Boxen Schnelles Wiedersehen von Sturm und Altay

Von Niklas Braiger
Im ersten Aufeinandertreffen musste der Leverkusener Felix Sturm (links) alles aus sich rausholen, um Gegner Sükrü Altay zu schlagen. Am Samstag kommt es zum Rematch. Foto: IMAGO/Michael Weber

Der fünffache Weltmeister Felix Sturm erwartet einen Hexenkessel in der MHP-Arena, wenn er vor Tausenden Zuschauern zum zweiten Mal gegen Sükrü Altay antritt.

Es war ein hartes Stück Arbeit, als Felix Sturm im vergangenen Februar bei seiner Rückkehr in den Ring Sükrü Altay bezwang. Der 44-Jährige überwand seinen Kontrahenten erst nach der zehnten Runde nach Punkten. Am Samstag bekommt Altay die Chance auf Revanche: In der MHP-Arena in Ludwigsburg treffen die beiden erneut aufeinander.

Bei Sturms 43. Sieg als Boxprofi sah es zwischenzeitlich nicht danach aus, als könnte er das Duell für sich entscheiden. Der sechs Jahre jüngere Altay wirkte frischer, fitter und schneller auf den Beinen. Besonders in den Runden in der Mitte des Kampfes war der Türke dominant und teils auch provokant gegenüber dem fünfmaligen Weltmeister, als er bereits während den Runden siegessicher die Faust in die Luft streckte.

Altay will nach Sturm-Sieg den Altmeister übertrumpfen

Am Ende siegte Sturm in der Porsche-Arena in Stuttgart überraschend mit der Zustimmung von allen drei Punktrichtern, was die insgesamt erst dritte Niederlage für Altay in seinem 18. Kampf bedeutete. Vom Rückkampf versprechen sich beide Boxer noch mehr, als von ihrem ersten Fight. „Wir wollen den Zuschauern jetzt einen Rückkampf bieten, der bei Weitem besser wird als der letzte. Der Ehrgeiz treibt mich weiter an und ich war nie einer, der zurückgesteckt hat“, berichtet Sturm. Auch Altay ist heiß auf das Duell. „Wir haben im Vergleich zum ersten Aufeinandertreffen mehr Zeit, um uns auf den Kampf vorzubereiten und keine Ausreden mehr.“ Er hat ein klares Ziel: „Im letzten Kampf war er der Sieger. Das muss man akzeptieren. Felix Sturm ist fünffacher Weltmeister, trotzdem werde ich alles geben, es ihm möglichst lange schwer zu machen, denn: Ich bin ein Junge von der Straße. Der Bessere soll gewinnen.“

Die Frage, warum der Kampf in Ludwigsburg stattfindet, kann Sturm leicht beantworten. „Die MHP-Arena ist eine tolle Halle. Egal wo man sitzt, sieht man gut, ein echter Hexenkessel. Zudem leben in Stuttgart und der Region viele Bosnier. Daher war es für uns eine einfache Entscheidung, hier zu boxen“, sagt der gebürtige Leverkusener mit bosnischen Wurzeln. Es ist Sturms erster Boxkampf in der Barockstadt, zuvor hat er bereits sechs Mal in der Landeshauptstadt Stuttgart gekämpft.

Beginn der gesamten Veranstaltung ist um 17 Uhr. Der Streamingdienst DAZN zeigt die Übertragung live aus der Barockstadt ab 18.30 Uhr. Der Stream ist kostenpflichtig und benötigt ein vorher abgeschlossenes Abo. Neben dem Hauptkampf wird es elf weitere Vorkämpfe geben. Unter anderem werden Juniorenweltmeister Luca Cinqueoncie und der zweifache deutsche und bosnische Meister Gianni Dedic in den Ring steigen. Cinqueoncie hat aus seinen 17 Profikämpfen bisher noch keinen einzigen verloren, in der MHP-Arena steht dem sechsfachen Junioren-Weltmeister aus Offenbach dann Mirko König gegenüber. Erst später am werden dann Sturm und Altay in den Ring steigen.

Junge Boxer stehen auch im Fokus von Sturm

Der Nachwuchs liegt Sturm generell sehr am Herzen. „In Ludwigsburg werden viele talentierte Boxer im Ring stehen. Wir wollen dem Boxsport neues Leben einhauchen. Mit dem Kampf starten wir einen weiteren Versuch, voranzukommen, damit Talente künftig vor dem Publikum kämpfen, das sie verdienen. Der 2. Dezember könnte für die Zukunft entscheidend werden, wie es mit dem deutschen Boxsport weitergeht“ erklärt Sturm. Den Nachwuchsboxern wolle man eine möglichst attraktive Plattform geben, um sich beweisen zu können. „Ihre Visitenkarte müssen sie aber selbst abgeben“, sagt der Weltmeister über die jungen Kämpfer.

 
 
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