Bürgermeister Alexander Fleig (Freudental) zieht Bilanz Ein Jahr der Veränderungen

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Bürgermeister Alexander Fleig: Die Aufgaben sind weiter gewachsen.⇥ Foto: Helmut Pangerl

Freudental hat sich zur grün-fortschrittlichen Kommune entwickelt, sagt Bürgermeister Alexander Fleig. Der Umbau des Rathauses prägt das Investitionsprogramm.

Das beschauliche Freudental mit seinem württembergischen Barock-Schloss hat wohl im letzten Jahr so viele Veränderungen erfahren wie sonst kaum eine Kommune im Umkreis.

Der seit vielen Jahren ersehnte Supermarkt entsteht am Ortsrand, wird an Ostern eröffnen und viele Bus- und Autofahrten zum Einkauf ersparen. Möglich wurde er durch einen Investor und das Neubaugebiet Alleenfeld, das die Gemeinde zusammen mit der Landsiedlung Baden-Württemberg plante und finanzierte.

Dazu kam noch die weitere Entwicklung des Nahwärmesystems, das bald noch mehr Gebäude mit Wärme versorgt. Darunter fällt auch das Grävenitzsche Schloss: Es wird ab März als Standort der „Libermenta“-Spezialklinik für Psychosomatik eröffnen und über 130 Beschäftigte haben, die sich um Privat- und Tagespatienten auf dem Schlossgelände kümmern. Ein Jahr voller Veränderungen, das mit dem Beschluss zu den Umbauten am Rathaus endete und noch dazu von der Pandemie überschattet war.

All das hört sich nach viel Arbeit für die kleine Verwaltung an. „Es war ein sehr herausforderndes Jahr, aber ich mach‘s ja gern“, sagt Bürgermeister Alexander Fleig, der schon vor seiner Wiederwahl die vielen Pläne mit dem Gemeinderat eingeleitet hat.

Wichtige Investitionen

Neben den Kosten für den Bau des Kreisverkehrs und die Erschließungsarbeiten im Neubaugebiet hat die Gemeinde Freudental vor allem in den Ausbau des Nahwärmenetzes investiert. Das Netz habe ihn am meisten gefordert, gesteht der Bürgermeister, denn die Versorgung muss stehen, wenn die Häuser gebaut werden.

Es ist aber auch eine Herzenssache, denn für den Rathauschef hat sich Freudental von der einst kleinsten Gemeinde zur grün-fortschrittlichen Kommune entwickelt. „Der Ort steht für Zusammenhalt, aber auch für Fortschritt“, beschreibt Fleig seine Gemeinde. Und das funktioniere nur mit einem fortschrittlichen Gemeinderat, der hinter den Plänen stehe. „Wir sind ins Risiko gegangen“, sagt der Rathauschef, und bislang wurde man nicht enttäuscht. Das System läuft fehlerfrei und könnte sich bei den künftigen Energiepreisen als goldrichtige Entscheidung erweisen.

Nun wurde mit dem Bau der Verbindungsleitung zum Neubaugebiet begonnen sowie die neue Heizzentrale hinter der Feuerwehr gebaut und an das Bestandsnetz angebaut. „Dies ist ein wichtiger kommunaler Baustein in Sachen „Klimaschutz“, erklärt der Bürgermeister, dem die so erreichten hohen CO2-Einsparungen wichtig sind. Mit dem Beginn der Sanierung des Wasserhochbehälters sowie dem Neubau der Phosphatfällung auf der Freudentaler Kläranlage wurden im letzten Jahr weitere wichtige Investitionen in den Bereichen „Wasser“ und „Abwasser“ begonnen und umgesetzt. Dazu kam das ehemalige Hirschareal, wo nun im Ortskern ein Hausarzt barrierefrei erreichbar ist.

Planmäßiges Haushaltsjahr

Das alles hat den früheren Kämmerer Fleig gefordert, der die ganzen Projekte in Corona-Zeiten auf eine finanziell abgesicherte Basis stellte. „Nachdem im Jahr 2020 eine Haushaltssperre verhängt war, wurde mit dem Haushaltsplan 2021, der erst im Juni 2021 verabschiedet werden konnte, ein sehr sparsames Planwerk aufgestellt“, unterstreicht er.

Das Haushaltsjahr verlief planmäßig, es waren keine außerordentlichen Ausgaben zu verzeichnen, und es konnten zum Ende des Jahres sogar etwas mehr Zuweisungen des Landes verbucht werden.

Nicht nur steigende Einwohnerzahlen, sondern auch die Politik sorgt dafür, dass die Aufgaben weiter wachsen. Das neue Gesetz zum Anspruch auf Ganztagsbetreuung wird in wenigen Jahren Gemeinde, Vereine und Ehrenamtliche fordern. Dazu kommen Betreuungsangebote, die Platz brauchen und Geld kosten. Auf die Nachfrage reagiert die Gemeinde zunächst mit einer Ü3-Naturgruppe und einer weiteren Kleinkindgruppe, die in diesem Jahr eröffnen wird.

„Das Thema Personal, vor allem im Bereich Kinderbetreuung, wird auch für uns immer mehr zu einer Herausforderung“, sagt der Rathauschef. „Mit dem geplanten und notwendigen Ausbau in der Kinderbetreuung und dem steigenden Personalbedarf wird die Besetzung der Stellen in der Zukunft spannend werden“, blickt Fleig auf den Mangel an Betreuungskräften. Jedoch sei der Fachkräftemangel auch in allen anderen Bereichen spürbar, da teilweise nur wenige qualifizierte Bewerbungen eingingen. Dank der ruhigen Lage und der kleinen Einrichtungen fanden sich aber immer Bewerber, die anderswo Mangelware sind.

Anforderungen an Kommunen

„Durch die Corona-Pandemie, die sehr viele Aufgaben für die kommunale Verwaltung mit sich bringt, sowie die sonstigen Aufgaben, die durch immer mehr Verordnungen deutlich aufwendiger geworden sind, sind die Anforderungen an die Mitarbeiter in allen Bereichen gestiegen – und dies bisher ohne weiteres Personal“, stellt Fleig fest. Dies führe natürlich auch zu einer Belastung der kommunalen Finanzen, vor allem durch weiter steigende Personalkosten.

Doch auch die anderen Projekte laufen weiter, und es muss auch in diesem Jahr investiert werden, vor allem in die Verwaltung. „Das Investitionsprogramm ist ganz stark von der Sanierung und dem barrierefreien Umbau des Freudentaler Rathauses geprägt“, sieht Fleig auf das Jahr 2022. Dazu komme der Ausbau des Freudentaler Nahwärmenetzes, wo der Bau des neuen Solarthermiefeldes mit Wärmespeicher als große und wichtige Investition in den örtlichen Klimaschutz ansteht.

 
 
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