Von 1286 stammen die Überreste der Stadtbefestigung in Bönnigheim. Nur noch wenige Teile sind im Stadtbild zu erkennen, beispielsweise am Burgplatz und in der Schmalen Gasse. „Denkmäler zu schützen und wieder herzurichten, ist eine Aufgabe der Kommune“, sagt Jürgen Lais vom Fachbereich kommunale Baumaßnahmen.
Bönnigheim Zwei Baumaßnahmen der Stadt
In der Schmalen Gasse in Bönnigheim wurde ein Stück Stadtmauer hergerichtet, in den Barrwiesen wird die Infrastruktur erneuert.
Die Renovierung eines Stücks der Stadtmauer in der Schmalen Gasse wurde aktuell fertiggestellt. Als letztes wurde in die sanierte Mauer eine grobe Holztür eingebaut. „Alles was neu zu einem Denkmalgeschützen Bauwerk hinzukommt, muss als neu erkennbar sein“, sagt Lais.
Und so wurde das Tor, das in einen kleinen Hinterhof führt, extra unbehandelt und nicht perfekt gestaltet. „Unten haben wir Raum gelassen, damit Katzen durchkommen können“, sagt Lais. Das Stadtmauerstück war früher in ein Wohnhaus integriert, wie es am Nebengebäude noch zu sehen ist. „In der Seitenwand sieht man noch Nischen, die im Haus als Naturkühlschränke fungierten“, erklärt Lais.
Die Stadt hat Mauer und die Seitenwand saniert, die Fassade gereinigt. Oben auf der Mauer ist noch der alte Wehrgang, der zur benachbarten Ganerbenburg führte, zu erkennen. Und damit ein Gesamtbild entsteht, hat man auch die Mauer des Nachbarhauses saniert und „schön gemacht“, wie Lais sagt. Auch hier ist das „Fenster in die Geschichte“, so Lais, deutlich zu erkennen.
341.000 Euro hat die Maßnahme gekostet, inklusive Abbruch des Vorderhauses und der Sanierung. 23.000 Euro steuerte das Denkmalamt des Landkreises dazu. 191.000 Euro stammen aus der Förderung zur Stadtkernsanierung. Es bleibt ein Rest von 127.000 Euro, den die Stadt zahlen muss. „Ich glaube, hier ist ein Schmuckstück entstanden“, sagt Lais.
Infrastruktur in den Barrwiesen wird erneuert
In den Barrwiesen geht es weniger um Schönheit. Hier saniert und erneuert die Stadt im Wohngebiet die Infrastruktur und musste deshalb den Finken- und Meisenweg vollsperren. Das Wohngebiet Barrwiesen stammt aus den 1950er-Jahren. „Es war an der Zeit, wichtige Infrastrukturmaßnahmen zu erneuern“, sagt Lais, der die Bauleitung beider Projekte inne hat. Wasser- und Gasleitungen werden ersetzt, der Kanal saniert.
Zudem werden die Straßen erneuert, die beiden Wege bekommen jetzt auch Bordsteine. „Die Anwohner wurden in einer Einwohnerversammlung informiert. Sie nehmen es hin, dass sie eine Zeit lang nicht zu ihren Wohnhäusern fahren können und dafür alles neu bekommen und alle sind auch nett zu uns, wir hören kaum Klagen“, so Lais. Die Zugänglichkeit zu den Häusern sei aber gewährleistet. „Die Versorgungsinstandhaltung und gegebenenfalls Erneuerung ist ein Schwerpunkt der städtischen Aufgaben“, sagt er.
1,3 Millionen kostet die Stadt diese Baumaßnahme. Im Oktober wird sie wohl beendet sein. Dann folgen 2027 weitere Abschnitte im Meisenweg und Im Vogelsang.
