Bönnigheimer Gemeinderäte kritisieren die hohen Kosten für eine Fahrzeugbox Feuerwehrhaus-Anbau wird zu teuer

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Am Bönnigheimer Feuerwehrhaus soll eine weitere Fahrzeugbox gebaut werden.⇥ Foto: Martin Kalb

Für eine weitere Fahrzeugbox schätzt der Architekt Kosten in Höhe von 450 000 Euro.

Die geschätzten Kosten für den Anbau einer weiteren Fahrzeugbox an das 2010 eingeweihte Feuerwehrgerätehaus in der Kirchheimer Straße barg eine unangenehme Überraschung für den Technischen Ausschuss, der am Donnerstagabend tagte: Architekt Markus Happold vom Büro KTH aus Heilbronn rechnet mit rund 450 000 Euro für die „etwas größere Doppelgarage“, wie Stadtrat Jürgen Carstens (Grüne) den Anbau betitelte.

Vor Ort hatten sich im Vorfeld Vertreter des Gemeinderats, der Feuerwehr und der Architekt über die Lage an der Südostecke, die Größe von rund elf Metern Länge und 6,50 Metern Breite und die Ausstattung mit Deckenstrahlheizung und ohne Abgasabsauganlage abgesprochen. Nachdem nun auch die Fachplaner drübergeschaut haben, schlug Happold vor, die Höhe des Gebäudes auf rund 7,50 Meter festzulegen und es mit einem extensiv begrünten Flachdach auszustatten. „Wir erhalten dann eine geschlossene Einheit“, betonte er.

An der Außenwand der neuen Fahrzeugbox sollen Regalflächen eingebaut werden. Das bestehende Sektionaltor wird versetzt, zwei Türen kommen hinzu. „Leider ist eine Flachgründung nicht möglich, der Baugrund ist zu schlecht“, erklärte Happold. Daher sei eine Pfahlgründung erforderlich.

Aufwändige Pfahlgründung

„Der Preis für diese Garage hätte mich umgehauen, wenn ich nicht gesessen hätte“, zeigte sich Stadtrat Michael Gerdes (UWG) entsetzt. „Kann das nicht günstiger gehen? So stimme ich dem nicht zu.“ Markus Happold betonte, dass die Gründung sehr aufwändig sei. „Sonst könnte sich der Anbau bis zu drei Zentimeter setzen“, erklärte er. Man baue den gleichen Standard wie beim ursprünglichen Haus. „Da ist nichts drin, was wir nicht besprochen haben“, nahm Bürgermeister Albrecht Dautel den Planer in Schutz.

Stadtrat Jürgen Carstens wollte an den Nebenkosten sparen, Stadträtin Christa Häußer (FWV/CDU) erkundigte sich nach den Details bei den elektrischen Anlagen (22 900 Euro), der Ausstattung und Kunstwerke (3500 Euro) sowie der Außenanlagen (gut 26 000 Euro). Auch sie betonte, dass das Gebäude so zu teuer sei. Stadtrat Markus Stahl (UWG) kritisierte die Anzahl der Fachplaner.

Sein FWV/CDU-Kollege Frank Müller stellte die Überlegung in den Raum, den Bau niedriger zu errichten. Doch auch diese Idee bringe praktisch keine Einsparung und der optische Eindruck leide, erläuterte Happold.

Planung nochmals überprüfen

Stadtrat Hans-Martin Jäger (UWG) tat sich ebenfalls schwer. „Das Gebäude ist so geplant, wie besprochen“, bestätigte er. Aber der Preis sei zu hoch, alles müsse noch einmal auf den Prüfstand. „Geld ist grad billig, der Bau dagegen teuer“, wusste er aus seiner eigenen Erfahrung als Architekt. Doch in der weiteren Debatte kam ihm doch noch eine Idee: Da die Pfahlgründung so teuer sei, könne man doch versuchen, das Gebäude leichter zu machen. Daher schlug er vor, zu prüfen, ob eine Holzrahmenkonstruktion möglich sei und damit vielleicht dann doch auch eine Flachgründung.

Der Technische Ausschuss beschloss schließlich einhellig, Happold solle alle Komponenten, einschließlich der Holzrahmenkonstruktion, überprüfen – mit dem Ziel die Kosten zu senken. ⇥

 
 
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