 Schülerinnen und Schüler die bedarfsorientierte Betreuung in Bönnigheim. Im laufenden Schuljahr 2025/2026 sind es 94.
Bönnigheim Zusätzliche Betreuung wird deutlich reduziert
Der Verwaltungsausschuss beschließt, das Angebot an der Grundschule dem Rechtsanspruch von 40 Stunden anzupassen und nicht überzuerfüllen.
In der bedarfsorientierten Betreuung gibt es nach wie vor Angebote für die Ergänzung des Ganztags und der Regelschule: Bei den Regelschülern ist wie schon im März 2024 der Block K1 – vier Tage, 12 bis 13 Uhr und bei der Mittagschule 12 bis 14 Uhr mit 33 Betreuten der nachgefragteste. Bei den Ganztagsschülern ist es mit aktuell 26 betreuten Schülern der Block G1, der Betreuung von 12 bis 17 Uhr am Montag vorsieht, der nachgefragteste Betreuungsblock.
Deutlich über 40 Stunden in der Ganztagesbetreuung
Das Konzept der Blöcke wurde an den Stundenplan der Grundschule angepasst, das zu den Vorjahren nahezu unverändert ist. Zudem soll die Schulkindbetreuung an die Betreuung in den Kindertageseinrichtungen anschließen, so dass ein verlässliches Gesamtangebot besteht. Die Kindertageseinrichtungen bieten einen Ganztag mit acht Stunden.
Die Stadt Bönnigheim erfüllt den Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung bereits heute – außer in den Ferien – mit deutlich über 40 Stunden. Dies lasse sich auf lange Sicht finanziell nicht mehr abbilden, so die Verwaltung, die daher vorschlug, die Schulkindbetreuung künftig zeitlich dem Rechtsanspruchs von 40 Stunden pro Woche anzunähern und mit dem ergänzenden Angebot der Kommune die Ganztagsschule und ihre Weiterentwicklung zu stärken.
Der Vorschlag der Verwaltung sieht deshalb nun eine Änderung der zusätzlichen Betreuungszeiten vor: Schüler, die in den Regelunterricht gehen, sollen ab dem Schuljahr 2026 anstatt von 7 bis 8.25 Uhr nur noch von 7.35 bis 08.25 Uhr betreut werden.
Das zusätzliche Betreuungsangebot für den Ganztag von aktuell Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 7 bis 7.35 Uhr und Montag und Freitag von 7 bis 8.25 Uhr soll auf Montag und Freitag von 7.35 bis 8.25 Uhr reduziert werden. Zudem soll Montag und Freitagnachmittags nur noch bis 15.35 betreut werden, der Block G3 dienstags bis donnerstags soll wegfallen.
Ferienangebot wird dem Rechtsanspruch angepasst
Beim Ferienangebot soll die Mindestteilnehmerzahl von zehn entfallen, ohne die das Angebot nicht stattfindet. In den Sommerferien soll sich die Schulkindbetreuung auf drei oder vier Wochen erhöhen, zusammen mit dem Zusatzangebot, um den Rechtsanspruch auf die Ganztagsbetreuung auch während der Ferien zu gewährleisten. Der Start soll sich verschieben: von 7 bis 13 oder 17 Uhr auf je 35 Minuten später, der Ganztag soll auch nur noch bis 15.35 Uhr gehen. Die Feriencamps sollen weiter durchgeführt werden.
Er könne die Kürzung nachvollziehen, so Gerrit Schwenk (UWG), sah aber die reduzierte Betreuung in Block K von 7 auf 7.30 Uhr kritisch: Die werde da wahrscheinlich am meisten benötigt, mehr als in der Mittagszeit. Ebenso sah es Dorothea Bechtle-Rüster (SPD). Nicht ohne Not werde man sein Kind um sieben abgeben, betroffen seien dann wahrscheinlich Eltern, die pendeln. So kam der Verwaltungsausschuss zu dem vorläufigen Beschluss, sieben Uhr als Betreuungsstart zu fixieren.
