Stolz zeigt Johanna ihre Tüte mit den Roten Neonfischen, die sie für das heimische Aquarium auf der Fisch- und Pflanzenbörse des Kleintierzuchtvereins Oberriexingen erstanden hat. Das Mädchen aus Kleinglattbach wurde von ihrer Oma Hermine Heckl für das Hobby begeistert. Heckl gehört zu den Gründungsmitgliedern der Aquaristik-Abteilung bei den Oberriexinger Kleintierzüchtern und hat die Börse mit ins Leben gerufen.
Börse Oberriexingen Wasserschönheiten aus Südamerika
Fisch- und Pflanzenbörse in Oberriexingen zeigt bunte Vielfalt von Guppys bis zu Panzerwelsen.
Elf Aussteller
„Ich hatte heute einige Schwerträgerfische dabei, die relativ schnell ausverkauft waren. Das sind gute Anfängerfische“, erzählt Heckl, die auch Wasserkelchpflanzen im Angebot hat. Insgesamt elf Aussteller aus dem gesamten Stuttgarter und Heilbronner Raum sind auf der Börse vertreten. Unter ihnen ist auch Familie Effinger aus Esslingen, deren Sohn Lukas unterschiedliche Becken mit insgesamt rund 1200 Litern Wasser in seinem Zimmer stehen hat. Besonders Fische aus Südamerika haben es Lukas angetan, von denen die „Golden Stripes“-Panzerwelse mit ihrer beeindruckenden Farbe begeistern, während die „Snow Whites“ aus Venezuela ganz in Weiß die bewundernden Blicke der Besucher auf sich ziehen. „Unsere Fische sind schon eine echte Besonderheit. Es gibt sie im Umkreis von 100 Kilometern unter Aquarienfreunden in dieser Anzahl kaum noch. Zu uns kommen sogar Züchter vom Bodensee“, berichtet Familie Effinger. Begeistert sind die Effingers auch vom guten Sozialverhalten der Fische untereinander, von denen sich einige sogar streicheln lassen.
Seit rund fünf Jahren ist Peter Scholz hauptverantwortlich für die Fisch- und Pflanzenbörse in Oberriexingen. „Unsere Aussteller verkaufen allesamt aus Hobbyzucht, die teilweise aber schon im großen Stil betrieben wird“, macht Scholz deutlich. Am Morgen vor der Börse schaut er sich die ausgestellten und zum Verkauf angebotenen Fische genau an, damit keine kranken Tiere veräußert werden. „Erfahrungsgemäß ist die Nachfrage nach Guppys immer groß, denn sie vermehren sich sehr schnell und in ihrer Pflege können auch Anfänger nur wenig falsch machen“, stellt Scholz klar. Aber auch unterschiedliche Welse, Buntbarsche und Barben offerieren die Aussteller. „Der Trend zu Garnelen ist wieder etwas abgeflacht. Die sogenannte ‚Nano-Aquaristik‘ war für diejenigen interessant, die sich nur kleine Becken von 20 bis 30 Litern zulegen wollten. Darin sind keine Fische zu halten“, so Scholz.
Ideal für Anfänger sei ein 125-Liter-Becken mit einem Außenfilter, einer guten Beleuchtung und einem Heizstab. „Ich würde gut ausgewaschenen Kies als Bodengrund empfehlen, einige Wasserpflanzen wie den Wasserkelch und etwa zehn Guppys als Besatz“, rät Scholz für einen gelungen Start ins Aquaristikhobby. Auch Welse für den Bodengrund seien nützlich. Aber bevor die Fische ins Wasser dürfen, sollte die Technik das Wasser zwei Wochen lang aufbereitet haben, erläutert Scholz.
Fische sind der Psychiater
Er selbst hat unterschiedliche Welse, Regenbogenfische und Guppys zuhause und kann stundenlang dabei zusehen, wie die Tiere im Wasser lautlos ihre Bahnen ziehen. „Das entspannt mich ungemein. Meine Fische sind gewissermaßen ‚mein Psychiater‘“, sagt Scholz, der mit acht Jahren sein Herz für die Aquaristik entdeckt hat. Auch heute noch fasziniere viele Kinder wie die kleine Johanna aus Kleinglattbach dieses Hobby, obwohl manchmal die Begeisterung auch wieder nachlasse, wenn die Pflege des Beckens und der Fische zu aufwendig werde. „Aber wer einmal mit dem Aquariumvirus infiziert ist, der landet auch irgendwann wieder bei diesem Hobby“, weiß Scholz aus seiner langjährigen Erfahrung. Dies zeigt sich auch beim guten Besucheransturm der Börse in Oberriexingen. Michaela Glemser
