Brand in Pleidelsheim Brandschutz im Alten Rathaus wird verstärkt

Von Jörg Palitzsch
Das Alte Rathaus in Pleidelsheim bekommt eine Brandwarnanlage, die vorher festgelegte Personen zuerst warnt. Foto: /Oliver Bürkle

Es soll eine Brandwarnanlage in dem Gebäude aus dem 17. Jahrhundert installiert werden.

Die Ereignisse rund um den Großbrand der Gebäude am Pleidelsheimer Schillerplatz am 8. März haben deutlich gemacht, wie schnell sich Brände insbesondere in historischen Fachwerkgebäuden ausbreiten und welche gravierenden Schäden sie verursachen können. Zu den bedeutenden historischen Gebäuden Pleidelsheims zählen die Kelter aus dem Jahr 1511, die Zehntscheuer von 1515, die Mauritiuskirche von 1586 sowie das Alte Rathaus aus dem Jahr 1614. Letzteres ist das älteste noch erhaltene historische Fachwerkgebäude der Gemeinde und besitzt einen hohen denkmalpflegerischen sowie ortsgeschichtlichen Wert.

Vernetzte Rauchwarnmelder

Um den Schutz dieses Gebäudes in der Hauptstraße 1 zu verbessern, empfahl die Verwaltung dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung die Installation einer Brandwarnanlage im Alten Rathaus. Anders als eine klassische Brandmeldeanlage dient sie der frühzeitigen Alarmierung eines festgelegten Personenkreises. Vernetzte Rauchwarnmelder werden dabei über eine Brandwarnzentrale verbunden und benachrichtigen im Alarmfall automatisch definierte Empfänger – beispielsweise Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr, Mitarbeiter des Bauhofs oder weitere von der Gemeinde benannte Personen – per Telefon, SMS oder Pushnachricht. So kann die Rettungskette frühzeitig eingeleitet und die Feuerwehr schnell alarmiert werden. Die geplante Anlage umfasst vernetzte Rauchwarnmelder, eine Brandwarnzentrale mit Kommunikationsmodul sowie die notwendige Vernetzung der Melder.

Die Kosten für Lieferung, Montage und Inbetriebnahme belaufen sich auf rund 6800 Euro. Der Pleidelsheim Gemeinderat folgte dem Vorschlag der Verwaltung und beauftragte diese mit der Umsetzung der Maßnahme entsprechend dem vorliegenden Angebot.

Bürgermeisterin Dr. Sabrina Lee informierte auch über den aktuellen Stand der Schadensabwicklung sowie die weiteren Planungen für das Areal am Schillerplatz. Beim Brand wurden die Gebäude Schillerplatz 1 und 2 vollständig zerstört. Insgesamt waren neun Wohnungen der Gemeinde-Wohnbau Pleidelsheim betroffen. Mehr als 20 Menschen verloren dadurch ihr Zuhause.

Wie Bürgermeisterin Lee berichtete, konnten alle Betroffenen unmittelbar nach dem Brand kurzfristig untergebracht werden. Ein öffentlicher Wohnungsaufruf führte zu mehr als 30 Wohnungsangeboten, die an die Betroffenen weitergegeben wurden. Viele von ihnen konnten inzwischen eine neue Unterkunft finden.

Große Hilfsbereitschaft

Die Bürgermeisterin sprach der Freiwilligen Feuerwehr ihren ausdrücklichen Dank für den engagierten Einsatz aus. Ebenso würdigte sie die große Hilfsbereitschaft der Bürger sowie die Unterstützung durch zahlreiche Helfer sowie Spender. Die eingegangenen Spendengelder wurden mittlerweile vollständig an die Betroffenen ausgezahlt. Zur Brandursache liegt nach wie vor kein abschließender Untersuchungsbericht vor.

Zum Schaden informierte die Bürgermeisterin darüber, ein endgültiges Gutachten stehe noch aus, jedoch komme das beauftragte Ingenieurbüro zu dem Schluss, dass eine Sanierung des Gebäudes Schillerplatz 1 wirtschaftlich nicht sinnvoll sei. Deshalb soll das Gebäude Ende August beziehungsweise Anfang September abgebrochen werden.

Ziel ist eine Neubebauung

Im Anschluss soll der Gemeinderat über die zukünftige Nutzung der frei werdenden Fläche beraten. Ziel ist eine Bebauung, die den aktuellen Bedürfnissen der Gemeinde entspricht. Bei einem Ortstermin wurde vereinbart, den historischen Eckstein mit dem Gemeindewappen sowie einen Torstein mit Jahreszahl und Initialen beim Abbruch zu sichern. Nach Einschätzung des Ingenieurbüros Thees und Partner kann dagegen der Keller des Gebäudes aufgrund der Schäden durch das Löschwasser nicht erhalten werden. Jörg Palitzsch

 
 
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