Der Andrang im Trauzimmer des Sachsenheimer Rathauses war am Sonntagabend groß. Als um 19.27 Uhr die Abstimmungsergebnisse der beiden Bürgerentscheide für die Errichtung des Energieparks Alleenfeld feststanden, brandete Applaus auf, frenetischer Jubel der Befürworter folgte. Vereinzeltes Kopfschütteln gab es hingegen bei den unterlegenen Gegnern des Projekts.
Bürgerentscheid Sachsenheimer sagen Ja zum Energiepark
Bei einer regen Wahlbeteiligung von jeweils deutlich über 40 Prozent sprechen die Bürger sich sowohl für die Freiflächen-Photovoltaikanlage als auch für die beiden Windräder aus.
Bei einer Wahlbeteiligung von rund 45 Prozent sprachen sich 20,6 Prozent der Bürger, aufgerechnet auf alle Wahlberechtigten (100 Prozent) gegen und 24,2 Prozent für die Verwirklichung der Freiflächen-Photovoltaikanlage aus. Bei den beiden Windrädern waren 20,8 Prozent Gegner und 24,0 Prozent Befürworter.
„Wichtiger Tag für die Stadt“
„Heute ist ein wichtiger Tag in der Geschichte unserer Stadt“, sagte Bürgermeister Holger Albrich, „die Bürgerinnen und Bürger von Sachsenheim haben mit ihrer Stimmabgabe die Zukunft für eine unabhängigere und nachhaltige Energieversorgung geebnet.“
Nun stünde der Verwirklichung des Energieparks auf dem Alleenfeld nichts mehr im Wege. Albrich dankte allen an den Bürgerentscheiden Beteiligten und stellte sowohl Befürwortern wie auch den Gegnern des Vorhabens ein gutes Zeugnis aus, habe es doch im Vorfeld der Abstimmungen – allen Emotionen zum Trotz – dennoch weitestgehend einen fairen, sachlichen und respektvollen Umgang miteinander gegeben.
Dr. Daniel Manka, Sprecher und Mitbegründer der Bürgerinitiative „Gegenwind Sachsenheim“ akzeptiert das Ergebnis, macht aber aus seiner Enttäuschung auch keinen Hehl: „Die Bürger haben sich für das Projekt entschieden, das müssen und werden wir anerkennen. Ich finde es jedoch schade, dass nun künftig durch die Freiflächen-Photovoltaikanlage und die beiden Windräder irreversibel in unsere schöne Landschaft eingegriffen wird.“ Dennoch werde seine Bürgerinitiative auch weiterhin aktiv bleiben und das weitere Prozedere, wie Manka betonte, „kritisch würdigend verfolgen“.
Freude über hohe Wahlbeteiligung
Hans-Georg Hummel von der Bürgerinitiative „Energie von hier Sachsenheim“ hingegen strahlte über das ganze Gesicht. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis und freue mich auch über die hohe Wahlbeteiligung.“
Die hohe Wahlbeteiligung habe gezeigt, dass es „angenommen und honoriert wird, wenn man sich um die Bürger kümmert.“ Auch seine Bürgerinitiative werde weiter aktiv bleiben und schauen, dass vor allem drei Punkte verwirklicht würden: einerseits die bereits thematisierte Realisierung einer Bürgergenossenschaft, darüber hinaus das Engagement, dass der vergünstigte Strompreis auch bei den Bürger ankommt und drittens die anvisierte, möglichst naturnahe Umsetzung der Freiflächen-Photovoltaikanlage.
Für eine sichere Zukunft
Mit dem nunmehr demokratisch fundierten „Ja“ zum Energiepark ist auch Bürgermeister Holger Albrich seinem Ziel nähergekommen und hob nochmals hervor, dass „der heutige Tag in die Geschichte der Stadt eingehen wird. Die Bürgerinnen und Bürger haben gezeigt und mit ihrer Stimmabgabe bewiesen, dass sie sich den Energiepark gut vorstellen können und sie ihn auch als Chance für eine nachhaltige Energieversorgung und eine sichere Zukunft sehen.“ Es sei gelungen, die Bevölkerung davon zu überzeugen, dass Photovoltaik und Windkraft gut für Sachsenheim seien. Er danke all jenen, die heute zur Abstimmung gegangen seien, „das war für mich ein beeindruckender Akt gelebter Demokratie.“
